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David Klatschko – Im Kreise 24

Der Schuster David Klatschko, geboren am 5. November 1889 in Wilna, war russischer Staatsbürger. Er lebte seit 1914 in Ovelgönne und gehörte der Celler Synagogengemeinde an. Zu den Gottesdiensten fuhr er mit dem Fahrrad. Auf der Meldekarte, auf der es heißt, dass „jede Veränderung“ der Gestapo zu melden war, ist vermerkt, dass er am 29.3.1939 nach Dachau „verzogen“ ist. Das bedeutete, er wurde im Konzentrationslager inhaftiert. Von Dachau wurde er in das KZ Buchenwald gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt erging es ihm wie Jakob Gerschez (Stolperstein im Kreise 24). Klatschko wurde am 30. Mai 1941 in das Polizeigefängnis Suwalki gebracht. Das ehemals polnische Suwalki gehörte nach dem Überfall auf Polen zur Provinz Ostpreußen. Hier verliert sich seine Spur. Es ist aber davon auszugehen, dass Klatschko im Zuge der „Germanisierung“ der eroberten Gebiete, die auch die Deportation oder Ermordung von Juden einschloss, entweder in Suwalki ums Leben kam oder weiter in ein anderes Lager gebracht wurde, wo er den Tod fand.