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31.10.2016

Tavistock - 10 Jahre Weltkulturerbe «Cornwall and West Devon Mining Landscape»

Im Rahmen des Partnerschaftsaustauschs 2016 zwischen Celle und Tavistock haben sich Gäste und Gastgeber auf die Spuren der Bergwerksgeschichte von Tavistock, West Devon und Cornwall begeben.

Tavistock in der Region West Devon und die Bergbau Region Cornwall im südwestlichen England gehören seit 10 Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe „Cornwall and West Devon Mining Landscape“. Schon im 16. Jahrhundert wurde in West Devon Zinn und Kupfer gefördert und im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Abbau der Erze so weit, dass zwei Drittel des auf dem Weltmarkt angebotenen Kupfers und Zinn in West Devon und Cornwall gefördert wurden. Neue Ortschaften und Städte entstanden, Hafenanlagen wurden gebaut und Gießereien sowie Maschinenhäuser sprießten aus dem Boden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde außerdem die Hälfte des auf dem Weltmarkt gehandelten Arsens in dieser Region abgebaut. Tavistock erhielt bereits im 12. Jahrhundert das Recht, die geförderten Erze wie Zinn und Kupfer zu wiegen, zu bewerten und letztlich für den Verkauf zu markieren, also mit einem Stempel zu versehen.

Die Relikte dieser boomenden Industrie sind auch heute noch überall in der Landschaft zu sehen.

Dreh- und Angelpunkt der Erzverschiffung im 18. und 19. Jahrhundert war die Hafenanlage von Morwellham Quay am Fluß Tamar unweit von Tavistock gelegen. Die restaurierte Anlage zeigt eindrucksvoll die verwendete Technik aber auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Familien in dieser Zeit. Heute fährt man ganz bequem und sicher mit einer kleinen Bahn in den Schacht „Georg und Charlotte“ benannt nach dem damaligen König Georg III -der dritte britische Monarch aus dem Haus Hannover- und seiner Frau. Im Bergwerksschacht herrscht überwiegend absolute Dunkelheit und die Vorstellung, hier nur mit wenig Licht arbeiten zu müssen lässt ahnen, unter welchen Anstrengungen die Erze abgebaut wurden.

Da ist es schon angenehmer, bei einem Spaziergang im Dartmoor die Relikte der Erzgewinnung im Tagebau zu entdecken. Die wasserreichen Flüsse im Dartmoor transportierten Zinn und Kupfer und so konnten die Erze relativ einfach gewonnen werden. Da die Erträge sehr gering waren und in diesem Einzugsbereich südlich von Tavistock ein Trinkwasser Reservoire für Plymouth gebaut werden sollte, wurden die kleinen Abbaubetriebe zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgegeben.

Ein besonderes Ereignis war die Enthüllung der größten in Groß Britannien gebauten mechanische Puppe, die „Man Engine“. Ingenieure und Techniker aus Cornwall haben zum 10-jährigen Jubiläum der Region als Weltkulturerbe diese 12 m hohe Puppe bzw. Maschine gebaut. Sie wird als Botschafter alle Orte der Bergbauregion West Devon und Cornwall besuchen und anschließend weltweit für die Region werben.

Neben diesen kulturgeschichtlichen Entdeckungen wurde aber auch englische Lebensweise zelebriert, natürlich einschließlich Fish & Chips essen im traditionellen Pub.

Autor/in: Gabriele Link / Partnerstadtbetreuerin Tavistock