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04.07.2016

Polnischer Juni - Europa lebt

- Drei Wochen Städtepartnerschaft Celle – Kwidzyn auf höchstem Niveau –

Jedes Jahr im Juni finden in unserer polnischen Partnerstadt die „Kwidzyner-Tage“ statt. Es ist dort das Bürgerfest des Jahres, zu dem die Partnerstädte jeweils herzlich willkommen sind. Der 1. Stadtrat Thomas Bertram wollte mit seiner Frau diese Gelegenheit gern nutzen, um unsere Partnerstadt ganz privat zu besuchen, Stadt und Umgebung zu erkunden und insbesondere die Menschen dort kennen zu lernen. Von der ersten Begegnung an am Mittwoch, d. 15.Juni sprang der Funke der Sympathie auf beiden Seiten über. Es wurden interessante zukunftsträchtige Gespräche geführt.

Am Freitag ,d.17. Juni reisten dann die Ratsdamen Iris Fiss, Judith Knabe und Sabine Pfeiffer als offizielle Ratsdelegation in Begleitung der Partnerschaftsbetreuerin Ewelina Biermann-Firek ebenfalls nach Kwidzyn, um an den Festivitäten teilzunehmen und die Verbundenheit der Celler mit den polnischen Freunden gerade in schwierigen Zeiten zu dokumentieren. Es gehört darüber hinaus schon seit langem zur Tradition, dass auch die Volleyballmannschaft der Celler Stadtverwaltung den freundschaftlichen Kontakt zu den Kollegen in Kwidzyn pflegt. Selbstverständlich waren sie auch dieses Jahr wieder mit von der Partie. So war Celle gleich dreimal auf dem Partnerschaftstreffen vertreten, was dort sehr erfreut aufgenommen worden ist. Das zeigt, die Partnerschaft ist voller Leben.

Schon am Mittwoch, d. 22. Juni kam es zu einem Gegenbesuch des Kwidzyner Bürgermeisters Andrzej Krzysztofiak in Celle. Er reiste eigens an, um an der Konferenz des IPZ Europa zum Thema „25 Jahre deutsch-polnische Nachbarschaft“ teilzunehmen, die dieses Jahr als Anerkennung für das Celler Engagement in Celle stattfand. Diese Veranstaltung fand am Tage der Abstimmung in Groß-Britannien über den Ausstieg aus der EU statt. Auch der für Kulturangelegenheiten zuständige polnische Konsul Marek Sorgowicki war extra aus Hamburg angereist und hob die Celler Aktivitäten lobend hervor. Im Rahmen der Tagung stellte Ewelina Biermann-Firek das Jugendkunstprojekt der beiden Partnerstädte vor, das von ihr initiiert seit 2009 jährlich mit großem Erfolg durchgeführt wird. Es nehmen jedes Mal 6 bis 7 junge Menschen aus beiden Städten im Alter von 11 bis 14 Jahren daran teil. Sie leben eine Wochen Tag und Nacht miteinander und betätigen sich anspruchsvoll bildnerisch in „Workshops“. So sind in den letzten Jahren viele Jugendliche aus beiden Städten zusammen gekommen, haben gemeinsam gearbeitet, zueinander gefunden und Freundschaften geknüpft. Dieses Projekt fand bei den Zuhörern großes Interesse. Es dürfte im Rahmen der deutsch-polnischen Städtepartnerschaften wohl einzigartig sein. Am nächsten Morgen bei der Verabschiedung der polnischen Freunde war natürlich der „Brexit“ das beherrschende Thema. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende beschwor dabei die Einheit der EU als Garant für den Frieden auf unserem Kontinent.

Am Sonntag, d. 26. Juni war es dann wieder soweit. Das diesjährige Jugendkunstprojekt fand in Celle statt. Die diesmal dreizehn Jugendlichen lebten bis zum 3. Juli in dem Landschulheim der Sophienschule Hannover in Hambühren, das ideal für derartige Workshops geeignet ist. Die Aufgabe, die den Jugendlichen diesmal gestellt war, in kleinen Formaten Celler Ansichten in Öl zu malen. Neben der Initiatorin haben die Kunstpädagogin Krystyna Humanowska und der Künstler Richard Kunicki die Kinder bei der kreativen Arbeit begleitet. Die Ergebnisse, die ein beachtliches Niveau erreicht haben, können alle Besucher des Neuen Rathauses von nun an für einige Wochen in der Eingangshalle bewundern. Bei der Eröffnung der Ausstellung dankte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende den jungen Künstlern und hob besonders deren Engagement in ihren Schulferien hervor, die sie auf diese Weise gestalteten. „Ihr seid das Europa der Zukunft, es liegt in Euren Händen“, sagte er wörtlich und zeigte sich davon überzeugt, dass solange es so tolle Begegnungen gäbe, der feindselige Nationalismus in Europa keine Chance habe.

Natürlich gab es neben der Arbeit für die jungen Künstler auch angenehme entspannende Aktivitäten. Unter anderem hatte der Deutsch-Polnische Kulturkreis Celle die Teilnehmer des städtischen Projekts zu einer Fahrt auf der Aller eingeladen, dass alle bei trockenem Wetter genießen konnten.

Autor/in: Ewelina Biermann-Firek