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12.01.2016

Pressemitteilung zur Veranstaltung »Fremdheit überwinden. Flucht und Integration« am 26.11.2015 im Rahmen des Frauenforums Celle

Frauen stärken Frauen und überwinden Fremdheit. Frauenforum informiert über Integration aus Geschlechterperspektive. Das Frauenforum Celle hat in seiner letzten Sitzung zu einem Informationsaustausch mit den Expertinnen Ulrike Brinken von der Koordinierungsstelle „Migration und Teilhabe, Landkreis Celle“ und Dyana Mieske als „Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt“ vom Jobcenter im Landkreis Celle in das Neue Rathaus eingeladen. Die anwesenden Frauen aus den Celler Frauenorganisationen, Parteien, Institutionen und Verbänden diskutierten die Lage der Frauen im Kontext von Flucht und Integration (siehe Foto).

Ulrike Brinken berichtete, dass seit dem Jahr 2008 Koordinierungsaufgaben für Integration und Migration im Landkreis Celle übernommen werden. Die Initiative für die Einrichtung des Arbeitsbereiches erfolgte seinerzeit über das Frauenbüro des Landkreises, das einen Schwerpunkt im Bereich „Projekte für Migrantinnen“ etabliert hatte. Die aktuellen Angebote der Organisationen in Stadt und Landkreis Celle sind vielfältig. Besonders das im letzten Jahr initiierte Gesundheitsprojekt „MiMi“, bei dem Aufklärungsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen in verschiedenen Sprachen von geschulten Migrantinnen durchgeführt werden, ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsversorgung im Landkreis Celle, so Brinken. Daneben gibt es verschiedenste Sprachbildungsmaßnahmen als Voraussetzung für die Arbeitsmarktintegration, die zum Teil spezifisch für Frauen konzipiert sind. Das Projekt „Griffbereit“ zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung richtet sich an junge Familien, die ihre Erziehungskompetenz erweitern und ihre Kinder mehrsprachig aufwachsen lassen möchten. Auskünfte, auch zu weiteren Projekten und Initiativen, erhalten interessierte Frauen und Männer bei Ulrike.Brinken@LKCelle.de und unter der Telefonnummer 05141 916 1005.

In diesem Zusammenhang hebt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle die Bedeutung von interkulturellen Projekten und von zielgerichteten Angeboten für Frauen hervor. „Professionell begleitete Gruppenangebote für Mütter und Väter mit und ohne Migrationshintergrund fördern nicht nur gesellschaftsrelevante interkulturelle Entwicklungen, durch die Erörterung von Themen rund um Kindererziehung oder Ganztagsbetreuung. Diese Angebote stärken auch die Elternkompetenzen im Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Darüber hinaus sind Projekte, die sich gezielt an Frauen mit Migrationshintergrund richten und sie als Lehrende einbinden unerlässlich, denn sie erhöhen deren Teilhabechancen in persönlichkeitsbildender und in finanzieller Hinsicht“, sagt Rosemarie Lüters.

Die Stadt Celle startete im Jahr 2006 mit der Leitstelle Integration und setzte sich damals schon intensiv für Sprachförderung ein. „Die deutsche Sprachkompetenz ist von großer Bedeutung insbesondere für Migrantinnen, um Fremdheit in Deutschland zu überwinden und eine gesunde Identität zu dem Aufnahmeland aufzubauen“, so Serpil Klukon, Abteilungsleiterin der städtischen Koordinierungsstelle Integration. Um allen Migrantinnen den Zugang zu einem Sprachkurs zu ermöglichen, fördert die Stadt auch niedrigschwellige Sprachkurse für Frauen. Mit zahlreichen Bundesprogrammen wie „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ oder dem aktuellen Programm „Demokratie leben!“ wirbt die Koordinierungsstelle Integration Projektfördermittel des Bundes für Celler Vereine ein. Die Projekte richten sich grundsätzlich an Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte. Das Ziel ist, das Miteinander zu stärken und Angebote zu schaffen, die vielfältige Kompetenzen ansprechen und die Integration und Demokratie in Celle weiter fördern. Weitere Informationen zu den Projekten und Organisationen erhalten Sie bei Serpil Klukon, integration@celle.de und/oder im Internet unter www.vielfaltincelle.de.

Dyana Mieske, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters im Landkreis Celle, berichtet, dass im Dezember 2015 bereits 278 Flüchtlinge im Landkreis Celle im Arbeitslosengeld II-Bezug (ALG II) standen und vom Jobcenter betreut wurden. Darunter waren 124 Frauen. Insgesamt 61 Flüchtlinge verfügten über Deutschkenntnisse, davon waren 21 Frauen. In diesen Zahlen spiegelt sich auch der Bedarf am Ausbau der Deutschkenntnisse, insbesondere für Frauen, wieder. Kunden und Kundinnen, die im Leistungsbezug ALG II stehen, können im Rahmen der Integrationsbemühungen finanzielle Förderungen für Bewerbungsbemühungen erhalten. Weiterhin haben sie die Möglichkeit, im Rahmen berufsbezogene Qualifizierungen ihre Deutschkenntnisse zu erweitern. Für Frauen, insbesondere erziehende Frauen, sind dabei die Qualifizierungen in Teilzeit besonders interessant. Weitere Auskünfte für interessierte Frauen und Männer können gerne unter Jobcenter-im-Landkreis-Celle.BCA@jobcenter-ge.de oder Telefon 05141 961-162 eingeholt werden.

Das Celler Frauenforum wird von den Gleichstellungsbeauftragten aus Stadt und Landkreis Celle im jährlichen Wechsel organisiert. Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 05141 12 568 bei der Stadt Celle.