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77er-Denkmal

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77er-Denkmal

Dieses Denkmal erinnert an das 2. Hanno­ver­sche Infanterie-Regiment Nr. 77, das nach dem Deutschen Krieg 1866 auf Befehl König Wilhelms von Preußen als neues Re­­gi­ment der Preußischen Armee gegründet wurde. Es war von 1871 bis zur Auflösung 1918 in Celle in der sogenannten 77er Kaserne, dem heutigen Neuen Rathaus, stationiert und hat Celle maßgeblich mit geprägt.


77er
77er-Denkmal

Für die Leistungen des Regiments in seiner über 50jährigen Geschichte stellt das Denkmal ein ehrendes Andenken dar. Als ehemalige Garnisonstadt sieht Celle es aber als seine Aufgabe an, allen Seiten der Militärgeschichte gerecht zu werden. Daher soll nicht verschwiegen werden, dass Regimentsmitglieder auch an Handlungen beteiligt waren, die heute als verbrecherisch gelten.

1900/1901 nahmen Freiwillige aus dem 77er Regiment an der gewaltsamen Niederschlagung der Boxer-Bewegung in China teil, die sich gegen die Kolonialmächte Europas sowie die USA und Japan gerichtet hatte.

1904 beteiligten sich fünf Offiziere und 42 weitere Regimentsangehörige freiwillig am Völkermord an den Herero in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia).

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurde das 77er Regiment in Belgien und Frankreich eingesetzt. Es hat dort am 22. August 1914 in der belgischen Stadt Tamines (heute Teil der Gemeinde Sambreville) an der Massenerschießung von 384 Zivilpersonen, darunter 44 Kinder teilgenommen und sich damit eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht. Sambreville trägt heute als eine von sieben belgischen Städten den Titel „Märtyrerstadt“. Mit einem Mahnmal und regelmäßigen Veranstaltungen wird dort bis heute des Massakers gedacht.

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