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Kindertagespflege


Um Eltern dabei zu helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander zu vereinbaren, ist die Kindertagespflege ein wichtiger Baustein im vielfältigen Betreuungsangebot der Stadt Celle. Gerade für Kinder im Alter bis zu 3 Jahren ist sie - im Gegensatz zur Unterbringung in einer Krippe - eine familiennahe Betreuungsform. Ein Angebot, das insbesondere gern von Eltern genutzt wird, die auch eine Betreuung außerhalb der Öffnungszeiten einer Krippe wünschen oder benötigen.

Seit Jahren leisten Tagespflegeeltern in der Betreuung von Kindern gute Arbeit. Unterstützt werden sie dabei von einer Fachberaterin der Stadt Celle, die nicht nur die Eignung der Pflegeeltern feststellt, sondern Sie auch begleitet, Fortbildungen anbietet und Hilfestellung bei Fragen gibt. Um die Qualität hinsichtlich der Erziehung, Bildung und Betreuung der Tagespflegekinder weiter zu verbessern, ist die Teilnahme an Qualifizierungskursen für die Tagespflegepersonen verpflichtend.

Entsprechend dem gesetzlichen Auftrag, hat sich die Stadt Celle auf den Weg gemacht, die Tagesbetreuung für Kinder unter 3 Jahren weiter auszubauen. Vieles haben wir inzwischen erreicht. Unser Ziel ist es auch, die Tagespflege zu einer gleichrangigen Alternative neben den Tageseinrichtungen auszubauen und das Arbeitsfeld für Tagespflegeeltern attraktiver zu machen.

Die folgenden Informationen machen Sie, liebe Eltern und alle Interessierten, mit den wichtigsten Inhalten zum Thema über „Kindertagespflege“ vertraut. Für eine persönliche Beratung stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Celle, Kindertagesbetreuung gerne zur Verfügung.

Kindertagespflege - Was ist das?


Wissenswertes für Eltern und Interessierte

Kindertagespflege ist eine stundenweise oder ganztägige Betreuung vorrangig für Kinder unter 3 Jahren als Alternative zur Krippenbetreuung. Die Tagespflegeperson betreut maximal 5 Kinder gleichzeitig in ihrem eigenen Haushalt, im Haushalt der Familie oder in anderen geeigneten Räumen.

Für Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren kommt die Kindertagespflege nur in Betracht, wenn eine Betreuung in einer Tagesstätte oder Ganztagsschule nicht möglich oder nicht ausreichend ist.

Welche Vorteile hat die Kindertagespflege?

  • Durch den familiären Rahmen ist die Betreuungssituation für das Kind altersentsprechend überschaubar.
  • Die Tagespflegeperson hat die Möglichkeit, individuell auf das Kind einzugehen.
  • Erste Kontakte zu Kindern unterschiedlichen Alters sind möglich.
  • Die Betreuungszeiten können flexibel abgesprochen werden; Betreuung ist damit auch bei unregelmäßigen Arbeitszeiten der Eltern möglich.
    (Schichtdienst, Wochenendbetreuung, geringfügige Berufstätigkeit, Betreuung über Nacht)

Welche Qualifikationen haben die Tagespflegepersonen?

Tagespflegepersonen sollen über vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege verfügen, die sie in qualifizierenden Lehrgängen erworben haben oder durch andere Weise, z. B. durch eine pädagogische Ausbildung, nachgewiesen haben.

Über die Eignung einer Tagespflegeperson entscheidet der Fachdienst Kindertagesbetreuung der Stadt Celle durch ein Eignungsfeststellungsverfahren. Tagespflegepersonen und auch die Erziehungsberechtigten werden vom Fachdienst in allen Fragen der Durchführung der Kindertagespflege beraten.

Wie finde ich eine Tagespflegestelle?


Das Kindertagespflegebüro des Fachdienstes Kindertagesbetreuung der Stadt Celle vermittelt Tagespflegestellen im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten. Es werden bei der Stadt Celle nur Tagespflegepersonen vermittelt, deren Eignung im Sinne des § 23 SGB VIII festgestellt wurde und die über eine Pflegeerlaubnis nach § 43 SGB VIII verfügen.

Die Eltern urteilen selbst, welche Tagespflegeperson ihr Kind dem Bedarf entsprechend angemessen betreuen kann. Die Eltern und die Tagespflegeperson tragen die Verantwortung für das Wohlergehen des Kindes und das Gelingen der Betreuung.

Personen, die dem Tagespflegebüro von den Eltern als Betreuungsperson vorgestellt werden gelten erst als vermittelt, wenn die persönliche Eignung festgestellt und eine Erlaubnis zur Betreuung durch den Fachdienst ausgestellt wurde.

Es ist wichtig, mehrere Tagespflegestellen anzusehen, um für den individuellen Betreuungsbedarf des eigenen Kindes die „richtige“ Tagespflegefamilie zu finden.

Wenn eine geeignete Tagespflegestelle gefunden wurde, wird ein privatrechtlicher Betreuungsvertrag zwischen der Familie und der Tagespflegeperson abgeschlossen werden.

Folgende Angaben sind bei der Tagespflegestelle immer anzugeben:

  • Name, Geburtsdaten des Kindes, Anschrift, Tel.-Nummer.
  • Wo sind die Eltern tagsüber erreichbar: Arbeitgeber, Adresse, Telefon, Zeiten.
  • Kinderarzt: Adresse, Telefon, Krankenkasse des Kindes
  • Wer darf das Kind nach vorheriger Absprache bzw. jederzeit abholen?

Zum Abschluss eines Tagespflegevertrages:
Auch wenn sich die Eltern des Tagespflegekindes und die Tagespflegeperson gut kennen oder befreundet sind, sollten Daten sowie Verabredungen zu Betreuungszeiten und Inhalten im Tagespflegevertrag festgehalten werden. Häufig ist der Vertragsabschluss der Moment, an dem viele noch offene Themen und Wünsche erst richtig klar und noch geregelt werden.

Ein Mustervertrag liegt im Kindertagespflegebüro des Fachdienstes Kindertagesbetreuung bereit.

Kontaktaufnahme


Eltern sollten, wenn es möglich ist, unter mehreren Tagespflegepersonen auswählen. Es empfiehlt sich, die folgenden Themen schon bei der ersten Kontaktaufnahme am Telefon zu besprechen:

  • Kann die Tagespflegeperson meinem Betreuungsbedarf entsprechen?
  • Hat die Tagesmutter eine Erlaubnis zur Kindertagespflege?
  • Wie ist die Erreichbarkeit der Tagespflegestelle; zu Fuß, öffentliche Verkehrsmittel?
  • Arbeitet die Tagespflegeperson mit dem Tagespflegebüro der Stadt Celle zusammen?

Wenn der erste Eindruck positiv ist, sollte ein persönliches Gespräch mit der Tagespflegeperson in der Wohnung, in der das Kind betreut werden soll vereinbart werden.

  • Passen die finanziellen Vorstellungen zueinander? (4,10 € bis 5,70 Euro pro Stunde zurzeit im Stadtgebiet)
  • Werden die gesamten Betreuungskosten an die Tagespflegeperson privat gezahlt?
  • Erfüllen die Eltern die Anspruchsvoraussetzungen durch Berufstätigkeit, Umschulung, Ausbildung, Arbeitsmaßnahmen, Erfüllung zum Rechtsanspruch, um eine Förderung vom Fachdienst 44 - Kindertagesbetreuung zu erhalten?
  • Unterlagen und Antragsformulare sind im FD 44 oder hier im Internet erhältlich
  • Für den Beginn der Förderung ist der Antragsmonat bzw. der Eingang des Antrags bei der Stadt Celle maßgebend.
  • Lassen sich Urlaubspläne und Vertretung regeln?
  • Wie viele eigene und betreute Kinder gibt es im Haushalt der Tageseltern; wie alt sind diese; sind die Aufnahmen weiterer Kinder geplant?
  • Weitergabe von wichtigen Informationen über das zu betreuende Kind; Alter, Geschlecht, Besonderheiten.
  • Gibt es Haustiere bei den Tageseltern?
  • Ist die Wohnung der Tagespflegeperson rauchfrei?
  • Gibt es besondere Essgewohnheiten, die berücksichtigt werden sollten? Wie soll z. B. mit Süßigkeiten umgegangen werden?
  • Wie ist der Umgang der Tagespflegeperson mit Fernsehen, Video und Computerspielen?
  • Gibt es gesundheitliche Probleme, z. B. Allergien?

Persönliches Vorgespräch


Viel Ärger und Unzufriedenheit kann vermieden werden, wenn bereits vor Beginn der Betreuung möglichst viele Einzelheiten gemeinsam besprochen werden. Was von der einen Seite im Umgang mit dem Kind für selbstverständlich gehalten wird, kann von der anderen Seite ganz anders gesehen werden. Es ist ratsam, schon frühzeitig offen Vorstellungen und Probleme anzusprechen.

Entsprechend seines Alters sollte das zu betreuende Kind auf die neue Situation vorbereitet und mit einbezogen werden. Die Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind vor dem endgültigen Vertragsabschluss die Tagespflegefamilie mehrmals besuchen.

Die folgenden Fragen können behilflich sein, einen Eindruck über das Betreuungsangebot zu bekommen:

  • Gibt es eine pädagogische Konzeption über das Betreuungsangebot, die Eltern zur Verfügung gestellt wird?
  • Wo können die Kinder in der Wohnung spielen?
  • Ist altersentsprechendes Spielzeug vorhanden?
  • Gibt es Außenspielflächen (Park, Spielplatz, Garten etc.) die von den Kindern genutzt werden können und auch genutzt werden?
  • Wo kann das Tagespflegekind einen Mittagsschlaf halten und wo kann ein Schulkind ungestört seine Hausaufgaben erledigen?
  • Wie gestaltet sich der Tagesablauf?
  • Was wird den Kindern an angeleiteten Aktivitäten angeboten? Sind sich die Kinder im Spiel meistens selbst überlassen?
  • Absprache von Bring- und Abholzeiten an verschiedenen Tagen. Bedenken von möglichen Veränderungen und Ausnahmen.
  • Wie soll bei der Urlaubsregelung verfahren werden? Wie ist die Vertretung geregelt, wenn die Tagesmutter z.B. durch Krankheit ausfällt? (Laut Satzung zur Förderung von Kindern in Tagespflege haben Tagespflegepersonen einen Anspruch auf 30 Tage Urlaub / Krankheit im Jahr)
  • Es sollte eine Regelung der Eingewöhnung abgesprochen werden, in der die Eltern stundenweise zusammen mit dem Kind zu den Tageseltern gehen und sich nach ein paar Tagen das erste Mal für kurze Zeit (15 - 30 Minuten) trennen (wichtig bei jüngeren Kindern). Danach sollte über das Verhalten des Kindes in dieser neuen Situation gesprochen werden, damit sich das Kind an die neue Bezugsperson behutsam gewöhnen kann. Auch das Füttern und Wickeln durch die Tagespflegeperson sollte erst nach einigen Tagen der Eingewöhnung von ihr übernommen werden.
  • Absprache der Bezahlung: Höhe, wann zahlbar, Umfang der Leistung, Kürzung, Erhöhung, Zuschläge, Benzinkosten
  • Die Abgabe von notwendigen Medikamenten an das Tagespflegekind sollte im Tagespflegevertrag festgehalten werden und durch den behandelnden Arzt schriftlich und mit Angabe der genauen Indikation für notwendig erklärt werden.

Essen

Das tägliche Essen ist in dem Förderbeitrag des FD 44 nicht enthalten. Die Kosten werden in dem privatrechtlichen Vertrag zwischen den Eltern und der Tagespflegeperson vereinbart und in der Tagespflegestelle bezahlt.

Wichtige zu klärende Fragen:

  • Auf welche Nahrungsmittel reagiert das Kind empfindlich?
  • Wie soll mit Süßigkeiten verfahren werden?
  • Isst das Kleinkind mit dem Löffel / Besteck?
  • Sitzt die Familie beim Essen gemeinsam am Tisch?

Schlafen

Schläft das Kind tagsüber noch, wenn ja, wo, wann, wie oft, wie lange?
Gibt es Besonderheiten beim Einschlafen? (Rituale, Nuckel, Kuscheltier)

Kleidung, Wäsche

Windeln, Wechselwäsche, Kleidung, Unterwäsche, Buddelhose, Schneeanzug werden von den Eltern mitgebracht, gewaschen und instandgesetzt.

Spielgewohnheiten

  • Was und womit spielt das Kind gern?
  • Darf das Kind Spielzeug von zu Hause mitbringen?
  • Wird mit Fingerfarbe, Knete, Wasser, Matsch gespielt und darf das Kind sich schmutzig machen?

Sauberkeit

Fragen zu Toilettengewohnheiten und dem Zähneputzen sollten geklärt werden.

Umgang

Alle Beteiligten sollten sich mit Akzeptanz und Wertschätzung begegnen. Ein zugewandter, liebevoller Umgang gegenüber den Kindern ist selbstverständlich.
Ein klar strukturierter Tagesablauf lässt das Kind Sicherheit und Orientierung erfahren. Absprachen müssen unbedingt eingehalten werden.
Regeln in der Familie sollten besprochen und berücksichtigt werden.

Bei Schulkindern

  • In welche Schule geht das Kind?
  • Wie kommt das Kind zur Schule bzw. zur Tagespflegestelle?
  • Hat es spezielle Schwierigkeiten, wenn ja welche?
  • Welche Hilfe ist bei Hausaufgaben notwendig?
  • Darf es sich mit Freunden verabreden?
  • Geht es in einen Sportverein o.ä.?
  • Wie kommt das Kind zu den Freunden, zum Verein?

Zur Vermittlung von Tagespflegeplätzen, Fragen zur Tagespflege oder wenn es Schwierigkeiten gibt, für das Kind eine geeignete Tagespflegestelle zu finden, aber auch, wenn es Schwierigkeiten während des Tagespflegeverhältnisses zwischen den Eltern und den Tagespflegeeltern gibt, steht die Mitarbeiterin des Tagespflegebüros im FD 44 der Stadt Celle zur Verfügung.

Beratung und öffentliche Förderung


Zur Vermittlung von Tagespflegeplätzen, Fragen zur Tagespflege oder wenn es Schwierigkeiten gibt, für das Kind eine geeignete Tagespflegestelle zu finden, aber auch, wenn es Schwierigkeiten während des Tagespflegeverhältnisses zwischen den Eltern und den Tagespflegeeltern gibt, steht die Mitarbeiterin des Tagespflegebüros im FD 401 zur Verfügung.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Diese Möglichkeit hilft vor allen Dingen auch, wenn es Unzufriedenheit gibt und Versuche, bestimmte Schwierigkeiten im Gespräch zu klären, nicht so recht gelingen.
Sie werden sich darum bemühen, zum Wohle des Kindes gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu finden.

Wissenswertes über Tagespflegepersonen


Förderung in Kindertagespflege (Tagespflegegeld)

Die Stadt Celle fördert die Betreuung von Kindern ab 8 Wochen bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres in Kindertagespflege, wenn die Eltern die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.

Die Eltern beteiligen sich an den Kosten der Förderung durch einen Elternbeitrag, der an dem Beitrag der Betreuung in Krippen orientiert ist.
(siehe Satzung über die Höhe der laufenden Geldleistung und die Erhebung von Kostenbeiträgen bei Kindertagespflege)

Die Förderung endet mit der Beendigung der Betreuung spätestens zum 31.07. des Jahres. Der Betreuungsbedarf über den 31.07. hinaus muss neu beantragt werden.

Urlaub

Die Tagespflegeperson hat laut Satzung über die Höhe der laufenden Geldleistung und Erhebung von Kostenbeiträgen bei Kindertagespflege des Landkreises Celle einen Anspruch auf Fortzahlung bei Krankheit und Urlaub bis 30 Tage pro Kalenderjahr.
Die Eltern orientieren sich bei ihrer Urlaubsplanung an den Schließzeiten der Tagespflegestelle.

Krankheit

Wenn die Tagesmutter erkrankt ist, wird bis zu 6 Wochen im Jahr Krankheit und Urlaub weiterbezahlt. Wenn eine Ersatzpflegeperson für das Tagespflegekind benötigt wird, zahlt der Fachdienst 44 auch an diese.
Wenn das Tagespflegekind erkrankt, wird das Tagespflegegeld bis zu 20 Tage weitergezahlt, um das Tagespflegeverhältnis aufrechtzuerhalten.

Wissenswertes für Tagespflegepersonen oder solche die es werden möchten


Die selbständige Tätigkeit als Tagespflegeperson

Eine Tagespflegeperson gilt als geringfügig selbständig tätig. Durch die Geringfügigkeit muss sie keine Gewerbe anmelden.

Versteuerung der Einnahmen

Das Einkommen der Tagespflegeperson aus selbstständiger Arbeit ist grundsätzlich einkommensteuerpflichtig; es muss bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Das gilt sowohl für Einnahmen von privater Seite als auch bei Zahlung aus einer öffentlichen Kasse.
Nach Abzug der Betriebskostenpauschale muss der Gewinn versteuert werden. Pro in Vollzeit betreutem Kind (40 Stunden pro Woche) beträgt die Betriebskostenpauschale 300.- Euro im Monat.
Bei weniger Stunden Betreuung verringert sie sich anteilig. Steuern müssen nur dann gezahlt werden, wenn das zu versteuernde Gesamteinkommen der Familie die Grundfreibetragsgrenze überschreitet.

Haftungsfragen

Personen, die im Auftrag der Eltern Kinder in Tagespflege gemäß § 23 SGB XIII betreuen, übernehmen für einen begrenzten Teil des Tages die Aufsichts- und Sorgfaltspflicht. Eltern können von der Tagespflegeperson Schadenersatz verlangen, wenn diese die Aufsichtspflicht verletzt hat.
Daher ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung der Tagespflegeperson erforderlich.
Es wird geraten, eine Familienhaftpflichtversicherung, in der die Tagespflegetätigkeit aufgenommen ist, abzuschließen; diese schützt die Tagespflegeperson gegen Ansprüche durch die Personensorgeberechtigten. Dieses gilt für Tagespflegepersonen gleichermaßen wie für Kinderfrauen (Betreuung der Kinder im Haushalt der Personensorgeberechtigten).
Verursacht ein betreutes Kind unter 7 Jahren einen Schaden im Haushalt der Tagespflegeperson, ist eine persönliche Haftung des Kindes durch die Eltern nicht möglich. Ab 7 Jahren muss von Fall zu Fall entschieden werden, ob eine Deliktunfähigkeit des Kindes vorliegt. Nur wenn dieses bejaht wird, kommt es zu einer Haftung durch die Eltern des Kindes.

Renten- und Sozialversicherungspflicht

Tagespflegepersonen müssen ihre Tätigkeit bei der „Deutschen Rentenversicherung“, anmelden.
Die Berechnung erfolgt wie bei der Steuer. Bleibt der Gewinn aus der Tagespflegetätigkeit unter 450 €, besteht keine Versicherungspflicht. Bei 450.- € entsteht ein Grundbeitrag in Höhe von 83,70 Euro. Ist der Gewinn höher, entsteht der Grundbeitrag von 83,70 € plus 18,9 % des Beitrages, der 450 € überschreitet. Diese Beträge ändern sich jährlich.

Der Fachdienst Kindertagesbetreuung erstattet die Hälfte der Aufwendungen.

Krankenversicherungspflicht

Ab 01.01.2019 gilt für die Kindertagespflegepersonen die Mindestbemessungsgrundlage für Selbständige in einem Kleingewerbe. Je nach errechnetem Gewinn bzw. Einstufung wird von dem zu zahlenden Beitrag die Hälfte durch den zuständigen Jugendhilfeträger erstattet.

Unfallversicherung

Versicherungsschutz für Tagespflegepersonen:
  • Tagespflegepersonen, die auf Dauer ein oder mehrere Kinder aus nur einer Familie betreuen, sind als Beschäftigte des elterlichen Haushalts bei den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand (Unfallkassen) unfallversichert.
  • Tagespflegepersonen, die regelmäßig Kinder aus verschiedenen Familien betreuen, sind selbständig in der Wohlfahrt tätig und bei der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) gesetzlich unfallversichert (§ 2 Abs. 1 Nr. 9 SGB VII). Sie müssen sich innerhalb einer Woche nach Aufnahme ihrer Tätigkeit bei der BGW anmelden. Eine private Versicherung entbindet nicht von der Unfallversicherungspflicht bei der BGW.

Der Fachdienst Kindertagesbetreuung erstattet den vollen, nachgewiesenen Beitrag zur Unfallversicherung.

Versicherungsschutz für die Kinder in Tagespflege:

  • Kinder in Kindertagespflege stehen seit dem 01.10.2005 unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie durch eine geeignete Tagespflegeperson im Sinne des § 23 SGB VIII betreut werden.
  • Unfallversicherungsschutz besteht dann über die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (Unfallkassen).
  • § 2 Abs. 1 Nr. 8a SGB VII.

Voraussetzungen zur Tagespflegetätigkeit

Die Betreuung von Kindern in der Kindertagespflege ist erlaubnispflichtig. wenn eine Tagespflegeperson mehr als 15 Stunden in der Woche, länger als 3 Monate, gegen Entgelt Kinder außerhalb ihrer Familie betreut.

  • Die Erlaubnis zu Kindertagespflege wird nach einer Eignungsfeststellung durch das zuständige Jugendamt ( schon ab dem 1. Tagespflegekind) ausgestellt.
  • Eine äztliche Bescheinigung über die körperliche, geistige und psychische Gesundheit aller Haushaltsangehörigen und die Belastbarkeit der Tagespflegeperson durch den Hausarzt muss vorliegen.
  • Es wird ein einwandfreies, erweitertes polizeiliches Führungszeugnis aller im Haushalt lebenden Personen über 18 Jahre erwartet

Weiterhin wird benötigt:

  • Nachweis der Schulbildung (mindestens Hauptschulabschluss) oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung
  • Gute deutsche Sprachkenntnisse, für Bewerber mit Migrationshintergrund mindestens B 2
  • Nachweis einer Ausbildung im pädagogischen Bereich

oder

  • Bereitschaft zur Teilnahme an einem Qualifizierungslehrgang mit 160 Stunden Schulungszeit in einem festgelegten Zeitraum und Absolvierung eines Praktikums möglichst bei unter 3-jährigen Kindern
  • Bereitschaft, das Jugendamt über wichtige Ereignisse, die für die Betreuung der Kinder bedeutsam sind, zu unterrichten (Mitwirkungspflicht)
  • Die pädagogischen Kompetenzen werden festgestellt.
  • Bereitschaft zur Teilnahme an regelmäßigen Treffen der Tagespflegepersonen
  • Bereitschaft zur Annahme fachlicher Beratung in allen Bereichen der Tagespflege durch die Fachberatung für Kindertagespflege
  • Überprüfung der Fach- und Sachkompetenz und des sozialen Umfeldes durch die Fachberatung für Kindertagespflege
  • jährliche Hausbesuche der Fachberatung
  • Offenheit und Kooperation mit allen an der Tagespflege beteiligten Personen u.v.m.

Leistungen des Fachdienstes an qualifizierte Tagespflegepersonen

  • erhöhter Stundensatz
  • Rückerstattung hälftiger, nachgewiesener Beiträge zur Rentenversicherung
  • Rückerstattung hälftiger angemessener und nachgewiesener Beiträge zur Krankenversicherung
  • Rückerstattung nachgewiesener Beiträge zur Unfallversicherung an die Berufsgenossenschaft
  • fachliche Begleitung in allen Bereichen der Tagespflege

Zusammenfassung der rechtlichen Voraussetzungen (§ 43 SGB VIII)

  • Es besteht die Notwendigkeit einer Erlaubnis zur Kindertagespflege schon ab dem ersten Tagespflegekind, unabhängig ob privat finanziert oder öffentlich gefördert, wenn die Tagespflegeperson insgesamt mehr als 15 Stunden pro Woche und länger als 3 Monate Kinder betreut.
  • Anforderungen an Persönlichkeit, Sachkompetenz, Kooperationsbereitschaft sowie Verfügbarkeit kindgerechter Räumlichkeiten müssen nachgewiesen werden.
  • Die Eignung muss durch Ausbildung, Teilnahme an qualifizierenden Lehrgängen, Fortbildungen und aktuelle Erfahrung in der Kinderbetreuung nachgewiesen werden.
  • Die Erlaubnis befugt zur Betreuung von max. 5 fremden gleichzeitig anwesenden Kindern. Eine Einschränkung ist möglich und von den Räumlichkeiten sowie den personalen und sachlichen Kompetenzen anhängig. Anträge, die diesen Erfordernissen nicht gerecht werden, müssten abgelehnt werden.
  • Die Erlaubnis wird auf 5 Jahre erteilt und kann mit Auflagen belegt werden. Sie kann auf Antrag verlängert werden, wobei dann die zum Zeitpunkt der erneuten Antragstellung gültigen Eignungsfeststellungskriterien zugrunde gelegt werden.
  • Es besteht die Verpflichtung, das Jugendamt oder dessen Beauftragten über wichtige Ereignisse, die für die Betreuung der Kinder von Bedeutung sind, zu unterrichten. Diese können z. B. sein:
  • Umzug, Änderung der familiären Verhältnisse, Trennung vom Partner
  • Geburt eigener Kinder, Auszug eigener Kinder
  • besondere Auffälligkeiten im Wohnumfeld etc.
  • drohende Kindeswohlgefährdung bzw. sexueller Missbrauch

Folgen der Nichtbeachtung ( §§ 104, 105 SGB VIII):

  • Die Betreuung eines Kindes ohne Pflegeerlaubnis stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis 500,00 € geahndet werden. Entsprechendes gilt, wenn mehr Kinder als in der Erlaubnis festgeschrieben betreut werden.
  • Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe wird bestraft, wer ein Kind ohne Erlaubnis betreut und es dadurch leichtfertig in seiner körperlichen, geistigen oder sittlichen Entwicklung schwer gefährdet
  • die Kindertagespflege ohne Erlaubnis beharrlich wiederholt

Hinweis:
Kinder sind kraft Gesetztes gegen Unfallschäden während der Betreuung durch eine geeignete Tagespflegeperson versichert. Wenn Tagespflegepersonen Kinder ohne Erlaubnis betreuen, müssen sie im Falle eines Unfalls damit rechnen, dass sie im vollen Umfang auch zivilrechtlich haften - und das nicht nur bei grober Fahrlässigkeit.

Formulare