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Heinrich Eggers – Bergstraße 14

Heinrich Eggers wurde am 9. Februar 1896 in Brockhöfe, Kreis Uelzen geboren. 1939 heiratete er Luise Tolle, mit der er einen Sohn, Erwin, hatte. Der Arbeiter Eggers war seit 1927 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands, er gehörte auch der Roten Hilfe und dem Rotfrontkämpferbund an. Seine Frau schrieb nach Kriegsende, dass er als „Antifaschist bekannt“ gewesen sei. Im Juni 1933 wurde Eggers verhaftet und saß in Untersuchungshaft, bis ihm 1934 mit 23 weiteren Angeklagten der Prozess gemacht wurde. Vorgeworfen wurden ihm „Vorbereitung zum Hochverrat“ und die Betätigung im Rotfrontkämpferbund. Eggers wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

Eggers lebte nach seiner Entlassung weiterhin in Celle. Seine letzte Arbeitsstelle hatte er bis 1945 als Kassenbote bei der AOK. Er wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. April 1945 auf der Bahnhofstraße beim Verteilen von Flugblättern, wie es hieß, von einem Nationalsozialisten erschossen. Ein Täter wurde nie ermittelt. Am 12. April marschierten britische Truppen in Celle ein.

Die Witwe Luise Eggers erhielt 1946/47 zunächst noch eine „Sonderfürsorge für politische Häftlinge“. Heinrich Eggers wurde 1949 zwar als Verfolgter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft anerkannt, eine Hinterbliebenenrente für seine Frau wurde aber abgelehnt. Begründet wurde dies damit, zum einen damit, dass Luise Eggers dieser Rente „nicht würdig“ sei: Sie soll ihren ersten Mann bei der NSDAP denunziert haben. Grundlage dafür war das Bundesentschädigungsgesetzt, in dessen § 6 es hieß, dass von der Entschädigung ausgeschlossen ist, wer „der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Vorschub geleistet hat“. Zum anderen wurde die Rente abgelehnt, weil die Ermordung Eggers’ durch einen Nationalsozialisten nicht bewiesen sei.