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Dr. Eva und Dr. Walter Kauffmann – Schackstraße 3

Eva (geb. 13. April 1908 in Celle) war die Tochter von Else und Julius von der Wall (Stolpersteine Mühlenstraße 25). Von der Wall führte eine erfolgreiche Anwaltskanzlei in der Mühlenstraße 25, er war der einzige am Oberlandesgericht Celle zugelassene jüdische Rechtsanwalt. Eva machte in Celle Abitur und studierte anschleißend Deutsch, Englisch und Französisch. Mit einer Dissertation über den französischen Romancier Alain-Fourier promovierte sie im Dezember 1932 an der Universität Hamburg. In diesem Monat heiratete sie auch den Rechtsreferendar Walter Kauffmann (geb. 20. Mai 1909 in Hannover). Das Paar bezog eine Wohnung in der Schackstraße 3. Walter promovierte zwar im April 1933, zur großen juristischen Staatsprüfung wurde er aber nicht zugelassen, weil er Jude war. Kauffmanns wanderten im August 1933 über Paris und London nach Amsterdam aus, wohin 1938 Evas Eltern folgten. In Amsterdam bekamen Eva und Walter eine Tochter.

Was genau Kauffmanns und von der Walls nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen im Jahr 1940 widerfuhr, ist nicht bekannt. Eva und ihre Eltern kamen in Auschwitz ums Leben, Walter Kauffmann in Bergen-Belsen. Die kleine Tochter überlebte versteckt bei Niederländern.