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HÖRBUCH | Dörte Hansen: Altes Land. 2015, 4 CDs, Sprecherin: Hannelore Hooger

Das alte Land, südlich von Hamburg im Frühjahr 1945. Die Bäuerin Ida Eckhoff ist nicht gerade begeistert, als zwei Flüchtlinge aus Ostpreußen bei ihr auf dem Hof auftauchen.
Die stolze ehemalige Gutsbesitzerin Hildegard von Kamcke mit ihrer vierjährigen Tochter Vera hat auf ihrer Flucht viel erlebt und lässt sich nicht einfach unterkriegen. Auch wenn sie als „Polacken“ beschimpft werden und in der „Gesindekammer“ unterkommen. Hildegard nimmt den Kampf mit der „Ureinwohnerin“ auf dem Generationenhof auf. Für die Opferrolle hat sie kein Talent. Sie zieht sogar nach einer standesgemäßen Heirat weiter nach Hamburg und lässt ihr Kind Vera zurück.   

So kommt es, zu dem Schicksal, das Ida Eckhoff nie für möglich gehalten hat: Vera erbt das große Haus, den Apfelhof in sechster Generation.

Sechzig Jahre später nimmt Vera selbst zwei Flüchtlinge auf: Ihre Nichte Anne und deren kleinen Sohn Leon, die aus dem szenigen Hamburg-Ottensen fliehen. Anne will weg von ihrem Partner Christoph, der sie betrogen hat und von ihrem Job in der musikalischen Früherziehungsgruppe „Musimaus“. Fortan werden die beiden Frauen zusammen leben: Vera und Anne – zwei Flüchtlinge und Heimatlose, die langsam beginnen ihr Leben aufzuräumen.

Dieser Familienroman lebt von seinen Figuren: der raubeinigen Zahnärztin und Hofbesitzerin Vera, der gescheiterten Musikerin Anne, ihrer besserwisserischen Mutter Marlene, dem wortkargen Nachbarn Heinrich Lührs oder dem arroganten Hamburger  Burkhard Weißwerth, der das Landleben glorifiziert und sich „erden“ will. Diese starken Charaktere konnten von der Schauspielerin Hannelore Hoger in der gekürzten Lesung nicht besser interpretiert werden. Sie schafft es spielend, diese Personen mit ihrer Stimme lebendig werden zu lassen, auch in perfektem Altländer-Plattdeutsch. Hinzu kommt der bissige Wortwitz, der ihr mühelos gelingt.

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