Seiteninhalt

ROMAN | Katja Kettu: Feuerherz. 2017

Die finnische Autorin Katja Kettu entführt ihre Leser in eine ferne und fremdartige Welt. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, deren Lebensgeschichten im Wechsel erzählt werden. Da ist die Finnin Irga, die 1937 im Alter von 15 Jahren vor ihrem Vater und seinen Anhängern flieht, weil sie von einem russischen Kommunisten schwanger geworden ist. Sie landet in dem Arbeitslager Workuta in der Sowjetunion und muss dort harte Arbeit in einem Bergwerk verrichten. Dort kommt ihr Sohn zur Welt, den sie nach ihrem Vater Henrik benennt.

Die andere Frau heißt Verna und kommt 2015 in das Dorf Lawra, um ihren toten Vater Henrik zu begraben. Aufgenommen wird sie von Elna, einer sehr alten Frau, die in diesem Dorf Lebt. Verna weiß, dass sie eine Großmutter namens Irga hat, die angeblich im Arbeitslager gestorben ist. Von Elna erfährt sie, dass diese zusammen mit Irga in Workuta gewesen ist. Elna weiß mehr über Irga, als sie preisgibt. Es stellt sich die Frage, wer Elna wirklich ist.

Elnas alter Freund Aleksej soll in Workuta Irgas große Liebe gewesen sein. Aus dieser Verbindung ist 1952 Irgas zweiter Sohn Wolodja hervorgegangen, der im Jahr 2015 als Staatschef die Geschicke Russlands lenkt. Wer dieser Mann ist, wird im Roman nicht gesagt, aber der Leser kann es sich denken, wenn er im Literaturverzeichnis liest, dass die Autorin das Buch von Mascha Gessen „Der Mann ohne Gesicht : Wladimir Putin“ zu Rate gezogen hat.

Verna findet ihre Großmutter Irga auf ganz unerwartete Weise. Außerdem gewinnt sie Kostja, der ihr Mann und Liebhaber wird. Zusammen mit Kostja bringt sie Irga, die am Ende ihres Lebens angekommen ist, in ihre Heimat ins Mariland zurück.

Im Roman erfährt man eine Menge über Religion, Sitten und Bräuche der Mari, die ein mit den Finnen verwandtes Volk sind, das im Wolgaknie lebt.

Buch verfügbar?