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ROMAN | Carolin Hagebölling: Der Brief. 2017

Marie ist Journalistin in Hamburg und lebt glücklich mit der erfolgreichen Architektin Johanna zusammen. Eines Tages erhält sie von ihrer ehemaligen Schulfreundin Christine einen Brief, der an eine Adresse in Paris adressiert ist, obwohl Marie in Hamburg lebt. Der Brief handelt von Marie, entspricht aber nicht der Realität. In dem Brief ist Marie mit einem Victor verheiratet, der in Paris eine Galerie besitzt, und Marie leidet unter einem Aneurysma im Gehirn. Marie setzt sich daraufhin mit Christine in Verbindung, die in einem Ort in Niedersachsen lebt, und berichtet ihr von diesem Brief. Christine reagiert entsetzt, weil sie diesen Brief nicht geschrieben hat. Kurz darauf erhält sie selber einen Brief von Marie, der ebenfalls nicht der Wirklichkeit entspricht und nicht von Marie geschrieben wurde. Demnach lebt Christine mit ihrem Mann in Berlin, sie hat außer ihrem Sohn Paul noch eine kleine Tochter namens Amelie. Tatsache ist, dass Amelie nie geboren wurde, weil Christine eine Fehlgeburt hatte.

Beide Frauen wollen nun der Wahrheit auf den Grund gehen. So reist Christine nach Berlin und Marie nach Paris. Beide erleben, dass ihnen die Welt dort sehr vertraut vorkommt. Christine findet sich in Berlin in einem anderen Leben wieder und Marie lernt in Paris Victor und seine Galerie kennen. Sie und Victor fühlen sich zueinander hingezogen. Hier stimmt auch die Geschichte mit Maries Aneurysma.

Zurück in Hamburg merkt Marie, dass sie von Victor ein Kind erwartet. Johanna zieht sich sehr verletzt von Marie zurück, obwohl sie gerne mit ihr zusammen ein Kind aufziehen würde. In der Wohnung ihrer Eltern nimmt Marie den Telefonhörer ab und hört am anderen Ende der Leitung ihre eigene Stimme. Daraufhin wird sie bewusstlos. Als sie aufwacht, befindet sie sich nicht mehr in Hamburg sondern in Paris und Victor sitzt an ihrem Krankenbett, nachdem sie ihr Kind mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat.

Welche der beiden Welten, in denen Marie lebt, die reale ist, bleibt offen. Ein wenig Aufschluss gibt der Brief, den Marie in Paris von Christine erhält, der aber nach Hamburg adressiert ist. Christine hat erkannt, dass es im Leben nicht nur eine Realität gibt sondern auch viele Dinge, die uns umgeben, die wir aber nicht sehen, und viele Möglichkeiten, das Leben zu gestalten.

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