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ROMAN | Stephanie Schuster: Der Augenblick der Zeit. 2018

Die Geschichte beginnt mit einer Auktion in London. Hier will Ina Kosmos ein Frauenporträt ersteigern, das sie in einem Kunstkatalog entdeckt hat. Es soll von einem deutschen Maler am Anfang des 19. Jahrhunderts geschaffen worden sein, doch Ina vermutet, dass es von Leonardo da Vinci um 1493 gemalt wurde, und das will sie beweisen. Leider erhält sie das Bild nicht, weil ein anderer Interessent es ersteigert. Sie kehrt in ihre Heimatstadt München zurück und erfährt, dass ihre Kollegin Doris ihre gemeinsame Galerie verkauft hat, weil diese keine Gewinne mehr einbrachte. So macht sich Ina auf die Suche nach dem Bild und findet es mithilfe ihrer ehemaligen Kunstprofessorin Josefine bei einem Händler wieder, der es ihr verkauft. Ina schaltet mehrere sachverständige Personen ein, um beweisen zu können, dass das Porträt von Leonardo da Vinci stammt.   

Parallel zur Gegenwart, in der Ina lebt, erzählt der Roman die Ereignisse um 1493 in Mailand zur Zeit Leonardo da Vincis. Ein junger Sterndeuter und angehender Arzt namens Tannstetter wird von dem zukünftigen Kaiser Maximilian I. nach Mailand geschickt, um dort die Nichte des Herzogs Ludovico Sforza zu begutachten, welche die Braut von Maximilian werden soll. Tannstetter muss sehr lange warten, bis er Bianca Maria Sforza verschleiert vorgeführt bekommt und von ihr ein Porträt für Maximilian mitnehmen darf. Während dieser Zeit lernt er Leonardo da Vinci kennen. Auch Tannstetter wird in den Bann des Frauenporträts gezogen und möchte sein Geheimnis lüften.

Auf den ersten Blick wundert man sich über die ungewöhnlichen Überschriften der Kapitel wie zum Beispiel „Lampenruß“, „Drachenblut“ und „Caput Mortuum“. Es handelt sich dabei um Farbmischungen, die in der Renaissance beim Malen verwendet wurden.

Die Autorin verknüpft gut recherchierte historische Ereignisse mit den fingierten Lebensgeschichten von Ina Kosmos und Tannstetter. Es werden viele Geheimnisse aufgedeckt aber, ob wirklich Leonardo da Vinci das Porträt gemalt hat, bleibt am Ende offen.       

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