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SACHBUCH | Manuel Möglich: Deutschland überall: eine Suche auf fünf Kontinenten. 2015

Der studierte Medien- und Kulturwissenschaftler Manuel Möglich, der zu den bedeutenden jüngeren Fernsehreportern gehört, befasst sich in dem Buch mit der Frage, welche Spuren die Deutschen in fernen Ländern hinterlassen haben.

Seine Spurensuche beginnt in Namibia, einer ehemaligen Kolonie des deutschen Kaiserreiches. Dort trifft er zwei Namibier, die die deutsche Sprache in der ehemaligen DDR gelernt haben. Er besucht eine Karnevalsfeier in dem Sportklub Windhoek, die allerdings dem Kölner Karneval nur wenig ähnelt.

In Brasilien erlebt er ein, an sein großes Vorbild in München angelehntes, Oktoberfest. Hier lernt er Susan kennen, die gerne Oktoberfestkönigin werden möchte, es aber leider nicht wird.

In Tschechien besucht er den Sudetendeutschen Erwin Scholz, der als Tscheche an seinem Deutschsein festhält, obwohl das nicht gerade vorteilhaft für ihn ist.

Auf Samoa stellt Möglich fest, dass die Deutschen hier etwas angesehener sind als woanders in der Welt. Hier denkt man nicht so sehr an die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts, sondern erinnert sich gerne an den Namen Wilhelm Solf, der in Deutschland nahezu unbekannt ist, aber auf Samoa während der Kolonialzeit viel Gutes getan hat.

In China will Möglich Tsingtao besuchen, eine Hafenmetropole, die von 1898 bis 1914 deutsche Kolonie war. Er kämpft sich durch die chinesische Bürokratie, bis er sein Ziel erreicht. Dort stellt er fest, dass nur noch einige alte Gebäude an die deutsche Kultur erinnern, die heute für die Chinesen lediglich eine exotische Kulisse für Schnappschüsse darstellen. Die deutsche Seele findet man hier nicht mehr.

In Rumänien ist Möglich Gast bei Familie Henning, die zu den wenigen Siebenbürger Sachsen zählt, die hier noch leben. Auf die Frage, warum sie nicht nach Deutschland ausgewandert sind, erhält er die Antwort, dass sie mit ihrem Leben in Rumänien zufrieden sind.

In den USA interviewt Möglich einige Deutschamerikanerinnen und sucht den „Deutschen Liederkranz der Stadt New York“ auf, wo er älteren Deutschamerikanern beim Singen von deutschen Liedern zuhört.

Die Spurensuche hat sich für Möglich gelohnt. Er hat dadurch nicht nur andere Länder sondern auch sein Deutschland besser kennen gelernt.

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