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SACHBUCH | Maria Toorpakai, Katharine Holstein: Das verborgene Mädchen: wie ich mich als Junge ausgab, um der Unterdrückung der Taliban zu entgehen. 2016

Maria Toorpakai schreibt in diesem Buch über ihr Leben, das in einem kleinen Dorf in Pakistan nahe der Grenze zu Afghanistan beginnt. Sie hat eine enge Bindung an ihre Eltern, ihre drei Brüder und ihre Schwester Ayesha. Ihr Vater ist Lehrer und ihre Mutter unterrichtet pakistanische Mädchen, die ansonsten kaum Chancen auf Bildung haben. Auch für ihre eigenen Kinder wünschen sich die Eltern mehr Freiheit, die in den islamischen Ländern sehr eingeschränkt ist.

Im Alter von vier Jahren legt Maria ihre Mädchenkleidung ab, schneidet sich die Haare kurz und trägt fortan die Kleidung ihres Bruders. Ihre Familie akzeptiert das. Ihr Vater gibt ihr den Namen „Dschingis Khan“. Sie führt nun das Leben eines Jungen, weil es ihr die bestmögliche Freiheit bietet. Die Jungen auf der Straße sehen in ihr einen Kameraden, mit dem sie Fußball spielen, Wettrennen und Ringkämpfe veranstalten. Schon bald übertrifft Maria die Jungen an Schnelligkeit und Stärke. Mit zwölf Jahren wird sie unter den Jungen pakistanischer Jugendmeister im Gewichtheben. Ihre Leidenschaft wird das Squashspiel. Zunächst geht sie mit ihrem älteren Bruder zum Training, der darauf achtet, dass ihre Tarnung als Junge nicht auffliegt. Aber die Pubertät zwingt sie dazu, sich von Dschingis wieder in Maria zu verwandeln und mit den Mädchen zu trainieren.

Inzwischen wird der Druck, den die Taliban auf die Bevölkerung Afghanistans und Pakistans ausüben, immer stärker. Maria kann nur noch mithilfe ihres Bruders und im Auto versteckt zu ihren Trainingsstunden gelangen. Die Taliban sprechen Morddrohungen gegen sie aus. Schließlich lebt sie versteckt bei ihrer Familie in einem Zimmer, wo sie verzweifelt den Squashball gegen eine Wand schmettert.

Da die pakistanische Regierung erfolgreiche Sportlerinnen unterstützt, darf Maria eines Tages nach Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur fliegen und an einem Turnier teilnehmen. Als sie dort ankommt, wird sie vom Denguefieber befallen und überlebt nur knapp diese Erkrankung.

Marias Rettung ist die Kontaktaufnahme zu dem bekannten Trainer Jonathan Power in Kanada. Heute lebt Maria in Toronto und zählt zu den besten Squashspielerinnen der Welt. Neben dem Sport hat sie auch die Malerei für sich entdeckt. Ihre Schwester Ayesha setzt sich in Pakistan als Politikerin für die Rechte der Frauen ein.

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