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01.04.2021

ROMAN | Sarah Leipciger: Das Geschenk des Lebens. 2020

Kennen Sie eine Puppe mit dem Namen „Resusci Anne“? Wenn Sie irgendwann einmal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, dann ist sie Ihnen bekannt. Der Roman erzählt die Geschichte dieser Puppe anhand von drei Schicksalen.

Es beginnt mit einer unbekannten jungen Frau, die 1899 in Paris in der Seine ertrinkt. Sie wird schnell geborgen und ihr Gesicht ist noch so makellos, dass man davon eine Maske anfertigt, die erst vergessen wird, aber dann von Künstlern entdeckt und vervielfältigt in der ganzen Welt verkauft wird.

Das zweite Schicksal ist das des Norwegers Pieter, ein Spielzeugmacher in der Zeit von 1921 bis 1960. Er erleidet den Tod seines kleinen Sohnes, der beim Spielen im Meer ertrinkt. Pieter wird von Wissenschaftlern gebeten, eine Puppe für die Mund-zu-Mund-Beatmung zu entwickeln. Bei der Suche nach einem Modell stößt er auf die Maske der Unbekannten, die im Wohnzimmer seiner Großeltern hängt.

Daneben wird die Geschichte von Anouk erzählt zwischen 1987 und 2018 in Kanada. Die unter Mukoviszidose leidende Anouk erhält eine neue Lunge und überlebt.

Am Ende des Romans schließt sich der Kreis. Camille Debord, die Tochter der Unbekannten, die ihre Mutter nie kannte, besucht 1967 einen Erste-Hilfe-Kurs und küsst die Puppe nicht ahnend, dass sie das Gesicht ihrer Mutter berührt.

Spannend, kunstvoll und anrührend erzählt Sarah Leipciger und nimmt ihre Leser*innen mit auf eine Entdeckungsreise, die nicht nur fiktive, sondern auch wahre Elemente enthält.