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18.12.2014

Pflegebrief ist erschienen

Pflege aufwerten und Öffentlichkeit schaffen! Unter dem Motto „Impulse für Pflege“ haben fünfzehn Organisationen aus Stadt und Landkreis Celle einen „Pflegebrief für den Raum Celle“ erarbeitet. Die Broschüre bietet Einblicke in den Alltag pflegender An-gehöriger und beruflich mit Pflege befasster Frauen und Männer.

„Der Pflegebrief ist ein Spiegelbild der Tatsache, dass Frauen durch Pflege, Hausarbeit und Beruf mehrfachbelastet sind und dass die Zahl der männlichen Ausbildungsanfänger in den Pflegeberufen auf 21 Prozent gestiegen ist. Doch erst wenn die Verantwortung der Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern geteilt wird, ist ein großer Schritt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit getan.“ sagt die städtische Gleichstellungsbeauftragte, Rosemarie Lüters.

Die Geschichten des „Pflegebriefes“ beleuchten Etappen im Lebenslauf und bieten Einblick in die komplexen alltäglichen (und „allnächtlichen“ zitiert nach Dorothy Smith) pflegerischen Arbeitsabläufe von Frauen und anteilig weniger Männer. Berichte aus dem Frauenalltag handeln vom Neustart nach der Trennung, von Erfahrungen einer alleinerziehenden Mutter im Altenpflegeberuf, von der Mehrfachbelastung durch häusliche Pflege in der Partnerschaft, Kindererziehung und Berufstätigkeit sowie von ehrenamtlicher nachbarschaftlicher Hilfe. Anregungen für junge und erfahrene Männer sind auf den Seiten 5,8 und 9 unter den Stichworten „Menschlichkeit“ und „ganzheitliche Pflege“ zu finden. Für junge Väter sind besonders die Kapitel zur Vereinbarkeit zu empfehlen.

Pflegende und Pflegefachkräfte erhalten Impulse zu Integrationsfragen (S.4 und S.5), zu den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf (S.3 und S.7) sowie zu Beratungsangeboten im Raum Celle (S.6 und S.12). Der Bericht zur Multiprofessionalität zeigt Wege der Neuorientierung (S.8). Ein Interview zur ganzheitlichen Pflege bietet Einblick in aktuelle Diskussionen (S.9). Kritische Statements zur Umsetzung der Pflegereform (S.7 und S.10) klären über Risiken und Entlastungsmöglichkeiten in der aktuellen Gesetzgebung auf.

Inwieweit das anspruchsvolle, wenig Prestige einbringende Arbeitsfeld längerfristig für Männer attraktiv ist, bleibt abzuwarten. In dem Pflegebrief wird der Zusammenhang zwischen Erwerbs-, Sorge- und Freiwilligenarbeit sichtbar. Insofern schließt der Brief mit einer langfristig denkbaren Perspektive für mehr Gleichstellung (S.11).

Das Projekt wurde in den Jahren 2013 und 2014 vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Nach der Auftaktveranstaltung vom 05.11.2013 (mit Vortrag von Professorin Barbara Hellige und mit Ideenwerkstatt; die hiesigen Medien berichteten) entstand die Idee zu dem „Pflegebrief“. Die zwölfseitige Broschüre ist im Jahr 2014 in Kooperation mit Fachdiensten der Stadt Celle, dem Landkreis Celle, der Koordinierungsstelle für Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle sowie der Agentur für Arbeit Celle sowie unter großer Beteiligung ortsansässiger Organisationen aus Stadt und Landkreis Celle erarbeitet worden (siehe Seite eins des „Pflegebriefes“).

Verbreitet wird der „Pflegebrief“ per E-Mail und in gedruckter Form über die beteiligten Organisationen. Interessierte wenden sich bitte an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle, Rosemarie Lüters, Tel. 05141 12 568, Rosemarie.Lueters@Celle.de.

Autor/in: Rosemarie Lüters / Gleichstellungsbeauftragte / Tel. 12 568