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Denkmalschutz und Denkmalpflege

In dem reichen Schatz von historischen Gebäuden ist viel über unsere Kultur abzulesen. Gebäude, die in besonderer Weise etwas über unsere Traditionen aussagen, sollen im Interesse der Öffentlichkeit auf Dauer erhalten werden. Dies gilt in ähnlicher Form auch für historische Parkanlagen (Gartendenkmale) und für archäologische Funde (Bodendenkmale). Diese besonderen Zeugnisse unserer Kultur wurden und werden daher als Kulturdenkmale unter Schutz gestellt.
Denkmalgeschützte Gebäude sind entsprechend dieser Bedeutung sowohl in ihrem Erscheinungsbild als auch in ihrer Substanz zu erhalten. Letztere ist ein unwiederbringliches materielles Zeugnis und sagt viel über die historischen Bauweisen, die Herstellung, die Bearbeitungstechniken bis hin zum Selbstverständnis des Bauherrn oder der Bauherrin.

In Celle war man sich der Bedeutung des bauliches Erbes sehr früh bewusst. Daher hatte die Stadt bereits 1908 ein Ortstatut, nach dem in der gesamten Altstadt bauliche Änderungen, Fassadenanstriche sowie Reklame genehmigt werden mussten. Weitere Schutzvorschriften wurden vom Rat der Stadt in den Folgejahren erlassen. Als Ergebnis dieser Bemühungen wurde die Stadt Celle 1978 mit ihrem Beitrag „Altstadt Celle“ zum Landeswettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“ für besondere Leistungen ausgezeichnet.
Das im selben Jahr eingeführte und in überarbeiteter Form noch heute gültige Niedersächsische Denkmalschutzgesetz beschreibt, was zum Schutz der Kulturdenkmale zu tun ist. Für denkmalgeschützte Gebäude wurde festgelegt, dass diese zu erhalten und zu schützen sind und dass Instandhaltungs- und Baumaßnahmen genehmigungspflichtig sind. Darüber hinaus sagt das Denkmalschutzgesetz auch, dass für Baudenkmale eine Nutzung anzustreben ist, die ihre Erhaltung auf Dauer gewährleistet. Die Denkmalschutzbehörde unterstützt die Eigentümer hierbei.
Bei allen Planungen rund um denkmalgeschützte Gebäude empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt mit der Denkmalschutzbehörde aufzunehmen, um die Weichen für gleichermaßen denkmal- und nutzungsgerechte Lösungen zu stellen.
Welches Gebäude ein Denkmal ist, erfahren Sie bei der Denkmalbehörde der Stadt Celle. Hier können Sie auch eine kurze Beschreibung erhalten, warum ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde und was das Besondere an dem Gebäude ist.

Aufgaben und Zuständigkeiten der Denkmalbehörde

Der Fachdienst 'Bauen und Denkmalpflege' der Stadt Celle nimmt als 'Untere Denkmalschutzbehörde' die Belange des Denkmalschutzes für die Bau- und Gartendenkmale im Stadtgebiet war. Für die Denkmale im Landkreis Celle ist die Denkmalschutzbehörde des Landkreises zuständig.

Die Abteilung Denkmalpflege der Stadt Celle befasst sich mit allen Maßnahmen an (und in der Umgebung von) Denkmalen, die vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege unter Schutz gestellt wurden. Die Denkmalpflege arbeitet eng mit der ebenfalls zum Fachdienst gehördenden Bauaufsicht zusammen, sodaß die unterschiedlichen Aspekte von Baumaßnahmen innerhalb des Fachdienstes abgestimmt werden.

Im Einzelnen ist die Denkmalbehörde der Stadt Celle für folgende Belange zuständig:

  • Auskünfte zum Denkmalverzeichnis der Stadt Celle (das vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover geführt wird)
  • Fachliche Beratung zu Instandsetzungs-, Sanierungs- und Umbauvorhaben an und in Baudenkmalen
  • Beratungen zum Genehmigungsverfahren und zur steuerlichen Bescheinigungsfähigkeit
  • Erteilung von denkmalrechtlichen Genehmigungen
  • Erteilung von Steuerbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt
  • Erteilung von denkmalrechtlichen Genehmigungen bei archäologischen Ausgrabungen
  • Überwachung der Gestaltungssatzung Altstadt Celle
  • Genehmigung und Überwachung von Werbeanlagen 
  • Beratung in Belangen der Stadtbildpflege


Alle Dienstleistungen der Denkmalschutzbehörde sind kostenlos. Ausnahme sind Steuerbescheinigungen und Ordnungswidrigkeiten.

Für die Denkmalbewertung und die Denkmalerfassung sowie die Führung des Verzeichnisses der Kulturdenkmale (Denkmalliste) der Stadt Celle ist das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege in Hannover zuständig.
Zu dessen Aufgaben gehört auch die fachliche Beratung in Spezialfragen der Denkmalpflege, der Restaurierung und die Archäologie/Bodendenkmalpflege.

Hinweise zur denkmalrechtlichen Genehmigung

Denkmalrechtliche Genehmigungspflicht

Der Gesetzgeber sieht vor, dass für alle Arten von Maßnahmen an oder in Kulturdenkmalen vor Beginn eine denkmalrechtliche Genehmigung eingeholt werden muss.
Genehmigungspflicht besteht gem. § 10 Abs. 1 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes (NDSchG) für denjenigen, der ein Kulturdenkmal zerstören, verändern, instandsetzen oder wiederherstellen will. Außerdem muss derjenige eine Genehmigung einholen, der ein Kulturdenkmal versetzen oder mit Aufschriften bzw. Werbeeinrichtungen versehen oder eine Nutzungsänderung vornehmen will.
Und schließlich sind Neubauten, Abrisse oder Veränderungen in der Umgebung von Kulturdenkmalen genehmigungspflichtig, wenn sie das Erscheinungsbild des
Kulturdenkmals beeinflussen. Die Genehmigungspflicht besteht auch, wenn es nachher genauso aussehen soll wie vorher. Sie dient dazu, den Mitarbeitern der Denkmalbehörde die Gelegenheit zur Beurteilung des Vorzustandes und die Möglichkeit zur denkmalfachlichen Einflussnahme auf die geplante Maßnahme zu geben.

Bitte nehmen Sie lieber einmal mehr als zu wenig Kontakt mit uns auf. Wir bemühen uns um rasche Klärung der Frage, in wiefern Ihre Planungen denkmalrechtlich
genehmigungspflichtig sind.

Genehmigungsverfahren

Formell muss ein Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung gestellt werden. In der Regel empfiehlt sich schon vor der Antragstellung eine Kontaktaufnahme mit der
Denkmalbehörde, um die Planung abzustimmen und ein zügiges Verfahren zu gewährleisten. Bitte kontaktieren Sie uns also frühzeitig, damit wir bei einem Ortstermin
und/oder im Büro Ihr Vorhaben erörtern können.
Im Sanierungsgebiet "Altstadt Celle" ist zusätzlich zu einer Baugenehmigung oder denkmalrechtlichen Genehmigung stets eine Sanierungsgenehmigung erforderlich. Weitere Informationen zum Sanierungsgebiet finden Sie auf der Seite Sanierung Altstadt.
Beratungen und Genehmigungen durch die Denkmalbehörde sind kostenfrei.

Steuererleichterungen und Zuschüsse

Steuererleichterungen

Nach Abschluss der genehmigten Arbeiten können Sie bei uns eine Steuerbescheinigung beantragen. Grundsätzlich kann für Maßnahmen, die nach Art und Umfang erforderlich sind, um ein Gebäude als Baudenkmal zu erhalten, eine erhöhte steuerliche Abschreibung in Anspruch genommen werden. Rechtsgrundlage sind die §§ 7i, 10f, 11b Einkommensteuergesetz (EStG).
Den erforderlichen „Antrag auf Ausstellung einer Steuerbescheinigung“ erhalten Sie bei der Denkmalbehörde der Stadt Celle. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, füllen Sie den Antrag aus und senden uns diesen mit den Originalrechnungen zu. Nach Prüfung erhalten Sie dann von uns die gewünschte Steuerbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt. Steuerbescheinigungen sind gebührenpflichtig.

Im Rahmen der vorherigen Abstimmungen und des Genehmigungsvorgangs muss auch bereits die Frage der steuerlichen Bescheinigungsfähigkeit der geplanten Maßnahmen geklärt werden. Eine nachträgliche Abstimmung dieser Frage ist rechtlich nicht möglich und kann dazu führen, dass für Kostenaufwändungen (auch denkmalgerechte Arbeiten) keine Steuerbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt ausgestellt werden kann.
Weitere Informationen zum Thema „Steuererleichterungen für Baudenkmale“ können Sie einer allgemeinen Information aus dem Kursbuch Denkmalschutz entnehmen. Dort finden Sie neben den Hinweisen zur Sonderabschreibung im Rahmen der Einkommensteuer auch Hinweise zu Vergünstigungen bei der Vermögenssteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer und zum Erlaß der Grundsteuer. Zu den Besonderheiten des Erlasses der Grundsteuer beachten Sie den Leitfaden der Interessengemeinschaft Bauernhaus (www.igbauernhaus.de).
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Fachinformation für Steuerberater.

Zuschüsse

Im Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz (NDSchG) hat sich das Land Niedersachsen dazu verpflichtet, zu den Kosten der Erhaltung und Instandsetzung von Kulturdenkmalen beizutragen, aber diese Selbstverpflichtung gleichzeitig eingeschränkt mit dem Zusatz „(…) nach Maßgabe der im Haushaltsplan bereitgestellten Mittel“.
Leider reichen die zur Verfügung stehenden Landesmittel bei weitem nicht aus, um der Vielzahl der Kulturdenkmale in Niedersachsen zugute zu kommen. Die Landesmittel werden vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) zugeteilt für besonders bedeutende Kulturdenkmale und für im Sinne der Denkmalpflege besonders vorbildliche Maßnahmen. Anträge werden – zusammen mit einem Maßnahmenkonzept mit Kosten und
Zeitplan – über die städtische Denkmalbehörde an das NLD gerichtet. Zu beachten ist, dass der Maßnahmenbeginn nicht vor der Mittelbewilligung liegen darf. Städtische Zuschussmittel für die Erhaltung und Instandsetzung der Kulturdenkmale in Celle sind leider nicht vorhanden.
Seit Ende 2010 ist die Celler Altstadt ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet, in dem Fördermittel aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ für bestimmte private Baumaßnahmen vergeben werden können. Die Umgrenzung des Fördergebietes, die Förderrichtlinie und weitere Informationen erfahren Sie auf der Internetseite der städtischen Sanierungsstelle.

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