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07.09.2021

Stadt sichert sich kulturelles Kleinod - Bomann-Museum und Arno Schmidt Stiftung schließen Kooperationsvertrag

CELLE. „Kulturpolitische Akzente zu setzen, auch das gehört für mich zum Portfolio einer familienfreundlichen Stadt“, betont Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. „Und dazu ist uns jetzt ein wirklich großer Coup gelungen. Ich freue mich, dass wir künftig mit der Arno Schmidt Stiftung bei der musealen Betreuung der Arno-Schmidt-Gedächtnisstätte in Bargfeld zusammenarbeiten werden.“ Der entsprechende Kooperationsvertrag wurde jüngst zwischen der Gesellschaft zur Unterhaltung des Bomann-Museums, vertreten durch den OB, und dem Vorsitzenden der Arno Schmidt Stiftung, Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, geschlossen. „Dass wir fortan dieses vielbeachtete und von Literaturkennern zurecht in Deutschland einzigartig bezeichnete Ensemble in unserer Obhut wissen, zeigt einmal mehr, welch hohen Stellenwert wir der Kultur in unserer Stadt beimessen“, so Nigge.

Stiftung Alleinerbin des Nachlasses

Arno Schmidt nahm im Jahr 1958, zusammen mit seiner Frau Alice Wohnsitz in der Gemeinde Bargfeld, wo er die letzten 20 Jahre seines Lebens verbrachte. 1982 gründeten seine Witwe und Jan Philipp Reemtsma die Arno Schmidt Stiftung, die sich seitdem um die Aufbereitung, Verwaltung und Veröffentlichung des literarischen Nachlasses kümmert. Seit dem Tod Alice Schmidts ist die Stiftung Alleinerbin der Rechte am Gesamtwerk. Sie befasst sich seit rund 40 Jahren mit der Aufbereitung, Verwaltung und Veröffentlichung des literarischen Nachlasses des Autors.

Nigge: „Kulturhistorische Bedeutung einzigartig“

Da die editorische und wissenschaftliche Arbeit der Stiftung an seinem Oeuvre in den nächsten 10 bis 15 Jahren beendet sein wird, geht es um die langfristige Sicherung des Satzungszwecks der Betreuung und Pflege des Dichterhauses, des Grundstücks mit dem Grab Arno Schmidts. An dieser Stelle kommt nun die Stadt Celle mit dem Bomann Museum ins Spiel. „Die kulturhistorische Bedeutung der Gedenkstätte ist einzigartig“, betont OB Nigge. „Mit dem versierten Personal unseres Bomann Museums ist sichergestellt, dieses Erbe fachkompetent für die Nachwelt und weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.“ Der Schritt ist nur folgerichtig, denn es besteht bereits eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Celler Kultureinrichtung und der Stiftung. So zeigte die Stiftung 2014 im Bomann-Museum anlässlich des 100. Geburtstages von Arno Schmidt die große Sonderausstellung „Arno Schmidt 100“.

Vertrag bereits im März geschlossen

So wurde im März zwischen beiden Parteien der eingangs erwähnte Kooperationsvertrag geschlossen. Die Absichtserklärung beinhaltet, dass sobald die editorische und wissen-schaftliche Arbeit der Stiftung am Werk des Schriftstellers abgeschlossen ist, das Bomann-Museum in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung die museale Betreuung der Arno Schmidt Gedenkstätte in Bargfeld, das Wohnhaus des Autors und seiner Frau, sowie Grab und Archivgebäude als Außenstelle übernimmt. Auch die konservatorische und restauratorische Pflege des Gebäudes und des Inventars wird dann vom Celler Museum geleistet. Sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit dem Betreiben der Gedenkstätte entstehen, werden weiterhin von der Stiftung übernommen.

Reemtsma: „Gründungszweck langfristig gesichert.“

„Die Arno Schmidt Stiftung wurde von Alice Schmidt und mir gegründet, um das Werk des Autors zu edieren und dafür zu sorgen, dass es verlegerisch angemessen betreut wird, den Nachlass zu sichern und der Forschung zur Verfügung zu stellen und den Ort, an dem er in seinen letzten Jahren gelebt und gearbeitet hat, und an dem er auch begraben liegt, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Die langfristige Sicherung dieses letzten Gründungszwecks der Stiftung ist nun durch die Kooperation mit dem Bomann Museum und der Stadt Celle gesichert. Das ist ein Grund zur Freude“, sagt Jan Philipp Reemtsma.

Ausstellung Bomann-Museum zum Jahreswechsel

Sichtbar wird das Celler Engagement einmal mehr zum Jahreswechsel 2021/2022. „Dann präsentieren wir im Bomann-Museum eine gemeinsam mit der Stiftung kuratierte Ausstellung, die den textilen Nachlass von Arno und Alice Schmidt als ein zeitgeschichtliches Dokument in den Mittelpunkt rückt. Der Nachlass enthält Kleidungsstücke, die in anderen Haushalten weggeworfen und ersetzt worden sind – hier findet sich eine illustrative Archäologie der 50-er, 60-er und 70-er Jahre“, weiß Hilke Langhammer aus dem Museum zu be-richten.

Quelle: Pressestelle