Beschlussvorlage - BV/0084/05
Grunddaten
- Betreff:
-
Ausländeranteil in Kindertagesstätten und Schulen ausgleichenAntrag Nr. 16/2005 der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Celle
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 40 Schulen
- Zuständigkeit:
- (Gonell)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Schulausschuss
|
Vorberatung
|
|
|
|
16.06.2005
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
Vorberatung
|
|
|
|
31.08.2005
|
Beschlussvorschlag
Der im Antrag
vorgesehene Ausgleich des Ausländeranteils in Kita und Schule ist mit den
beschriebenen Varianten nicht zu erzielen. Es wird daher vorgeschlagen, die
bereits bestehenden Methoden und Instrumente zu einer Integrationsförderung
innerhalb der Kinder-tagesstätten und Grundschulen noch besser zu verzahnen.
Hier käme zum Beispiel eine gemeinsame Behandlung dieser Fragen im Rahmen des
Arbeitskreises Kita und Grundschule in Betracht.
Sachverhalt:
Auf Grundlage des Antrages der
SPD-Fraktion vom 14.03.2005 wurden mit den Schulleitern und der Schulleiterin
der GHS Altstadt, GHS Neustadt und GS Waldweg über die Umsetzungsmöglichkeiten
gesprochen. An diesen drei Grundschulen ist derzeit der Ausländeranteil am
höchsten.
Zu den Positionen im Antrag ergeben
sich danach folgende Zahlen bzw. Schlussfolgerungen:
Zu Punkt 1: Nachstehend die in den
Schulen bereits vorliegenden, mitgeteilten Schülerzahlen in den einzelnen
Klassenstufen an der GHS Altstadt, GHS Neustadt und GS Waldweg .
|
GHS Altstadt |
Schüler/-innen pro Klasse |
davon Ausländer |
Ausländer in % |
Deutsche mit Migrations-hinter- grund |
Deutsche mit Migrations-hinter- grund in % |
Migranten- kinder gesamt |
Migranten- kinder gesamt in % |
|
Klasse 1 |
19 |
6 |
31,6 |
2 |
10,5 |
8 |
42,1 |
|
Klasse 2 |
18 |
2 |
11,1 |
3 |
16,7 |
5 |
27,8 |
|
Klasse 3 |
26 |
6 |
23,1 |
1 |
3,8 |
7 |
26,9 |
|
Klasse 4 |
16 |
5 |
31,3 |
1 |
6,3 |
6 |
37,5 |
|
Gesamt |
79 |
19 |
24,1 |
7 |
8,9 |
26 |
32,9 |
|
GHS Neustadt |
Schüler/-innen pro Klasse |
davon Ausländer |
Ausländer in % |
Deutsche mit Migrations-hinter- grund |
Deutsche mit Migrations-hinter- grund in % |
Migranten-kinder gesamt |
Migranten-kinder gesamt in % |
|
Klasse 1 |
30 |
4 |
13,3 |
9 |
30,0 |
13 |
43,3 |
|
Klasse 2 |
40 |
6 |
15,0 |
4 |
10,0 |
10 |
25,0 |
|
Klasse 3 |
34 |
5 |
14,7 |
8 |
23,5 |
13 |
38,2 |
|
Klasse 4 |
25 |
8 |
32,0 |
5 |
20,0 |
13 |
52,0 |
|
Gesamt |
129 |
23 |
17,8 |
26 |
20,2 |
49 |
38,0 |
|
GS Waldweg |
Schüler/-innen
pro
Klasse |
davon Ausländer |
Ausländer in % |
Deutsche mit Migrations-hinter- grund |
Deutsche mit Migrations-hinter- grund in Prozent |
Migranten-kinder gesamt |
Migranten-kinder gesamt in % |
|
Klasse 1 |
64 |
5 |
7,8 |
15 |
23,4 |
20 |
31,3 |
|
Klasse 2 |
49 |
11 |
22,4 |
7 |
14,3 |
18 |
36,7 |
|
Klasse 3 |
62 |
13 |
21,0 |
7 |
11,3 |
20 |
32,3 |
|
Klasse 4 |
56 |
7 |
12,5 |
7 |
12,5 |
14 |
25,0 |
|
Gesamt |
231 |
36 |
15,6 |
36 |
15,6 |
72 |
31,2 |
Zu Punkt 2 bis 5:
Im Rahmen der Erörterung mit den
Schulleitungen wurden die nachstehenden Punkte
als Hauptprobleme bei der praktischen Umsetzung des Antrages angesehen:
·
Sofern
Kinder an andere Schulen wechseln, um die Quote einzuhalten, müssten unter
Umständen im Gegenzug an die abgebende Schule Kinder zurückgegeben werden, z.B.
bei einzügigen Jahrgangsstufen, um den Bestand der abgebenden Schule nicht zu
gefährden. Es muss mit erheblichen Protesten und Klagen der Eltern gerechnet
werden.
·
Für
die Kinder, die in weiter von Ihrem Wohngebiet entfernte Schulen versetzt
werden, muss mit erheblichen Fahrtkosten gerechnet werden. Von dem in der
Grundschule geltenden Grundsatz kurze
Beine, kurze Wege müsste abgewichen werden. Der Schulbesuch in Wohnortnähe ist
zudem auch für soziale Kontakte der Kinder am Nachmittag wichtig.
·
Die
Entscheidung über die Klassenbildung liegt in der Zuständigkeit der
Schulleiterinnen und Schulleiter (§ 33 Nds. Schulgesetz). Im Übrigen wird bei
der Klassenbildung bei Mehrzügigkeit bereits auf eine angemessene Verteilung
der Kinder mit Migrationshintergrund geachtet.
Unklar ist außerdem, wie
die Kinder ausgewählt werden sollen (z.B. auf freiwilliger Basis,
Losverfahren). Sollen Geschwisterkinder
ggf. getrennte Schulen besuchen? Es wäre mit einer hohen Belastung für die
Schulen bei der Organisation der Verteilung der betroffenen Schüler zu rechnen.
·
Darüber
hinaus ist anzumerken, dass an den Celler Schulen mit hohem Anteil an Kindern
mit Migrationshintergrund bereits ein besonderes Fachwissen erarbeitet wurde,
welches an anderen Grundschulen so nicht überall zur Verfügung steht.
·
Die
Umverteilung von Schülerinnen und Schülern in Schulen anderer
Schuleinzugsbereiche stößt auch auf rechtliche Probleme. Der im Antrag angeführte
Wechsel an andere Schulen ist im Wege einer individuellen Ausnahmeregelung gem.
§ 63 Nds. Schulgesetz nicht möglich, da die Zugehörigkeit zu einer bestimmten
Bevölkerungsgruppe nicht zu den Ausnahmetatbeständen gehört.
Eine Steuerung der
Schülerströme über Änderungen der Schuleinzugsbereiche ist in der vorliegenden
Fallkonstellation nicht praktikabel vorstellbar. Hierzu müssten die
Schuleinzugsbereiche den jeweiligen Wohnverhältnissen der Bevölkerung mit
Migrationshintergrund angepasst werden. Eine bunte Stadtkarte wäre die Folge,
z.B. weil einzelne Strassen anderen Schuleinzugsbereichen zuzuordnen wären. So
könnte ein Umzug einer Großfamilie in einen anderen Stadtteil bereits zu einer
Abänderung von Einzugsbereichen zwingen. Denkbar wäre auch ein mehrfacher
Schulwechsel für ein Kind innerhalb der Grundschulzeit, je nach dem, wie die
jeweiligen Jahrgangsstufen prozentual mit Migrantenkindern ausgestattet sind.
·
Die
Übertragung der Aufteilungsquote auf die Kindertagesstätten ist aufgrund
fehlender Einflussnahmemöglichkeiten auf die Eltern der Kindergartenkinder
nicht praktisch durchführbar. Auch wird in den Kitas mit hohem Migrantenanteil
bereits über Förderprogramme und Schulung der Mitarbeiterinnen versucht, eine
Ausgleichsfunktion bzw. Integrationsbemühungen zu erzielen bzw. zu
verstärken.
Weitere Gesichtspunkte sollen unter
Beteiligung der genannten Schulen im Rahmen der Ausschussberatungen erörtert
werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,2 MB
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2
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894 kB
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3
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(wie Dokument)
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897,6 kB
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4
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(wie Dokument)
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804,3 kB
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