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CELLER LOCH (UA)

Celler Loch? War das nicht dieser merkwürdige Skandal Ende der 70iger? Aber wer kennt die Story jener geheimdienstlichen Realsatire mit all ihren Details wirklich, die in der Nacht zum 25. Juli 1978 ein Loch in die Mauer der Celler Justizvollzugsanstalt sprengte? Produzent dieses Bomben-Schauspiels war der Niedersächsische Verfassungsschutz, unter tätiger Mithilfe der Anti-Terror-Einheit GSG9. Der Sachschaden hielt sich in Grenzen - doch die Enttarnung sprengte Jahre später ein großes Loch ins Staatsvertrauen. Erst ließen fake news die Öffentlichkeit glauben, Terroristen wollten einen in Celle inhaftierten Terroristen befreien. Tatsächlich lief die Story aber ganz anders: Der Staat hatte Häftlinge als V-Leute engagiert, um diese »Spielertruppe« in terroristische Kreise einzuschleusen. Doch dazu musste ihnen erst ein »glaubwürdiges Rollenprofil« verschafft werden. Es wurden die Aktionen »Neuland« und »Feuerzauber« produziert und angetäuschte Straftaten in Szene gesetzt. Was als Filmdrehbuch für die Blues Brothers sicherlich durchgegangen wäre, fand als Realsatire aber nur geteilten Beifall. Denn ein Journalist enttarnte dieses Theater, ein Untersuchungsausschuss im Landtag rekonstruierte den Irrsinn und warf die bis heute brisante Frage auf, wie es sein kann, dass V-Leute zu Straftaten anstiften und damit selber Nachrichten produzieren. Zumal diese V-Leute während ihres nachrichtendienstlichen Engagements noch das ein oder andere Ding drehten, was die Verfassungsschützer zusätzlich ins Schwitzen brachte ...

20.04.2019
Schlosstheater
Intendant: Andreas Döring
Schloßplatz 1
29221 Celle
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Hinweis: Vorsitzender: Dr. Thomas Knoke, Geschäftsführer: Stephan Bruhn
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