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19.10.2012

Naturschutzgebiet Breites Moor

Naturschutzmaßnahme im Naturschutzgebiet (NSG) „Breites Moor“ - Entladung eines alten Torfstiches

Die Naturschutzbehörde der Stadt Celle hat kürzlich im Breiten Moor, bei Hornshof, einen Torfstich wieder entlanden lassen: Zu diesem Zweck ist ein Stillgewässer im Moorkörper ver­größert worden. Damit sollte gezielt wieder eine größere offene Wasserfläche im Moor ge­schaffen werden, die vielen darauf angewiesenen Pflanzen- und Tierarten Lebens­mög­lich­keiten bietet.

In diesen offenen Wasserflächen in Heidemooren - wie dem Breiten Moor - leben unter an­derem verschiedenste Larven von Libellenarten. Eine Rarität im Breiten Moor ist die Große Moosjungfer. Die Art wird auf der Roten Liste Niedersachsens als stark gefährdet geführt. Be­vorzugte Entwicklungsgewässer dieser Liebellenart sind besonnte, fischfreie und eher nähr­stoffarme Stillgewässer, insbesondere in Moorgebieten. Die Weibchen werfen ihre Eier auf die Wasseroberfläche, wie viele andere Libellenarten auch. Aus den Eiern entwickeln sich dann die Larven, die wiederum bis zu ihrer Umwandlung in eine Libelle räuberisch im Gewässer leben. Eine weitere typische Libellenart des Breiten Moores ist die Hochmoor-Mosaikjungfer. Sie ist ebenfalls in Niedersachsen in ihrem Bestand stark gefährdet.

Die dem Schutz von typischen Moorarten dienende Gewässervergrößerung ist von der Natur­schutzverwaltung des Landes Niedersachsens als äußerst sinnvolle Naturschutzmaßnahme im Breiten Moor eingeschätzt worden, so dass diese das Vorhaben großzügig finanziell unter­stützt hat. Gleichzeitig ist die Planung der Maßnahme in Zusammenarbeit zwischen ehren­amtlichem und hauptamtlichem Naturschutz erfolgt. Der private Flächeneigentümer konnte ebenfalls für die Umsetzung der Maßnahme gewonnen werden, so dass er sein Einver­ständ­nis zur angedachten Baumaßnahme gegeben hat. Zukünftig soll sich ab jetzt der künstlich hergestellte Torfstich die nächsten Jahrzehnte wieder ohne menschliche Einflussnahme entwickeln dürfen!
Übrigens: Moorschutz ist gleichzeitig effektiver Klimaschutz! Im wassergesättigten Moor bleiben Pflanzenteile konserviert und zersetzen sich nicht vollständig. Die Pflanzen nahmen zuvor Kohlendioxid aus der Luft auf und haben dies in ihren Körper eingelagert. Dieses Koh­len­dioxid wird somit der Atmosphäre entzogen und dauerhaft im Moor als Torf unter Wasser eingelagert. Naturschutz zum Erhalt von Mooren, inklusive des Erhalts der typischen Pflan­zen- und Tierarten der Moore - ist daher gleichzeitig auch Klimaschutz.