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Henry Ruben und Grete Ruben, geb. Hammerschlag

Henry Ruben (geb. 1873) war der Sohn des Hamburger Kaufmanns Philipp Jacob (später Ruben) und dessen Frau Friedchen Adler. 1890 begann Ruben eine Lehre im Celler Bankhaus David Daniel, ein von der jüdischen Familie Daniel gegründetes und geführtes Unternehmen. 1901 heiratete Henry Ruben in Minden Grete Hammerschlag, die Tochter des Fellhändlers Moses Hammerschlag. Im gleichen Jahr wurde das Bankhaus von der Hannoverschen Bank als Celler Filiale mit dem Namen „Hannoversche Bank vormals David Daniel“ übernommen. 1908 wurde Ruben Mitglied des Bankvorstandes sowie Direktor dieser Filiale.

Henry Ruben war aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde in Celle: Er war dritter Vorsteher und Rechnungsführung. 1910 ließ er sich von dem bekannten Celler Architekten Otto Haesler ein Einfamilienhaus an der Berggartenstraße 20 errichten.

Ruben gehörte zu den wenigen Celler Juden, die in der Kommunalpolitik eine gewisse Rolle spielen konnten. Sein Engagement begann 1907 mit einer Rede auf einer Versammlung der reichstreuen Wähler. Zwei Jahre später kandidierte er für das Bürgervorsteheramt, zog aber zurück, weil deutlich geworden war, dass die Kandidatur aussichtslos war. Während des Ersten Weltkrieges unterstützte er die deutschen Kriegsanstrengungen durch Spenden und öffentliche Aufrufe für Sammlungen und Kriegsanleihen. Nach dem Krieg engagierte sich Ruben für die liberale Deutsche Demokratische Partei und für verschiedene Vereine, etwa den „Gemeinnützigen Verein“.

Gegen Ruben richteten sich aber auch einige der ersten in Celle dokumentierten antisemiti-schen Schmierereien, beispielsweise wurde 1924 sein Gartenzaun wiederholt mit Hakenkreuzen und Hetzparolen beschmiert.

1927 schied Henry Ruben aus der Bank aus und das Ehepaar zog nach Lübeck um, dem Geburtsort von Grete Ruben. Beide wurden nach Theresienstadt deportiert, soweit bekannt am 19. Juli 1942. Sie kam dort am 23. Dezember 1942 ums Leben, er am 27. März 1943, wie mittlerweile genau ermittelt werden konnte.