Seiteninhalt

Robert Meyer – Großer Plan 2-3, heute Robert-Meyer-Platz

Robert Meyer kam am 10. Oktober 1874 in Celle als Sohn von Isidor und Frederike Meyer, geb. Steinberg zur Welt. Friederike stammte aus einer alten jüdischen Celler Familie. Isidor war ein Jahr zuvor nach Celle gekommen, um das Wäsche- und Aussteuergeschäft des Onkels seiner Frau, Jakob Polack, Großer Plan 5a, zu übernehmen. Dieses Geschäft verband er 1889 mit dem von ihm bereits 1881 eröffneten Hamburger Engros Lager, Am Großen Plan 3. Zur Vergrößerung dieses Kaufhauses ließ er 1904/5 auf den Grundstücken Großer Plan 2 und 3 ein modernes Geschäftshaus errichten.

1913 übernahm Robert Meyer das Geschäft. Verheiratet war er mit Frieda Hammerschlag. Sie hatten zwei Kinder, Adolf und Gertrud. Robert Meyer war Mitglied in der Freimaurerloge und anderen Celler Vereinen. Im Ersten Weltkrieg war er zwei Jahre Soldat.

Als 1929 eine Karstadtfiliale in Celle öffnete, gab Robert Meyer angesichts der Konkurrenz das Hamburger Engros Lager auf und verpachtete die Geschäftsräume an Karstadt. Er und sein Sohn wurden Geschäftsführer des hier dann eingerichteten Möbelhauses. Auch Adolfs Frau Irmgard arbeitete bei Karstadt.

1933 entließ Karstadt auf Druck der NSDAP die meisten jüdischen Mitarbeiter. Auch Robert, Adolf und Irmgard Meyer traf dies. Adolf Meyer verließ daraufhin mit seiner Familie Celle. Die Celler Vereine, in denen Robert Mitglied war, schlossen ihn aus.

Ende 1938 wurde Robert Meyer zum Verkauf seines Hauses Am Großen Plan 2-3 an die Stadt Celle gezwungen. Der Verkauf wurde jedoch seitens der Stadtverwaltung hinausgezögert. Meyer kündigte im November 1940 seine Emigration in die USA zu seinen mittlerweile dort lebenden Kindern an. Er bat um die Beschleunigung des Verkaufs, um seine Reise bezahlen zu können. Stattdessen wurde er ohne bekannten Grund am 23. Dezember 1940 in das Celler Gerichtsgefängnis eingeliefert und erst nach dreiwöchiger Haft am 15. Januar 1941 wieder entlassen.

Die Stadt Celle hatte in der Zwischenzeit das Interesse an dem Grundstück verloren. Stattdessen verkaufte Meyer im April 1941 an den Kaufmann Gustav Müller. Der Erlös von 200.000 RM wurde auf ein Sperrkonto eingezahlt, über das nur mit Genehmigung des Oberfinanzamtes und des Finanzamtes Celle verfügt werden konnte. Durch die weitere Hinauszögerung der finanziellen Abwicklung verpasste Robert Meyer nun den letzten Zeitpunkt für die Auswanderung.

Am 16. März 1943 wurde Robert Meyer von Celle aus nach Auschwitz deportiert und ermordet. Als Todestag ist der 31. August 1943 verzeichnet.