Seiteninhalt

Lagern und Abfüllen von Frisch- / Altölen in kleinen Mengen

Die folgenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf die Lagerung sowie das Abfüllen von Frisch- bzw. Altöl in kleinen Mengen (>100 Liter ≤ 1000 Liter). Damit ist das in Kleinwerkstätten und landwirtschaftlichen Betrieben gebräuchliche „200 Liter-Fass“ gemeint.
Für größere Mengen sind weitere Vorschriften der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ (VAwS) heranzuziehen.
Frischöle (Mineralöl, synthetisch hergestellte Öle und Öle aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Raps) verändern nach Gebrauch als Schmier- oder Hydrauliköl ihre Eigenschaft und dadurch ihre Wassergefährdungsklasse. So haben Öle vor Gebrauch unterschiedliche Wassergefährdungsklassen [WGK 0 (nicht wassergefährdend) bis WGK 2 (wassergefährdend)]. Doch nach Gebrauch durch Hitze, Oxidationsprozesse und Abrieb haben sie alle die selbe Wassergefährungsklasse, nämlich WGK 3 (stark wassergefährdend) und damit bedürfen sie besonderer Vorsicht hinsichtlich des Lagerns und Abfüllens mit Rücksicht auf den Boden, das Grundwasser und der Oberflächengewässer.

Anforderungen an Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Frischölen und Sammeln von Altölen

Aus rein arbeitsökonomischer Sicht wird Frisch- und Altöl an einer Stelle gemeinsam gelagert. So kann das Lagern und Abfüllen von Frischöl sowie das Befüllen und Sammeln von Altöl in einem Arbeitsschritt ohne lange Wege erfolgen. Rein technisch betrachtet handelt es sich somit um eine Kombination aus Lager- und Abfüllanlage.

Daraus ergeben sich folgende Anforderungen

für Stoffe der WGK 3 mit einer Lager menge größer 100 Liter und kleiner 1000 Liter (dadurch Gefährdungsklasse C) nach der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ (VAwS):
  • Auffangwanne für die Lagerung von Ölfässer, die mind. 10 % der Gesamtlagermenge oder den Rauminhalt des größten behälters aufnehmen kann. Der größere Wert ist anzusetzen.
  • Das Befüllen und Entleeren von Ölfässern ist nur gestattet, wenn dieses über einer stoffundurchlässigen Fläche erfolgt und austretende Öle zurückgehalten werden können. 
  • Altöl ist in einem für die Altöllagerun zugelassenen Behälter zu sammeln.
  • Das Befüllen der leeren Frischölfässer bei einem Lagervolumen über 100 Liter mit Altöl ist nur zulässig, wenn diese Behälter mit einer Füllstandsanzeige und einem großen Trichter versehen sind.
  • Für die Altöllagerung (Austausch des gefüllten Fasses durch ein leeres) werden an die Fläche keine weitergehenden Anforderungen gestellt. Wird das Altöl mit einem Tankwagen abgesaugt, so ist der Standplatz des Fahrzeuges und der Verlegebereich des Absaugschlauches als eine stoffundruchlässige Fläche herzustellen.
  • Der Altölsammelbehälter muss gegen Beschädigung von außen gesichert werden (Anfahrschutz).
  • Anlagen mit oberirdischen Lagerbehältern über 100 Liter Altöl sind vor Inbetriebnahme und danach in Abständen von 5 Jahren durch einen anerkannten Sachverständigen überprüfen zu lassen.
  • Die Prüfbescheinigungen müssen bei der Cross Compliance-Abnahme den Prüfern der Landwirtschaftskammer vorgelegt werden.
  • Anlagen der Gefährdungsklasse C müssen grundsätzlich durhc die Untere Wasserbehörde genehmigt werden. Sofern für die Anlage eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt wurde, ist eine Genehmigung erforderlich.
  • Zu beachten ist, dass die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung sowohl zum Lagern als auch zum Abfüllten gelten muss.