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04.11.2013

STEUERGERECHTIGKEIT. Frommer Wunsch oder Wirklichkeit?

CELLE. In der letzten Sitzung des Frauenforums befassten sich die Mitglieder und Gäste des Frauenforums mit dem Thema Steuergerechtigkeit. Frau Christiane Göpf, die das Unternehmen „FinanzFachFrau“ leitet und seit vielen Jahren überwiegend Frauen in Hannover und Lüneburg berät, stellte die Grundzüge des Steuersystems und des Sozialversicherungssystems anschaulich dar.

„Ob beim Einkaufen, an der Zapfsäule, beim Biertrinken oder Heizen – jeder zahlt Steuern. Sie sind die wichtigsten Einnahmequellen des Staates“, unterstrich Frau Göpf in Ihrer Einführung. In der vertiefenden Auseinandersetzung ist der enorme Unterschied der Steuerlast im Vergleich zwischen Alleinerziehenden und Verheirateten deutlich geworden, wenn die Eheleute im Ehegattensplitting veranschlagt sind.

In der Diskussion des Frauenforums sind auch Beispiele für konkrete Benachteiligungen thematisiert worden, wenn Mütter, Väter oder Alleinerziehende durch die unterschiedlichen Sätze der Mehrwertsteuer für den tagtäglichen Bedarf in der Säuglingspflege beim Kauf von Pampers stärker belastet sind, als Menschen, die sich an Blumen erfreuen.
Die Teilnehmerinnen des Frauenforums stellten fest, dass sich das Ehegattensplitting immer dann besonders auszahlt, wenn der Einkommensunterschied am größten ist - also im traditionellen „Ernährer-Modell“. Dann fehlen Anreize für den Erwerb eigener Einkünfte, die den individuellen Lebensunterhalt der Ehepartnerinnen (seltener Ehepartner) und die Teilhabe an den Leistungen der Sozialversicherungssysteme sichern. Frauen haben in vielen Fällen nicht nur weniger Geld in der Tasche, die Gefahr der Altersarmut ist hoch.

Der Nachmittag ist von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt organisiert worden. Das Frauenforum wird von den Gleichstellungsbeauftragten aus Stadt und Landkreis begleitet. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Gleichstellungsbeauftragten Rosemarie Lüters unter der Telefonnummer (05141) 12 568.

Autor/in: Rosemarie Lüters / Gleichstellungsbeauftragte / Tel. 12 568