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03.12.2013

Auswertung der Ideenwerkstatt »Frauen in Pflegeberufen« im Mehrgenerationenhaus / Frauenräume

„Care braucht PeR“

CELLE. Die Rahmenbedingungen und Strukturen für Pflege und Betreuung sind ausbaufähig, aber für eine angemessene „professionelle Sorgearbeit“ fehlt das Geld. Das ist die Lage der in „Sorgearbeit“ beschäftigten und ehrenamtlich tätigen Frauen und weniger Männer. In diesem Spannungsverhältnis agieren auch alle, die nach Lösungen für die Themen einer älter werdenden Gesellschaft suchen. Welche Pflegestandards können im Jahr 2020 und in den Jahren danach aufrechterhalten werden? Welche Eigenleistungen müssen Menschen in Lebensgemeinschaften oder im Gemeinwesen erbringen und wie kann ein lebenswertes Alter organisiert werden?

Die vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung vom 05. November haben sehr lebhaft diskutiert. In den Gesprächen der Ideenwerkstatt ging es fast immer um die öffentliche Wahrnehmung und um mehr Lobbyarbeit für die Fachkräfte und Ehrenamtlichen. Schichtarbeit erschwert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es fehlt eine Anerkennungskultur. In Ihrem Resümee der Veranstaltung vom 5.11.2013 stellen die Frauen des Arbeitsteams fest: „Die Fachfrauen wünschen sich mehr Austausch, bessere Informationsstrukturen, mehr Fortbildung und eine bessere Bezahlung. Hier werden wir als Arbeitsteam anknüpfen.“

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt und des Landkreises Celle, Rosemarie Lüters und Katharina Sander, die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Celle, Sabine Mix und Christine Schröpfer von Frauen und Wirtschaft, der Koordinierungsstelle von Stadt und Landkreis Celle laden für den 05.02.14 zu einer Folgeveranstaltung ein, um Schritte vor Ort zu konkretisieren. Das Treffen wird rechtzeitig in den Medien angekündigt.

An dieser Stelle ist auch auf die Aktion für mehr „Care-Gerechtigkeit“ hinzuweisen. Auf der Internetseite „Care.Macht.Mehr“ ( http://care-macht-mehr.com ) heißt es: „Noch werden Care-Aufgaben ‚irgendwie‘ übernommen, aber meist um einen hohen Preis, den vor allem überarbeitete Mütter, gestresste pflegende Angehörige, ausgebrannte Pflegekräfte und Erzieherinnen bezahlen. Doch es geht nicht mehr darum, weitere Notlösungen und unverbundene kleine Maßnahmen zu organisieren, sondern gute, neue, umfassende gesellschaftliche Lösungen zu finden, die den Zusammenhang von Care, Geschlechterverhältnissen, Ökonomie, Arbeitsorganisation, Zeitstrukturen und sozialer Gerechtigkeit im Blick haben. Denn gute Care-Strukturen sind für uns alle die Grundlage eines guten Lebens. Deshalb wird gegenwärtig vielerorts in Europa über Lösungen nachgedacht und über ein Menschenrecht auf gute Sorge diskutiert.“