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Auf Grundlage des Erlass des Nds. Ministeriums für Umwelt- und Klimaschutz vom 21.12.2011 sind bestimmte KKA behördlich zu überwachen.

Die Erlassregelung gilt im Wesentlichen für folgende Anlagen:

  1. Pflanzenbeete, die nicht nach den Grundsätzen des DWA Arbeitsblatt A-262 errichtet wurden, entsprechen nicht dem geforderten Stand der Technik (S.d.T.).
  2. Für Pflanzenbeete, die gem. den Grundsätzen des Arbeitsblattes ATV A-262 (Juli 1998) oder dem DWA Arbeitsblatt A-262 (März 2006) errichtet wurden, gelten die Anforderung der Abwasserverordnung[1] bis zum Ende Ihres Abschreibungszeitraumes (15 Jahre) als eingehalten.
  3. Filtergräben und optimierte Sandfiltergräben entsprechen ebenfalls nicht mehr dem geforderten Stand der Technik.
  4. Sonstige mechanisch-biologische KKA, die ohne gültige Bauartzulassung errichtet wurden oder deren Bauartzulassung abgelaufen ist und nicht erneuert wurde.

Spätestens ab dem 01.01.2018 sind alle o.g. KKA behördlich zu überwachen (auch wenn der Abschreibungszeitraum von 15 Jahren nicht abgelaufen ist).

Im Rahmen einer behördlichen Überwachung muss nachgewiesen werden, dass die Anlagen den Anforderungen nach dem S.d.T. entsprechen. Zum Nachweis wird eine Stichprobe aus dem Ablauf der KKA entnommen und analysiert. Der Chemische Sauerstoffbedarf (CSB) ist mit 150 mg/l einzuhalten, der Wert für den Biologischen Sauerstoffbedarf innerhalb von 5 Tagen (BSB5) mit 40 mg/l.

Aus Gründen des Umweltschutzes ist als gleichwertiges Verfahren die Bestimmung des TOC (total organic carbon > gesamter organisch gebundener Kohlenstoff) zulässig, wonach der 4-fache Wert des TOC als CSB gilt und einzuhalten ist. Dieser Parameter wird seitens der Stadt Celle zur Beurteilung herangezogen.

Der Erlass sieht vor, dass Anlagen, die den Grenzwert überschreiten, entsprechend nachzurüsten oder durch neue KKA zu ersetzen sind.

Die Beprobung der Anlage erfolgt durch ein akkreditiertes Labor. Seitens der Unteren Wasserbehörde findet parallel eine Prüfung der KKA auf technische und substantielle Mängel statt. Bei Bedarf können einzelne Punkte bereits vor Ort mit dem Anlagenreiber besprochen werden.

Die Ergebnisse der Beprobung und der Prüfung der Anlage wird im Nachgang schriftlich zusammengefasst und dem Betreiber zugeschickt.

Grundsätzlich gilt, dass mängelbehaftete Anlagen einem engeren Überwachungsrhythmus unterliegen als mängelfreie Anlagen.

Die Kosten für die behördliche Überwachung liegen derzeit bei ca. 100€.