Seiteninhalt

Ernst der Bekenner

Herzog von Braunschweig - Lüneburg

* 26.06.1497 in Uelzen
† 11.01.1546 in Celle

Ernst war als zweitgeborener Sohn vorerst nicht für die Regierung im Fürstentum Lüneburg vorgesehen. Nachdem aber der Vater, Herzog Heinrich der Mittlere (1468-1532), bei der Kaiserwahl im Jahre 1519 nicht auf der Seite des neugewählten Habsburgers Karl V. stand, sondern den französischen König Franz I. unterstütze, wurde ihm durch den neuen Machthaber aus Österreich die Reichsacht auferlegt. Heinrich der Mittlere flüchtete daraufhin nach Frankreich.

So kam es, dass Herzog Ernst gemeinsam mit seinem älteren Bruder, Otto (1495-1549), im Jahre 1520 in Celle die Regierung für das Fürstentum Lüneburg übernehmen musste. Sein Bruder Otto schreckte aber vor den hohen Schulden im Fürstentum zurück und trat freiwillig von der Regierung ab.

Herzog Ernst erhielt ab 1512 seine Ausbildung an der Universität in Wittenberg und wurde dort von Luthers Lehre geprägt. Ernst zog 1530 zum Reichstag nach Augsburg und unterschrieb das evangelische Glaubensbekenntnis. Hier lernte er den Prediger Urban Regius kennen. Herzog Ernst ernannte ihn zum Generalsuperintendenten für das Fürstentum Lüneburg. Mit dessen Hilfe führte Herzog Ernst die Reformation weiter im Lande ein. Die Klöster wurden kaum erhalten und fielen, wie das gesamte Kirchenwesen im Fürstentum Lüneburg, unter das so genannte landesherrliche Kirchenregiment. Die kirchlichen Verhältnisse wurden damit neu geordnet und überholte Strukturen aufgehoben. Bisher konnten Papst und Kaiser die Lehre der Kirche bestimmen.

Seit 1527 griff Herzog Ernst mit seinem "Artikelbuch" nun selbst in die Kirchenlehre des Fürstentums ein. Der Herzog nahm Visitationen vor, dabei sollten alle kirchlichen Einrichtungen im Lande zum neuen Glauben geführt werden. Unter Herzog Ernst kannte die Landeskirche aber noch keine allgemeine Kirchenordnung wie in anderen protestantischen Ländern des Reiches. Die erste gedruckte Lüneburger Kirchenordnung erschien im Jahre 1564. Die Reformation war aber keine reine Bekenntnisbildung, sie war immer mit weltlicher Herrschaft und ihren Interessen verbunden gewesen. Die Reformation führte u.a. zu Auseinandersetzungen des Herzogs mit den Ständen um die Finanzierung der leeren Staatskasse. Herzog Ernst lebte ganz nach seinem Wahlspruch: "Anderen diene ich, mich selber verzehre ich".

Er starb im Alter von 49 Jahren und hinterließ aus seiner Ehe mit Sophie von Mecklenburg - Schwerin drei minderjährige Söhne. Sein jüngster Sohn, Wilhelm der Jüngere (1535-1592), führte ab 1569 alleine die Regierung in Celle fort.