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Ribbeck's Garten auf dem Waldfriedhof

Veränderungen in der zeitgenössischen Bestattungs- und Erinnerungskultur

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand, …
(Theodor von Fontane)

Gegenwärtig vollzieht sich im Toten- und Bestattungsbrauchtum und in der Kultur unserer Friedhöfe ein dramatischer Wandel. Viele Menschen, die sich über den Tod Gedanken machen, stehen vor dem Konflikt, einerseits den Kindern und anderen Hinterbliebenen nicht zur Last fallen zu wollen, andererseits möchten sie nicht einfach die Bühne des Lebens verlassen, ohne nicht wenigstens eine Spur mit der Möglichkeit der Erinnerung gelegt zu haben. Entsprechende Angebote, sich im Internet in Bild und Ton zu verewigen, gibt es bereits. Der klassische Ort der Erinnerung bei der überwiegenden Mehrzahl der Bevölkerung ist aber immer noch der Friedhof.

Die Stadt Celle als Friedhofsträger möchte mit einem neuen Angebot die Bedeutung des Friedhofes als Ort der Bestattung verstärken.

Gleichzeitig soll damit den Hinterbliebenen die Möglichkeit eröffnet werden, zwar in anderer, weiterentwickelter, aber doch im gewissen Sinn noch traditioneller Form den verstorbenen Angehörigen zu gedenken.

Das Konzept „Ribbeck’s Garten“ basiert auf der Anlage einer Streuobstwiese mit den unterschiedlichsten Obstsorten, wie Kernobst, Steinobst und Schalenobst. Die Streuobstwiese wird ausschließlich extensiv genutzt und deshalb nicht oder nur wenig gedüngt. Sie sichert dabei größtmögliche Flexibilität in der Belegung mit Gräbern und löst vor allem das Problem der vermeintlichen Belastung der Hinterbliebenen z.B. durch die Grabpflege. Der Waldfriedhof in Celle ist durch seine landschaftliche Struktur hervorragend für die Umsetzung dieses Konzeptes geeignet.