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Eléonore d'Olbreuse

* 1639
† 1722

Aus dem französischen Landadel des Poitou stammend, lernte die Hugenottin Eléonore Desmier d’Olbreuse den zukünftigen Celler Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg am Hof des Landgrafen von Hessen-Kassel kennen; beide verliebten sich ineinander. Doch Georg Wilhelm hatte seinem jüngeren Bruder Ernst August vertraglich zugesichert, dass er niemals heiraten und folglich auch keine erbberechtigten Nachkommen zeugen würde. Zunächst war die dem Herzog unebenbürtige Eléonore nicht mehr als die Mätresse Georg Wilhelms, doch dieser betrieb eifrig die Standeserhöhung seiner Geliebten. Nachdem diese vom Kaiser in den Grafenstand erhoben wurde, fand 1676 die offizielle Vermählung statt. Obwohl die Ehe eine unstandesgemäße war, trug Eléonore bald darauf den Titel einer Herzogin.

Der Aufstieg Eléonores zur Herzogin zeigt eine gebildete und selbstbewusste Adlige, die einerseits von dem Wunsch nach persönlicher Erfüllung geprägt war, anderseits jedoch ihre Interessen und die ihrer Landsleute und Glaubensbrüder gezielt vertreten wollte.