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Sophie Dorothea

* 1666
† 1726

Sophie Dorothea war das einzige Kind des Celler Herzogpaares. Ihr Vater Georg Wilhelm und dessen Bruder Ernst August beschlossen, ihre Kinder miteinander zu verheiraten und die machtpolitischen Spannungen um das Celler Erbe zu beenden. Sophie Dorothea wurde im Jahr 1682 die Gemahlin ihres Cousins Georg Ludwig und zehn Jahre später an seiner Seite Kurprinzessin von Hannover. Doch die Ehe scheiterte und Sophie Dorothea begann ein leidenschaftliches Verhältnis mit Philipp Christoph von Königsmarck. Im Juli 1694 plante das Paar die Flucht, doch Königsmarck wurde, wohl auf Anweisung des hannoverschen Herrscherhauses, ermordet. Die Affäre drohte zur Gefahr für das junge Kurfürstentum Hannover zu werden, das noch um seine politische Anerkennung kämpfte. Deshalb „verbannte“ man die 1695 schuldig geschiedene Sophie Dorothea zeitlebens auf das Wasserschloss Ahlden – abgeschnitten von allen Informationswegen, getrennt von ihren Kindern, ausgeschlossen aus dem Haus Braunschweig-Lüneburg. Georg Ludwig wurde 1714 als Georg I. zum König von Großbritannien und Irland gekrönt und trat sein Amt ohne Gemahlin an.

Sophie Dorothea, bekannt als „Prinzessin von Ahlden“, beschäftigte schon die Zeitgenossen der ausgehenden Barockzeit und bewegt bis heute. Ihr Sohn Georg August wurde als Georg II. Kurfürst von Hannover und König von Großbritannien. Ihre Tochter Sophie Dorothea d. J. heiratete Friedrich Wilhelm I., den „Soldatenkönig“, und war Mutter Friedrichs II. des Großen.