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Funktionsweise der Kläranlage

Einlaufbereich Rechenanlage Sandfang Vorklärbecken Denitrifikation Nitrifikation Nachklärbecken Biofiltration Auslauf Überschussschlammeindickung, Schlammentwässerung und Verladesilo Faultürme mit Schlammspeicher Gasspeicher Blockheizkraftwerk Werkstätten Labor Schaltwarten

Mechanische Reinigung

Eine Frage der Technik
Die Celler Kläranlage ist eine Hightech-Fabrik, die aus schmutzigem Wasser sauberes macht. Dabei werden zunächst mechanisch alle Grobstoffe aus dem Abwasser gefiltert.

Biologische Reinigung

Mit allen Wassern gewaschen
Nachdem das Abwasser mechanisch von allen Grobstoffen befreit wurde, wird es biologisch gereinigt. Dabei wird die Selbstreinigungskraft des Wassers ausgenutzt, wie sie schon der chinesische Gelehrte Laotse vor mehr als 4.000 Jahren beobachtet hat. In der biologischen Reinigung findet sie lediglich in konzentrierter Form und unter optimalen Bedingungen statt. Mikroorganismen (Bakterien) bauen die Schmutzstoffe ab – besonders die Nitrate – oder verändern sie so, dass andere Kleinstlebewesen sie verzehren können. Diese Mikroorganismen sind bereits alle im Abwasser enthalten. Sie bilden somit die Grundlage der biologischen Reinigung.

Chemische und biochemische Reinigung

Ganz ohne geht es nicht
Durch die bisherigen Reinigungsstufen ist das Abwasser schon deutlich sauberer geworden. Aber noch enthält es zu viele Nitrate und Phosphate. Das nicht wasserlösliche Phosphat muss mit Chemikalien gebunden werden, damit es sich herausgefiltern lässt. Ganz besonders effektiv ist unsere Biofiltration. Mit ihr werden unter Zugabe von Alkohol durch die Stoffwechselaktivitäten der Bakterien mindestens 85 Prozent der Stickstoffverbindungen im Abwasser abgebaut.

Labor

Nichts dem Zufall überlassen
Biologische und chemische Prozesse müssen ständig kontrolliert werden. In unserem Labor messen wir deshalb regelmäßig die Wasserqualität jeder Klärstufe und überprüfen den Schadstoffgehalt. Werden Grenzwerte erreicht, steigern wir den Einsatz von Biomasse und Chemikalien. Zu den Aufgaben des Labors gehört auch das Zählen der Mikroorganismen im Schlamm. Es bestimmt außerdem den Phosphatgehalt im Abwasser für die richtige Dosierung der Metallsalze. Denn viel hilft nicht automatisch viel! Bevor das gereinigte Abwasser in die Aller gelangt, wird abschließend noch die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte geprüft.

Verwertung und Energiegewinnung

Kraftbrühe einmal anders - Aus Schlamm wird Dünger und Biogas
Die Schlämme aus den Reinigungsstufen stecken voller Energie und Nährstoffe. Um diese nutzen zu können, müssen sie aufbereitet werden. Ein Teil wandert als Biomasse in den Reinigungskreislauf zurück und sorgt für ausreichend viele Bakterien bei der biologischen Reinigung. Der restliche Schlamm wird als Energieträger (Biogas) und Nährstofflieferant (Dünger) weiterverarbeitet.

Die Aller

Fluss mit Zukunft
Am Ende des Klärvorgangs fließt das aufbereitete Wasser in die Aller. Von dort aus geht es sauber in Richtung Nordsee. Das war nicht immer so. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Fluss viele Neben- und Altarme, die Ufer waren von Kies und Sandbänken eingefasst und von dichtem Schilf umschlossen. Ein wahres Paradies für die Selbstreinigungskraft des Wassers. Der Wechsel von fließendem und stehendem Gewässer, dazu Bakterien, Sand und Kiesel – alles befand sich im Gleichgewicht. Bis es der Mensch störte. Die Folgen: Die Selbstreinigungskraft des Wassers und die Artenvielfalt nahmen stark ab. Durch Renaturierungsmaßnahmen in der jüngeren Vergangenheit hat sich die Aller mittlerweile wieder erholt.

Auch das Celler Klärwerk leistet einen wichtigen Beitrag, die Wasserqualität des Flusses zu verbessern. Die Aller besitzt zurzeit (auf einer Skala von I bis IV) die Gewässergüteklasse II. Sie bekommt genug Sauerstoff, ist nur noch mäßig verschmutzt und bietet Flora und Fauna neuen Lebensraum. Viele Lebewesen, die auf Grund der Wasserverschmutzung nicht mehr in oder an der Aller leben konnten, sind zurückgekommen.