Seiteninhalt

16.01. - 24.04.2011
EBERHARD SCHLOTTER. ALTEA

Ausstellung im Bomann-Museum Celle

1954 unternahm Eberhard Schlotter zusammen mit seiner Frau Dorothea eine Reise nach Spanien. In Begleitung von einem Freundespaar erkundeten sie die spanische Küste mit dem Ziel Andalusien. Nach über 3000 km waren sie der beschwerlichen Autofahrt überdrüssig und machten Halt in einem der zahlreichen Fischerorte. Fasziniert von dem einfachen Leben in den engen Gassen der kleinen, an einen steilen Hang errichteten Stadt Altea verbrachten sie dort mehrere Wochen. Damals war der Ort noch ein schmutziger, zerfallender, kleiner Flecken, an einem Hang rund um die alles überragende Kirche gebaut. Phönizier, Griechen und Römer hatten hier ihre Spuren hinterlassen. Das Leben spielte sich auf der Straße ab. Mensch und Tier in einem Haus. Es gab keine Kanalisation, alles wurde auf die Straße geschüttet, die malerischen Treppenstraßen voller Löcher und Schuttberge. (Eberhard Schlotter. Ein Atelier in Altea, 1998.)

Balkon mit Trockenfisch, 1958, Zeichnung auf Ölgrund
Balkon mit Trockenfisch, 1958, Zeichnung auf Ölgrund
Finestrat, 1956, Aquarell
Finestrat, 1956, Aquarell
Pinienwäldchen, 1956, Öl auf Leinwand
Pinienwäldchen, 1956, Öl auf Leinwand


Zahllose Zeichnungen, Radierungen, Aquarelle und Ölgemälde bezeugen die Faszination des Künstlers von dieser ihm bis dahin völlig unbekannten Lebensart. Rastlos durchstreifte er die Gegend, malte und zeichnete die spanische Küste, das Hinterland und natürlich Altea aus jeder Perspektive: einsame Strände mit maroden Bretterhütten, karge Felslandschaften, schlichte weiße, sich übereinander staffelnde Häuserkuben, geheimnisvolle Gassen, düstere Eingänge, achtlos auf den Straßen herumliegende Hinterlassenschaften der Menschen und manchmal auch die Menschen selbst bei ihren alltäglichen Verrichtungen.
Eberhard Schlotter zog sich 1956 aus Deutschland nach Altea zurück. Vorangegangen waren erfolgreiche Jahre als freischaffender Künstler in Darmstadt. Als Vorsitzender der bedeutenden Künstlervereinigung Neue Darmstädter Sezession stand er bis zuletzt in engem Austausch mit der dort ansässigen einflussreichen Kulturszene. Die politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung Deutschlands in diesen ersten Nachkriegsjahren hatte jedoch den jungen eigenwilligen Künstler desillusioniert. Spanien bot ihm in dieser Situation einen stillen Rückzugsort, in dem er unbeeinflusst von zeitgenössischen Kunstströmungen seine Malerei weiterentwickeln konnte.
Nach vielen Jahren mit doppeltem Wohnsitz in Spanien und Deutschland, lebt Eberhard Schlotter heute ausschließlich in Altea.