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Eberhard Schlotter. Wandbilder

Ausstellung im Bomann-Museum Celle
07. Mai bis 12. Oktober 2005

Gezeigt wurden über 40 Aquarelle und Druckgrafiken des international anerkannten Malers und Grafikers Eberhard Schlotter, die als Vorarbeiten und Entwürfe für Wandbilder in öffentlichen Gebäuden zu Beginn der 1950er Jahre entstanden sind. 

Entwurf für ein Wandbild Bad Nauheim, 1952,  Pastell
Entwurf für ein Wandbild Bad Nauheim, 1952, Pastell
Entwurf II, Hauptverwaltungsgebäude der Deutschen Bundesbahn Frankfurt, 1952
Entwurf II, Hauptverwaltungsgebäude der Deutschen Bundesbahn Frankfurt, 1952
Halbakt, 1950
Halbakt, 1950
Ohne Titel, 1948,  Aquarell
Ohne Titel, 1948, Aquarell
Ohne Titel, 1950,  Aquarell
Ohne Titel, 1950, Aquarell
Ohne Titel, 1951,  Aquarell
Ohne Titel, 1951, Aquarell

Ohne Titel, 1952,  Aquarell
Ohne Titel, 1952, Aquarell
Ohne Titel, 1952,  Gouache
Ohne Titel, 1952, Gouache


Eberhard Schlotter war einer von zahlreichen Künstlern, die in den 50er Jahren am Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Programms „Kunst am Bau“ maßgeblich beteiligt waren. Bis zu zwei Prozent der Bausumme für öffentliche Neubauten flossen in die künstlerische Wandgestaltung, die bis heute unser Bild der Architektur dieser Zeit mitprägt.
Nach dem zweiten Weltkrieg öffnete sich für Eberhard Schlotter, der seine Ausbildung während des Naziregimes erhalten hatte, eine neue künstlerische Welt. Die klassische Moderne war bis 1945 in Deutschland als „entartet“ diffamiert worden und ihre Errungen-schaften den jungen deutschen Künstlern unbekannt.
Eberhard Schlotter erarbeitete sich insbesondere die bildnerischen Mittel des Kubismus und des Fauvismus. Innerhalb kürzester Zeit entfernte er sich von der traditionellen illusionistischen Raumgestaltung und fand zu einer flächigen, die Zweidimensionalität des Bildträgers berücksichtigenden Formensprache.
Diese neuen Bildfindungen kommen ihm neben seiner handwerklichen Ausbildung als Weißbinder zugute – er avanciert zu einem der meistbeschäftigten Künstler im Bereich „Kunst am Bau“. Vorwiegend in Darmstadt und Umgebung verwirklicht er in den Jahren 1950 bis 1958 nahezu 30 Wandbild-Projekte. Einen Einblick in diese Arbeit geben die in der Ausstellung gezeigten Vorarbeiten und Entwürfe zu Wandbildern aus den Jahren 1947 bis 1953.
Thematisch spiegeln die Wandbilder die Sehnsucht der unter den Zerstörungen des Krieges und den Entbehrungen der Nachkriegszeit leidenden Menschen nach einem friedlichen und sorglosen Leben wider. Arkadische Szenen mit musizierenden, badenden oder tanzenden Frauen und eine an Matisse geschulte, bunte und dekorative Farbigkeit beschwören die Lebensfreude dieser ersehnten Welt.
In den 70er Jahren wurden die Wandbilder der Nachkriegszeit als unmodern empfunden und teilweise zerstört. Heute erkennt man ihren besonderen Wert und schätzt sie als Spiegel des Zeitgeistes der 50er Jahre.
Finanziell saniert, jedoch enttäuscht von der mangelnden Zusammenarbeit zwischen Architekten und Künstler, zog sich Eberhard Schlotter 1958 aus diesem Programm zurück und widmet sich seither vollkommen seinen eigenen künstlerischen Zielen.