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Eberhard Schlotter - Der Weg zu den neuen Leeren Bildern

2003

Im Bomann-Museum war 2003 die Ausstellung "Der Weg zu den Neuen Leeren Bildern" mit Gemälden Eberhard Schlotters aus den Jahren 1990 – 2000 zu sehen.

Landschaft, 1994
Landschaft, 1994


Ein wichtiges Anliegen dieser didaktischen Ausstellung ist es, dem Besucher deutlich zu machen, aus welchen Quellen sich die aktuelle, faszinierende Schaffensphase der "Neuen Leeren Bilder" entfaltet.

Nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit literarischen und philosophischen Themen, greift der Künstler am Ende der 1980er Jahre auf Motive seiner in den 1950er Jahren erfolgreichen Schaffensphase der "Leeren Bilder" zurück. Er treibt ein magisches Spiel mit Licht und Schatten und irritiert den Betrachter durch malerische Verunsicherungen mit verschiedenen Raumebenen. Diese Werke spiegeln die Verarbeitung einer persönlichen Lebenskrise und daraus erwachsene künstlerische Experimente wider.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist 1993 mit dem Tod seiner Frau Dorothea erreicht, den der Künstler in der Gemäldeserie "Abgesang" bearbeitet. Dunkle, urnenartige Gefäße scheinen wie durch einen Schlitz in der Leinwand aus dem Bild gleiten zu wollen. Den Bildgrund bearbeitet Schlotter mit einem Gemisch aus Sand und Acryl. Diese charakteristische Mischtechnik, die er schon in den 1950 er und 1960er Jahren verwendete, taucht nun in der höchst aktuellen Neubearbeitung des Vergänglichkeitsthemas wieder auf. Die Überwindung dieser verunsicherten Lebenssituation dokumentieren die "Neuen Leeren Bilder", die Schlotter seit ca. 1996 malt. Es sind Stillleben, Landschafts- und Architekturausschnitte, die in ihrer klaren und auf das Wesentliche reduzierten Formgebung auch ein Bild des wiedergefundenen inneren Friedens Eberhard Schlotters zeigen. Seelenzustand und Bildsprache sind eng miteinander verwoben und so erwarten den Betrachter am Ende des Weges zu den "Neuen Leeren Bildern" zuversichtlich stimmende, poetische Werke des mittlerweile einundachtzigjährigen Künstlers.