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Streng geheim?

16. Mai – 19. Oktober 2008

Die Freimaurer in Celle

Fast 300 Jahre nach ihrer Entstehung umgibt die Freimaurerei noch immer eine Aura des Geheimnisvollen. Was geht in den Logen der Freimaurer vor, welche Rituale werden in diesem Männerbund gepflegt und was bedeuten sie? Solche Fragen werden bis heute gestellt. Dies liegt auch daran, dass die Freimaurer selbst lange ihre Handlungen und Riten geheim hielten, um sich vor Verfolgungen durch Kirche und Obrigkeit zu schützen, die in den neu gegründeten Logen gefährliche Orte der Aufklärung und des Austauschs jenseits gesellschaftlicher und nationaler Schranken sahen.

Die Verschwiegenheit und die Tatsache, dass zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten den Logen angehörten, haben zu vielerlei Vorurteilen gegen die Freimaurerei geführt. Die vor allem von nationalistischen und rechtsradikalen Kreisen betriebene Diffamierung gipfelte in der nationalsozialistischen Propaganda der „jüdisch-freimaurerisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ und dem Verbot der Logen im Jahr 1935.

Ausgehend von noch immer bestehenden Vorurteilen gegen die „Geheimgesellschaft“ der Freimaurer zeigte die Ausstellung die Geschichte, Zielsetzung und gesellschaftliche Bedeutung der Freimaurerei. Zahlreiche Exponate der Celler Logen und Leihgaben aus der gesamten Bundesrepublik veranschaulichten Rituale und Handlungen innerhalb der Logen. So wurde den Besuchern unter anderem im nachgebauten Tempel der Celler Logen anschaulich gezeigt, welche Symbole und Gegenstände im freimaurerischen Ritual von Bedeutung sind. Die Bekleidung des Freimaurers bei der Tempelarbeit wurde ebenso präsentiert wie eine Tafelloge zur Illustration der Feste und Feierlichkeiten.

Darüber hinaus standen die Geschichte der Celler Logen und die enge Verflechtung ihrer Mitglieder mit der Stadt Celle im Mittelpunkt der Ausstellung. Zahlreiche Dokumente aus dem Logenarchiv und den städtischen Archiven wurden hierfür ausgewertet und boten einen Einblick in die Bedeutung der Freimaurer für die Celler Stadtgeschichte, aber auch in die politische und ideologische Entwicklung der Celler Logen. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur NS-Zeit waren Persönlichkeiten der Celler Gesellschaft - Politiker, Juristen, und Geistliche, Kaufleute und später zunehmend Industrielle - Freimaurer und prägten nicht nur die Aktivitäten innerhalb der Logen sondern auch Entwicklungen und Veränderungen in der Stadt insgesamt. So war die Ausstellung auch ein wichtiger Beitrag zur Celler Stadtgeschichte.

Weiterhin ging die Ausstellung auf die heutige Situation der Freimaurerei ein - Filminterviews thematisieren dabei die Motive für das Engagement in den Logen oder die Haltung des Männerbundes zu Frauen.