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Oskar Ansull und die "Heimat, schöne Fremde"

Am 24. Oktober durfte die Stadtbibliothek in ihrer Veranstaltungsreihe „Celle liest“ den Autor und Literaturforscher Oskar Ansull bei sich begrüßen. Die Veranstaltung fand dieses Mal in großzügiger Kooperation mit der Bibliotheksgesellschaft Celle statt.

Zur Feier des „Tages der Bibliotheken“, der jedes Jahr im Herbst stattfindet, nahm Oskar Ansull sein Publikum mit auf eine Reise in die historische Bibliothekslandschaft der Residenzstadt. Sein Buch mit dem poetischen Titel „Heimat, schöne Fremde“ erforscht unter anderem sehr ambitioniert die Geschichten der Bibliotheken, die mit der Gründung der Kirchenministerialbibliothek beginnen. Interessant: Ein großer Teil dieses Buchbestandes wurde verkauft, um den Bau des Stadtkirchenturms zu finanzieren.

Selbst der Universalgelehrte Leibniz hielt sich etliche Male in der Stadt auf, um unter anderem die Bibliothek des Oberappellationsgerichtes zu besuchen und zu kontrollieren. Ansull zeichnete ein erstaunlich lebendiges und umfangreiches Bild der zum Teil sehr bedeutenden Bibliotheksbestände. Wobei diese ihr Dasein häufig und wenig wertgeschätzt auf Dachböden fristeten. Die für diesen Abend titulierte „literarische Sichtung Celles“ könnte mit dem pauschalen und verkürzten Ergebnis enden, dass Celle viele ganz besondere Möglichkeiten gehabt, diese aber nicht genutzt hat.

 

Ein weiteres Kapitel des Abends war die Skizzierung Celler Schriftstellerinnen. Von den eher unbekannten wie Mathilde Raven und Johanna Crome bis zu den ideologischen Autorinnen des Nationalsozialismus Meyer-Rasch, Kempin und Fuess ließ Ansull die Frauen mit ansteckender Begeisterung vor den Augen der Gäste lebendig werden.

Oskar Ansull: „Heimat, schöne Fremde“ – eine literarische Sichtung – Hardcover im Schuber – 992 Seiten – 110 Abbildungen – ISBN 978-3-86525-727-7 – Preis 48 Euro – Das Buch erscheint Ende November 2019.