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17.11.2022

Möglicher Blackout - Stadtverwaltung für Notfall gerüstet

CELLE. Über die Wahrscheinlichkeit und Folgen eines Blackouts wird überregional beinahe täglich berichtet. Die aktuellen Nachrichten über die derzeitige weltpolitische Lage sorgen teilweise für zusätzliche Unsicherheit. Auch die Stadtverwaltung erreichen dazu fortlaufend Fragen aus der Bevölkerung. Katastrophenschutz ist ursächlich Aufgabe des Landkreises Celle, die Stadtverwaltung trifft dennoch die nötigen Vorkehrungen für die Celler Bürgerinnen und Bürger. „Selbstverständlich bereiten wir uns auf alle Szenarien vor, das sehen wir als unsere Aufgabe an. Egal, ob Hochwasser, weitere Krisenlagen oder eben auch ein möglicher Blackout: Wir versuchen das, was möglich und notwendig ist, vorzubereiten“, sagt Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. „Auch, wenn vor kurzer Zeit niemand gedacht hätte, dass eine der reichsten Nationen dieser Erde derart drastisch die Versäumnisse der Politik aufgezeigt bekommt, müssen wir den Bürgern nun zumindest die Hilfsmittel an die Hand geben, im Fall der Fälle bestmöglich damit umgehen zu können. Wichtig dabei ist vor allem zu betonen, dass es Vorsorgemaßnahmen für einen Fall sind, der hoffentlich nie eintreten wird, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit aber leider signifikant gestiegen ist und gegen welchen man politisch bisher scheinbar auch kein Instrumentarium gefunden hat beziehungsweise sich auf keines verständigen konnte.“

Dienstleister für die Menschen

Die Celler Stadtverwaltung ist jedenfalls vorbereitet – und das nicht erst seit gestern. „Wir erachten es als selbstverständlich, dass wir wie in der Corona-Krise, wo wir eines der wenigen durchgehend geöffneten Rathäuser vorgehalten haben, für unsere Bürgerinnen und Bürger als Ansprechpartner da sind. „So wurden alle im Krisenfall notwendigen Dienstleistungen und Prozesse in längeren Workshops identifiziert und entsprechende Vorkehrungen getroffen, damit diese auch im Notfall aufrechterhalten werden können. Das beginnt bei Dingen wie der Auszahlung von Leistungsansprüchen, geht weiter beim Winterdienst oder den Angeboten des Standesamtes und vielen anderen Dienstleistungen.

Was lapidar klingt, ist mit viel Aufwand verbunden: Die Mitarbeiter müssen trotz fehlenden Stroms befähigt werden, ihre Aufgaben zu erledigen. Die hierfür erforderliche Infrastruktur muss bereitgestellt, eine Notstromversorgung, Kraftstoffbevorratung und Beheizung aufgebaut werden und vieles mehr. „Hier greifen diverse Maßnahmen ineinander, es ist nicht ganz lapidar“, so Nigge. Neben weiteren Funkgeräten, Notstromaggregaten, mobilen Tankstellen für die Fahrzeuge sowie diverser weiterer Ausstattungen wird derzeit zum Beispiel auch eine Tankanlage mit großer Kapazität zur Kraftstoffbevorratung beschafft und errichtet, wodurch die vorhandenen Ressourcen weiter ausgebaut werden.

Was bedeutet ein möglicher Blackout?

Doch was bedeutet ein möglicher Blackout überhaupt für unseren Alltag? Kurz gefasst meint Blackout einen länger andauernden, meist überregionalen Ausfall von Strom, Infrastruktur und Versorgung. Ausführlicher erklärt Sebastian Stottmeier, Fachdienstleiter Allgemeine Ordnung: „Fällt der Strom in Stadt und Landkreis für längere Zeit aus, heißt das unter anderem kein Licht, keine Kommunikation per Handy, Telefon und Internet. Die Kühlschränke fallen nicht nur in den eigenen vier Wänden aus, sondern auch in den Supermärkten. Gleiches gilt für die Heizung. Der Geldautomat funktioniert nicht. Die Tankstellen bleiben geschlossen.“

Wasserversorgung künftig gesichert

Die wichtigste Nachricht vorweg: Die Wasserversorgung der Cellerinnen und Celler wird künftig auch im Blackout-Fall gesichert sein! Dafür sorgen unter anderem Notstromaggregate im Garßener Wasserwerk, Photovoltaikanlagen mit angeschlossenem Batteriespeicher auf dem Gelände von Stadtentwässerung und Stadtwerken sowie der Aufbau von Kraftstoffreserven. Die hierfür erforderliche Infrastruktur wird derzeit auf Weisung des OB erweitert und ausgebaut. Für Ausfallsicherheit werden zudem die Ergänzung der vorhandenen Notfallpläne und zielgerichtete Bevorratungen sorgen. Durch diese Maßnahmen werden auch die erforderlichen Vorbereitungen getroffen, um eine durchgehende Abwasserentsorgung sicherstellen zu können. Dennoch wird jedem Haushalt empfohlen, einen gewissen Vorrat an Trinkwasser anzulegen, damit die öffentlichen Strukturen im Fall der Fälle nicht überlastet werden und die eigene Versorgung trotz der umfassenden Vorkehrungen der Stadtverwaltung in jedem Fall sichergestellt ist.


Der Flyer und seine Inhalte

Neben den Maßnahmen der Verwaltung ist es somit wichtig, dass auch die Menschen der Stadt selbst Vorsorge treffen. Dazu hat die Stadtverwaltung eigens einen Flyer erarbeitet, der in Kürze jedem Haushalt im Stadtgebiet zugesandt wird „Darin sind alle relevanten Informationen enthalten“, sagt Stottmeier. „Wir öffnen im Notfall in allen Stadtteilen zentrale Anlaufstellen für die Bewohnerinnen und Bewohner, sogenannte „Leuchttürme“. Dort werden Informationen zur Verfügung gestellt und Hilfegesuche ermöglicht. Wo sich die Anlaufstellen im Notfall befinden werden, ist selbstverständlich im Flyer zu finden. „Hierzu stehen wir auch in engem Austausch mit unserer Freiwilligen Feuerwehr, für welche in der Vergangenheit bereits die notwendigen Vorkehrungen getroffen worden sind, um die Einsatzfähigkeit jederzeit sicherstellen zu können.“ Ebenfalls enthalten sind Links zu Ratgebern und Checklisten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, welche nützliche Hilfestellung für das Anlegen von Vorräten und allerlei mehr bieten.

„In vielen europäischen Ländern, zum Beispiel in Skandinavien, ist es seit Jahren an der Tagesordnung, dass die Bevölkerung für solche Notfälle gerüstet ist. Wir in Deutschland haben das in der Vergangenheit vielleicht ein wenig zu sehr aus den Augen verloren. Wie ich bereits eingangs sagte: Es schadet keinesfalls Vorbereitungen für den Notfall zu treffen, um sich eine gewisse Zeit selbstständig versorgen zu können, bis zum Beispiel die Mechanismen des Katastrophenschutzes angelaufen sind. Auch dann, wenn man im besten Falle davon keinen Gebrauch machen muss!“, betont der OB abschließend.

Quelle: Pressestelle