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Abstruse Diskussion - irreführende Argumente: Freiraum aus Steuermitteln finanziert

CELLE. Zur aktuellen Kontroverse um den kulturellen „Freiraum“ nimmt Kulturdezernentin Nicole Mrotzek wie folgt Stellung:

„Die Diskussion rund um den Freiraum nimmt derzeit nahezu abstruse Formen an. Denn was steht seitens der Verwaltung und bezogen auf den ausschlaggebenden CDU-Antrag eigentlich im Raum? Es soll einen zweiten, zusätzlichen Freiraum geben. Dagegen kann doch niemand etwas haben, denn das bedeutet noch mehr Platz und Entfaltungsmöglichkeiten für die Kultur in Celle. Und das obendrein kostenfrei, das heißt aus Steuermitteln finanziert. On top gibt es sogar noch ein modernes Buchungsmodell, an dem die Akteure – ebenfalls kostenfrei – partizipieren können und das ihnen die Arbeit erleichtert.

Eigentlich ein Grund zur Freude, die aber die Kulturszene derzeit nicht teilen will. Etwa weil die Stadt die Regie übernehmen möchte, um Einblicke zu haben, was mit den zur Verfügung gestellten Steuermitteln passiert? Das scheint schon ein wenig verwunderlich, denn das sollte doch im Interesse aller liegen. Mit dem Buchungstool werden sogar lästige Aufgaben vereinfacht, denn wer sich schon einmal mit Reservierungen, Raumbelegungen und ähnlichem beschäftigt hat weiß, wie nervenzehrend, aufreibend und zeitaufwendig das sein kann. Im Sportbereich ist dies seit Jahren Usus und hat die Auslastung der Hallenkapazitäten für alle Beteiligten deutlich vereinfacht und verbessert. Zudem ist in keiner Zeile unsererseits zu lesen, dass das bewährte Freiraum-Konzept und die dazugehörigen Aktionen künftig nicht mehr stattfinden können.

Seit Jahren stellen wir nicht unerhebliche Mittel für die Kulturförderung zur Verfügung, wollen diese im kommenden Haushalt sogar nahezu verdoppeln und sehen von daher nicht ein, uns von einem kleinen Kreis, der zu Unrecht die gesamte Szene aufheizt, am Nasenring durch die Manege führen zu lassen. Zumal es auch Stimmen gibt, die sich aber nicht ebenso laut und vor allem nicht öffentlich melden, die unzufrieden über die Behandlung von Antragstellern seitens des Freiraum-Teams sind. Bemängelt wird dabei unter anderem, dass es immer der gleiche Kreis sei, der sich der Immobilie bemächtige und das eben nicht – wie von den Akteuren derzeit beschworen - die gesamte kulturelle Vielfalt partizipieren könne. Auch das kann bei Räumlichkeiten, die aus Steuergeldern und damit von der gesamten Stadtgesellschaft finanziert werden, nicht richtig sein.

Ich bedauere sehr, auch deutliche Worte finden zu müssen. Aber nicht wir haben die Arena eröffnet, sondern die Akteure rund um den Freiraum. Auch wir hätten uns gewünscht, zumal wir bereits mit den Verantwortlichen im Gespräch sind und bleiben werden, dass auf sachlicher Ebene kommuniziert und diskutiert wird und nicht öffentlich und mit noch dazu irreführenden Argumenten. Letztlich wollen wir doch alle einer guten Sache dienen: der Vielfalt der Kultur in unserer Stadt.“

14.11.2025