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Fahrradservice der Celler Lebenshilfe

Reifen platt, Kette gerissen, Licht defekt? Und wie den Drahtesel jetzt zum Fahrradladen in die Innenstadt kriegen? Gar nicht.  Der Reparaturdienst der Lebenshilfe macht’s.
Der Betrieb der Celler Werkstätten im Alten Celler Weg 2 bietet einen Fahrradservice der besonderen Art an: Von Reparatur über Zubehör und Ersatzteilen gibt es hier für private und gewerbliche Kunden einen umfangreichen und professionellen Wartungs- und Reparaturdienst. 
Das Besondere: Die derzeit 11 Beschäftigten in der Werkstatt sind psychisch beeinträchtigt, seelisch erkrankt und dem heutzutage temporeichen Arbeitsalltag „entflohen“. Montags bis donnerstags von 8.15 Uhr bis 15.45 Uhr und freitags bis 14.45 Uhr finden sie hier zurück in den Alltag, der ihnen Struktur bietet, eine geregelte Tätigkeit, soziale Kontakte und persönliche Unterstützung in der gemeinsamen Arbeit und dem Dienst am Fiets. 
Wer heutzutage am Arbeitsalltag scheitert und krank wird, fällt häufig durchs Raster und bleibt mit seiner Erkrankung allein. In den Betriebsstätten der Lebenshilfe wie hier in der Fahrradreparatur bekommen Menschen die Chance, wieder Teil des Arbeitsmarktes zu werden und für ihre Tätigkeit eine gerechte Entlohnung zu bekommen. Es ist eine kleine Werkstatt im Alten Celler Weg. Anfangs reparierten die Beschäftigten ausschließlich für den Eigenbedarf, die Räder der Kollegen, der Köchin, des Chefs. Daraus entwickelte sich schnell die Idee, einen umfangreichen Fahrradservice auch für Kunden anzubieten. Denn hier fühlen sie die Beschäftigten wohl, anerkannt und gewertschätzt – von Kunden wie von Kollegen und Betreuern. Das defekte Rücklicht der Stammkundin ist genauso wichtig wie die gemeinsame Mittagspause im Betrieb von 12 Uhr bis 13 und die Zigarette zwischendurch.
Die Fahrradwerkstatt in Groß Hehlen gehört zu fünf Betriebsstätten der Lebenshilfe, die Dank der arbeitsbegleitenden Maßnahmen Perspektiven schaffen. Neben einem Fachkräfte-Team, das alle Beschäftigten in der Fahrradwerkstatt professionell betreut, sind 3 Kolleginnen ausschließlich damit beauftragt die Beschäftigten beruflich zu rehabilitieren. Dank ortsansässiger Firmen und mutiger Unternehmen gelingt auch das und viele finden zurück in den Arbeitsalltag außerhalb der Werkstätten. 2-3% der Menschen, die hier beschäftigt sind, schaffen den Sprung nach „draußen“.
Also, Drahtesel geschnappt und bei der nächsten Reifenpanne direkt zum Fahrradservice in Groß Hehlen schieben, dann rollt’s auch wieder. Wir finden TOP!