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ALLRIS - Auszug

16.12.2010 - 10 Celler Lichtkunstbahnhofhier: Einbau einer Lic...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Ratsfrau Wiegel weist darauf hin, dass die geplante Licht- und Klanginstallation den Haushalt 2010 und nicht den Doppelhaushalt 2011/2012 betreffe. Der Betrag von rd. 80.000,- € sei im genehmigten Haushalt 2010 bereits enthalten und zwar in einer Gesamtmaßnahme, die mehrere Mio. Euro koste. Wenn man nun die 80.000,-€ aus diesem Gesamtpaket herausstreiche, führe das zu keiner entscheidenden Reduzierung des Haushaltsdefizits. Hierunter würde aber der künstlerische Aspekt erheblich leiden und Celle müsse sich auf diesem Sektor weiterentwickeln. Durch die in Rede stehende künstlerische Gestaltung könne der Bahnhof aufgewertet werden. Wenn die geplante Lichtkunstinstallation nun verhindert werde, wie solle dann die Deutsche Bahn davon überzeugt werden, in den Celler Bahnhof zu investieren. Hier müsse die Stadt glaubhaft bleiben und den Startschuss für die Umsetzung von Zukunftsvisionen geben. Die Haltung der CDU-Fraktion sei nicht glaubwürdig und eine reine Luftnummer; sie stehe bei dieser Thematik im Dunkeln.

 

Ratsherr Dr. Jochim hebt hervor, dass die CDU-Fraktion die geplante Licht- und Klanginstallation nie in Gänze abgelehnt habe; sie sei jedoch zurzeit bei dieser prekären Haushaltssituation nicht realisierbar. Der Bürger unterscheide nicht nach Haushaltsjahren usw., er sehe nur einen Betrag von rd. 80.000,-€, der für die Lichtkunst ausgegeben werden solle. Es sei auch noch genügend Zeit vorhanden, denn konkrete Planungen lägen noch nicht vor und dies sei für künstlerische Gestaltungen im öffentlichen Verkehrsraum unerlässlich. Weiterhin hätten die Autofahrer, die überwiegend den Tunnel nutzen würden, nichts von dieser Klang- und Lichtinstallation; diese würden nur die wenigen Fußnger und Radfahrer wahrnehmen. Es sei auch zu befürchten, dass Graffiti-Sprayer den Tunnel wieder verschandeln werden. Erst wenn ein schlüssiges Konzept vorliegt, sollten die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden.

 

Ratsherr Encke trägt vor, dass genügend Zeit eben nicht vorhanden sei, denn der Betrag von 80.000,-€ sei im Haushalt 2010 veranschlagt. Ob diese Summe in den nächsten 1-2 Jahren nochmal verfügbar sein werde, sei eher fraglich. Insgesamt dürfe die Kunst nicht zu kurz kommen und gerade der Bereich Neustadt könne durch dieses künstlerische Projekt eine erhebliche Aufwertung bekommen.  

 

Ratsherr Schoeps berichtet, dass im Jahr 2008 der Ankauf der Skulptur Atreus für 69.000,-€ ohne große Widerworte erfolgt sei. Bei diesem aktuellen Vorhaben werde nun heftig diskutiert, obwohl sich dieses neuartige Kunstprojekt sehr gut für eine Umgestaltung des Celler Bahnhofs eigne, denn dieser habe derzeit eine sehr schlechte Außenwirkung und bräuchte dringend eine Aufwertung.

 

Ratsherr Dr. Hörstmann gibt an, dass man Geld nicht unbedingt ausgeben müsse, nur weil es im Haushalt eingestellt ist. Grundsätzlich werde die Umgestaltung des Celler Bahnhofs begrüßt, es sei jedoch sehr bedenklich, wenn Herr Simon sein weiteres künstlerisches Engagement für die Stadt Celle vom Erfolg der in Rede stehenden Licht- und Klanginstallation abhängig mache. Dies sei schon ein starkes Stück, so einen massiven Druck auf die Stadt auszuüben. Im Übrigen merkt er an, dass damals die Anschaffung der Skulptur Atreus in der Bevölkerung sehr umstritten gewesen sei. Er werde diesem Vorhaben heute nicht zustimmen.

 

Beigeordneter Falkenhagen trägt vor, dass einerseits gespart werden müsse, andererseits sei man auch verpflichtet, die Zukunft der Stadt zu gestalten. Lichtkunst im öffentlichen Raum sei stets diskutabel; die Ausstattung der Stadt mit Lichtkunst, die immer mehr im Kommen sei, sei ein herausragendes Ziel und könne der Stadt ein neues Gesicht geben. Herr Simon habe für Celle schon sehr viel geleistet und hier stelle sich nun die Frage, ob ein weiteres Wirken des Genannten noch gewollt ist. Insgesamt werde sich die geplante Licht- und Klanginstallation bezahlt machen, deshalb werde er diesem Vorhaben zustimmen.

 

Ratsherr Dr. Bischoff erklärt, dass an der Haltung zu diesem Projekt erkennbar sei, wer die finanzielle Situation der Stadt erkannt hat und damit verantwortungsvoll umgeht. Wer heute diese Ausgabe befürwortet, der verkenne die ernsthafte finanzielle Lage. Die Bürgerschaft sei sicherlich dankbar für eine Erneuerung der Unterführung, jedoch könne hier auf eine aufwändige Lichtkunst verzichtet werden. Beim Sport sollen erhebliche Einsparungen realisiert werden, während für solche Lichtkunstprojekte im Verkehrstunnel horrende Beträge ausgegeben werden. Hierfür habe der Bürger kein Verständnis.

 

Beigeordneter Zobel gibt an, dass es immer heiße „Sparen, wo es nicht weh tut“; dann könne man z. B. auch gleich beim Schlosstheater alles streichen. Solche Maßnahmen würden jedoch zur kulturellen Verkümmerung führen und moderne Kunst sollte in Celle auch seinen Platz bekommen, auch wenn die finanzielle Lage mal nicht so rosig ist. Selbst Unterlüßnne sich eine Lichtkunst leisten, dann sollte Celle darauf nicht verzichten.

 

Ratsherr Wallat stellt fest, dass die Politik das Recht habe zu gestalten und dieses Recht lasse er sich nicht absprechen.

 

Der Oberbürgermeister merkt an, dass es sich der Rat mit dieser Entscheidung nicht leicht mache. Damals sei eine Gesamtplanung für den Celler Bahnhof - inkl. Aufwertung der Unterführung – beraten und verabschiedet worden. Hätte er dieses Thema nicht nochmal aufgegriffen, wäre der Vorschlag der Verwaltung sicherlich so durchgelaufen und umgesetzt worden. Der Oberbürgermeister wolle jedoch mehr, denn er sehe den Kunstbahnhof als Gesamtprojekt und als künstlerisch attraktives Erlebnis mit Strahlwirkung nach Hannover, Hamburg usw.. Diesbezüglich könne man den Verkehrstunnel nicht abkoppeln und müsse alles als eine Einheit sehen. Weiterhin wolle Herr Simon nicht seine Mitarbeit für die Stadt aufkündigen, sondern er würde das Gesamtprojekt Lichtkunstbahnhof nicht weiter verfolgen, wenn die geplante Licht- und Klanginstallation nicht realisiert werde. Im Übrigen sei dieses Vorhaben auch ein wichtiges Signal in Richtung Deutsche Bahn, denn hier zeige sich sehr deutlich, wie die Stadt zur Entwicklung des Celler Bahnhofs stehe.

 

Ratsherr Dr. Moritz weist darauf hin, dass im Rahmen der Haushaltsberatungen solche Worte wie „Alptraum-Etat“ usw. fielen und dass tiefgreifende Einschnitte zwingend erforderlich seien. Weiterhin müsse ein effektives Haushaltssicherungskonzept entwickelt werden. Vor diesem Hintergrund passe es dann nicht, sich solch einen Luxus-Tunnel zu leisten; dies sei momentan einfach nicht vertretbar. Die CDU-Fraktion unterstütze das Gesamtprojekt Lichtkunstbahnhof ausdrücklich, jedoch werde das heute zur Abstimmung stehende Vorhaben nicht befürwortet.  

 

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Der Rat beschließt mehrheitlich bei 22 Ja-Stimmen, 15 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung den Einbau einer Licht- und Klanginstallation in der Unterführung Bahnhofstraße gemäß dem durch Robert Simon und demnstler Vollrad Kutscher vorgelegten Konzept und Kostenplan.