08.03.2012 - 7 Haushaltsrelevante Museumsprojekte
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Sitzung:
-
Sitzung des Kulturausschusses
- Gremium:
- Kulturausschuss
- Datum:
- Do., 08.03.2012
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage Ziele
- Federführend:
- Vorzimmer FB 2
Wortprotokoll
a) Als die Royals nach Hannover kamen
Die Verwaltung berichtet, dass sie mehr Fördermittel beim Land beantragt habe, aber nur 150.000 bewilligt worden seien, weil Kosten wie z. B. das Marketing, die Herausgabe von Publikationen, Drucksachen und Katalogen sowie Restaurierungskosten zentral aus dem Landesbudget bezahlt würden. Dieses größte Kulturprojekt seit Jahrzenten würde Celle erstmals die Möglichkeit eröffnen, im Verbund mit vier Häusern der Landeshauptstadt ein international bedeutsames Projekt zu realisieren. Insgesamt verfüge das Land über ein Budget in Höhe von ca.5,7 Millionen Euro (abzüglich 1 Million für den Schlossneubau Herrenhausen). In der Gotischen Halle und im Residenzmuseum soll die Entstehungsgeschichte der Personalunion mit neuen Forschungsergebnissen präsentiert werden. Die Verwaltung erläutert anhand der vierseitigen Tischvorlage (s. Anlage) die Kosten und auch das vorgesehene Budget. Sie berichtet, dass die Landesregierung die Ausstellung auf vier Radien ausgerichtet habe (international; Nachbarstaaten Deutschlands; Niedersachsen; Hannover/Celle) und überreicht den Ausschussmitgliedern zwei Flyer, in denen die Celler Ausstellung bereits mit den Ausstellungen in Hannover angekündigt wird.
Auf Nachfrage der Ausschussvorsitzenden, welchen Betrag der noch offenen Finanzierungslücke in Höhe von 261.000 die Stadt Celle bereitstellen solle, nennt die Verwaltung eine Summe in Höhe von 150.000 bis 200.000 . Der Differenzbetrag werde voraussichtlich durch Sponsoren finanziert werden können. Sie ergänzt, dass die in der Tischvorlage aufgeführte Kostenschätzung erst seit kurzem aufgrund der letzten Verhandlung mit dem Land Niedersachsen feststehe. Die Fraktion DIE UNABHÄNGIGEN fragt nach, ob es eine Gegenfinanzierung und Ausfallgarantien gäbe. Die Verwaltung verneint dies. Sie macht darauf aufmerksam, dass die nur sehr gering beworbene Ausstellung Mächtig. Verlockend Frauen der Welfen ca. 12.000 zahlende Besucher in die Gotische Halle lockte, und prognostiziert bis zu 30.000 bis 40.000 Besucher, da für diese Ausstellung internationale, bundes- und landesweite sowie regionale Werbekampagnen erfolgen werden. Eine Gegenfinanzierung sei nicht möglich, weil die Einnahmen der Ausstellung laut Vertrag zur Unterhaltung des Bomann- Museums in den Etat der Gesellschaft fließen.
Die SPD-Fraktion beklagt, dass der benötigte Betrag zu hoch sei und schlägt vor, den Betrag bei 100.000 zu deckeln und zusätzliche Förderer zu gewinnen. Sie befürworte generell die Durchführung der Ausstellung, wolle die Höhe der Kosten aber nicht in den nächsten Ausschüssen thematisieren, sondern erst während der Haushaltsberatungen, um Schwerpunkte zu bilden.
Die Verwaltung hält dies für problematisch, da das Budget nach unten ausgereizt sei. Voraussichtlich würden 150.000 seitens der Stadt Celle benötigt werden. Die Fraktion Die Grünen/Bündnis 90 kritisiert, erst jetzt mit diesen Kosten konfrontiert zu werden, obwohl die Planungen bereits seit vier Jahren bekannt seien.
Die Fraktion DIE UNABHÄNGIGEN schlägt vor, einen Kompromiss in Höhe von 150.000 zu schließen und empfiehlt, den Gesellschaftervertrag zu ändern, um mit den Einnahmen die Ausstellung refinanzieren zu können. Die Verwaltung sagt zu, in der nächsten Kulturausschusssitzung über das besondere Konstrukt des Vertrags der Gesellschafter zur Unterhaltung des Bomann-Museums in Celle zu beraten.
Nach eingehender Diskussion sprechen sich die Ausschussmitglieder einstimmig dafür aus, 2012 über den 3.Nachtragsplan 60.000 bereitstellen zu lassen. Die städtischen Gesamtkosten der Ausstellung dürfen einen Betrag in Höhe von 150.000 nicht überschreiten.
b) Lichtkunstprojekt Scheinwerfer
Herr Robert Simon verdeutlicht mit Hilfe einer visualisierten Präsentation, dass das geplante Projekt Scheinwerfer eine außergewöhnliche Lichtkunstausstellung für Celle werde. Es handele sich in diesem deutschlandweit einmaligen Projekt um eine erste Bestandsaufnahme der aktuellen Lichtkunstszene. Er habe darüber mit dem Bundesminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, gesprochen und ihn vom Konzept dieses außergewöhnlichen Projektes mit nationaler Strahlkraft überzeugt. Auch die Nieders. Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Frau Prof. Dr. Wanka, sei begeistert davon. Allerdings könne dieses ehrgeizige Projekt nicht ohne finanzielle Beteiligung der Stadt Celle realisiert werden. Insbesondere werde durch die Ausstellung ein Bewusstsein geschaffen für die herausragende Bedeutung der Lichtkunst. Sie würde zudem den Ruf des Kunstmuseums Celle als Aushängeschild der Stadt festigen. Die Gesamtkosten würden sich auf 290.000 belaufen, wovon 50% vom Bund finanziert werden könnten. Demnach hätten das Land Niedersachsen und die Stadt Celle ebenfalls insgesamt 145.000 zu tragen, wovon ein geschätzter Eigenanteil der Stadt Celle in Höhe von 50.000 bis 75.000 verbleiben würde. Er betont, dass ein Signal der Stadt Celle als Fundament für die Bewilligung von Drittmitteln unumgänglich und wichtig sei, und ermutigt die Ausschussmitglieder, ein finanzielles Zeichen in der erforderlichen Höhe zu setzen.
Im Ausschuss stößt das Projekt auf eine breite Zustimmung, weil man sich seiner Faszination kaum entziehen könne und weil es auch für junge Menschen ein wichtiges Signal sei.
Die Verwaltung macht darauf aufmerksam, dass der städtische Eigenanteil erst 2013/2014 benötigt werde, da die Ausstellung um ein Jahr verschoben worden sei. Sie befürwortet die Sonderausstellung und erklärt, dass sie 75.000 für die Etatberatungen 2013 anmelden werde.
Von einem der beratenden Mitglieder wird nachgefragt, ob Kontakte zu Markus Richter, dem künstlerischen Leiter der 2. Biennale für Internationale Lichtkunst (Dortmund/Unna) bestehen und ob eine Kooperation geplant sei. Herr Simon verneint dies und begründet diese Entscheidung. Ratsherr Scherer fordert, Spendenmittel zu akquirieren und offeriert, die Lichtkunstausstellung mit 5.000 fördern zu wollen, wenn zwischen den Modehäusern Marstall Männer Mode und dettmer & müller ein Lichtkunstobjekt installiert werde.
Die Ausschussvorsitzende formuliert folgenden Beschlussvorschlag: Die für 2013/2014 von Herrn Simon geplante Lichtkunstausstellung Scheinwerfer wird befürwortet. Die Verwaltung wird gebeten, dafür einen Betrag in Höhe von 50.000 75.000 für die Etatberatungen 2013/2014 anzumelden.
Diesen Beschlussvorschlag empfehlen die Ausschussmitglieder einstimmig.
Anlagen
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