30.10.2013 - 5 Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 19 "Erweite...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Datum:
- Mi., 30.10.2013
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 18:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Herr Hellbrügge, Planungsbüro Instara, stellt die Alternativplanung dem Ortsrat ausführlich vor:
- Statt der bisher geplanten Leistungserhöhung von derzeit ca. 0,5 MW auf zukünftig 1,3 MW sei nunmehr eine Leistungserhöhung auf 1,0 MW elektrischer Leistung ei einer Gaserzeugungskapazität von maximal 4,5 Millionen Normkubikmetern Biogas pro Jahr vorgesehen.
- Die Behälterhöhen betragen derzeit max. 14 m. Im Zuge der Leistungserhöhung wird die Gesamthöhe der vorgesehenen baulichen Anlagen auf maximal 16 m beschränkt.
- Für die anlagenbezogenen Fahrverkehre ist eine alternative Verkehrsführung geplant. Diese solle westlich der Biogasanlage nicht wie bisher nach Norden und Süden abzweigen, sondern über eine Neuerschließung weiter nach Westen direkt auf die K 32 (Lachtehäuser Straße) führen. Ziel sei eine erhebliche Entlastung der Straße Osterkamp. Im Bereich der Bruchstraße in Altenhagen könnten die anlagenbezogenen Fahrverkehre sogar vollständig eingestellt werden. Die Neuerschließung könne möglicherweise im Zusammenhang mit dem Flurbereinigungsverfahren zum Bau der geplanten Ostumgehung bearbeitet werden.
- Ein zentraler Planungspunkt bestehe im Zuge der Anlagenerweiterung auch darin, das im Bereich Lachtehausen schon bestehende Wärmenetz auszubauen. Der Landkreis Celle habe eine schriftliche Interessenbekundung an einem Wärmeangebot geäußert, mit dem er die Schulanlage Altenhaben parallel zur jetzigen Anlage mit Fernwärme aus der Biogasanlage versorgen möchte. Voraussetzung dafür ist, dass eine Warmwasserleitung bis in den Heizungsraum gelegt und ein Wärmetauscher installiert werden. Die Kosten dafür liegen beim Wärmeanbieter.
Nachfragen aus dem Ortsrat werden wie folgt beantwortet.
- Anlagenbetreiber Meine erläutert, dass bei einer preislichen Einigung mit dem Landkreis Celle, der Anschluss der Altenhäger Schule an das Wärmenetz aus seiner Sicht sofort starten könne. Grundsätzlich habe er zum jetzigen Zeitpunkt ca. 1/3 der produzierten Wärme gesicherte Abnehmer.
- Die Schule befinde sich in räumlicher Distanz zur Biogasanlage, so dass die Effizienz der Versorgung der relativ weit entfernten Schule in Frage gestellt wird. Herr Meine führt aus, dass die Versorgungsrohre dementsprechend isoliert seien.
- Die Kosten für die neue Zufahrt trage der Anlagenbetreiber. Denkbar sei auch eine Beteiligung der Flurbereinigungsbehörde. Die Zufahrt werde als Schotterweg ausgebaut, welcher an zwei Stellen erweitert werde, damit sich dort entgegenkommende Fahrzeuge ausweichen können. Im Bereich der Brücke könne es evtl. Abholzungen geben.
- Der Ortsrat beurteilt die Lage des Plangebietes im Überschwemmungsgebiet der Lachte kritisch. Darüber hinaus verlaufe in diesem Bereich die Hochwasserlinie HQ 100. Dem entgegnet Her Meine, dass aufgrund dieser Lage ein entsprechendes Gutachten erstellt wurde. Dort wurden Hochwassergrenzen, die Lage der Bebauung, die max. zu versiegelnde Fläche und Abgrabungen festgelegt.
- Die jetzige Bepflanzung der Kompensationsflächen in Form von Fichten wird gerodet und durch Laubbäume wie z. B. Stieleiche oder Eberesche ersetzt. Die Maßnahme muss spätestens in der auf das Inkrafttreten des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes folgenden Pflanzperiode durch den Vorhabenträger umgesetzt werden.
- Die Befüllung der Anlage wird zu 65 % bis 70 % aus Mais und Zuckerrüben bestehen. Weitere Anteile seien Ganzpflanzensilage, Gras und Mist. Äußerst umstritten sei die Befüllung der Anlage mit Trockenmist aus Hühnermastanlagen aus dem Emsland.
Der Ortsrat weist ausdrücklich darauf hin, dass er keine Beschlussempfehlung abgeben wird, da es keine Vorlage der Stadtverwaltung gebe.
Nach einstimmigem Beschluss des Ortsrates wird die Sitzung von 20:15 Uhr bis 20:35 Uhr für Bürgerfragen unterbrochen.
