09.03.2016 - 9 Straßenerhaltungsmanagement bei der Stadt Celle...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9
- Datum:
- Mi., 09.03.2016
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Stadtbaurat Kinder führt in das Thema ein und verdeutlicht als Ziel der Verwaltung, die Straßen im Stadtgebiet der Stadt Celle in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten unter Berücksichtigung der angespannten Haushaltslage.
Diplomingenieur Wittor vom Büro Wittor gibt anhand einer Powerpointpräsentation einen Überblick über den Zustand sämtlicher Straßen im Stadtgebiet.
1996 ist von der Verwaltung der Aufbau einer Straßendatenbank initiiert worden. Im Jahre 2003 wurde das gesamte Straßennetz im Computer erfasst, demzufolge Auswertungen vorgenommen und Änderungen eingepflegt werden können. Allgemein ist der Straßenzustand innerhalb der Stadt Celle als nicht mehr gut zu bezeichnen. Allerdings geht es vielen Städten so wie der Stadt Celle.
Die Powerpointpräsentation ist dem Protokoll als Anlage beigefügt.
Laut Diplomingenieur Wittor beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Straße 40 bis 50 Jahre. Demzufolge ist das Straßennetz jährlich zu 1/45 zu erneuern. Der Erneuerungszyklus betrüge somit 45 Jahre. Derzeit liegt er bei der Stadt Celle bei 252 Jahren. Dies bewirkt bezogen auf die Eröffnungsbilanz einen Vermögensverlust von rd. 20 % des Straßenvermögens bezogen auf den Zeitraum 2008 bis Ende 2014.
Mit den bisher eingesetzten Mitteln schreite die Zustandsverschlechterung des Straßennetzes weiter voran. In 2015 wurde der Warnwert 3,5 erreicht. Damit ist der Eingreifzeitraum erreicht, in dem nachhaltig gehandelt werden müsse. Beim Schwellenwert 4,5 sind Maßnahmen überfällig und die Straßen mit Unterhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen kaum mehr in den Griff zu bekommen. Die Straßen müssten dann von Grund auf saniert werden.
Herr Wittor geht auf den Straßenaufbau ein, der in mehreren Schichten konzipiert ist. Er spricht das LKW-Aufkommen am Beispiel des Wilhelm-Heinichen-Ringes an. Ein 40-Tonnen-LKW beansprucht die Straßen so wie 65.000 PKW.
Um Kosten einzusparen, schlägt er eine Mehrspartenbeteiligung vor (Kanal, andere Versorgungsträger). Außerdem werde im Nds. Landtag an der Einführung von „wiederkehrenden Straßenausbaubeiträgen“ gearbeitet, welches eine Änderung des Nds. Kommunalabgabengesetzes zur Folge hätte.
Der Ausschussvorsitzende dankt dem Diplomingenieur Wittor für seinen Vortrag.
Fragen aus den Reihen des Ausschusses werden von Herrn Wittor ausführlich beantwortet.
Ratsherr Ohl ist daran interessiert, über den Zustand des Straßennetzes der Stadt Celle einmal im Jahr informiert zu werden.
Im Ausschuss wird allgemein zur Kenntnis genommen, wie dringlich die Situation ist. Eigentlich wäre ein Investitionsvolumen in mindestens 4-facher Höhe erforderlich, um den Straßenzustand zu erhalten.
Stadtbaurat Kinder zeigt sich aufgeschlossen für LKW-Führungskonzepte und die Notwendigkeit, Prioritäten bei der Straßenunterhaltung und der Instandsetzung bei der angespannten Haushaltslage festzulegen. Grundsätzlich werden nur Straßen ausgebaut, deren Kanäle ebenfalls abgängig sind. Außerdem werden Fördermittel, soweit möglich, eingeworben.
Anlagen
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(wie Dokument)
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