10.08.2016 - 8 Information über die Klein Hehlener Flüchtlings...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Sitzung:
-
Sitzung des Ortsrates Klein Hehlen
- Gremium:
- Ortsrat Klein Hehlen
- Datum:
- Mi., 10.08.2016
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:36
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Herr Peters, Leiter der Zentralen Anlaufstelle (ZA) im Maschweg, stellt sich vor und erklärt, er werde zunächst über die Flüchtlingssituation in Celle allgemein berichten. Am 01.03.2015 sei die ZA mit drei Mitarbeitern in Betrieb genommen worden. Seither seien ca. 1.000 Flüchtlinge aufgenommen, untergebracht und informiert worden. Derzeit würden ca. 806 Flüchtlinge von der ZA betreut. Im Maschweg befänden sich 38 Erwachsene und 16 Kinder. Im letzten Monat seien 22 Personen, über die zugewiesene Quote hinaus, durch Zuzug von Familienmitgliedern aufgenommen worden. Diese Überschreitung werde „gutgeschrieben“. Im Ortsteil Klein Hehlen seien 100 Flüchtlinge (62 Kinder und 38 Erwachsene) in Wohnungen der BIMA in der Bach-, Lortzing-, Händel- und Petersburgstraße untergebracht. Im April habe diesbezüglich eine gut besuchte Infoveranstaltung in der Schule stattgefunden. Die Menschen in der Stadt Celle hätten Beispielhaftes geleistet, auch als der große Flüchtlingsansturm gekommen sei. In der ZA agiere ein multikulturelles Team. Zudem seien verschiedene Übersetzer und mehrere Sozialarbeiter tätig. Der Zuständigkeitsbereich umfasse die Flüchtlinge im gesamten Stadtgebiet. Die Arbeit in der ZA basiere auf drei Säulen: Betreuung und Beratung, Koordination der Ehrenamtlichen, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit (Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen, Jobcenter, freien Trägern, sämtlichen Organisationen, die in Celle tätig sind). Hauptaufgaben sind, unterbringen, begleiten, Grundausstattung der Wohnung, Kindergartenanmeldung, Vermittlung von Arztterminen und Begleitung, Kontakt zur Agentur für Arbeit, Sprachkurse und Beratung in Bezug auf alle Aktivitäten des täglichen Lebens. Die vorgenannten Aktivitäten würden gemeinsam mit den sehr engagierten Ehrenamtlichen geleistet. Ohne die Ehrenamtlichen wäre dies nicht zu bewältigen. Sehr gute Arbeit leiste auch der Info-Point in Klein Hehlen.
Anschließend stellt sich Frau Gakenholz (Leitende Sozialarbeiterin der ZA) vor und informiert, die Flüchtlinge würden sich gut in Klein Hehlen aufgehoben fühlen. Inzwischen seien Nachbarschaftsregeln (über Mülltrennung, keine fremden Grundstücke betreten u.a.) erstellt worden, die den Flüchtlingen vermittelt würden.
Sodann berichtet die ehrenamtliche Helferin, Frau Deißner, sie koordiniere die ehrenamtliche Arbeit in der Händelstraße gemeinsam mit Frau Hempel und Frau Dittel. Circa 40 Ehrenamtliche sowie auch die Ortsratsmitglieder, die ZA und die Stadt seien in Klein Hehlen sehr engagiert. Seit Anfang Februar sei der Infopoint, in der Händelstraße 2 geöffnet und diene auch den Bürgern als Anlaufstelle für Fragen. Jeder sei willkommen. Dort seien auch viele Sachspenden aus der Bevölkerung eingegangen, so dass die Familien derzeit grundversorgt seien. Eine Sozialarbeiterin unterstütze zwei Mal wöchentlich. Fast alle Flüchtlingsfamilien haben Paten aus der Nachbarschaft. Von 11 Familien hätten 3 den Aufenthaltstitel und können einen Integrationskurs besuchen. Mehrmals wöchentlich finde Deutschunterricht statt. Unter den Flüchtlingen befänden sich viele Analphabeten. Evtl. werde für Kinder, die keinen Kindergartenplätz bekommen, eine Mutter-Kind-Gruppe eingerichtet.
Auf Nachfragen informiert Frau Gakenholz, erst Kinder ab dem 3. Lebensjahr hätten einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Krippenplätze würden nur an Berufstätige vergeben. Die Flüchtlinge wüssten darüber Bescheid, dass sie sich jederzeit an die Ansprechpartner im Maschweg sowie an die Sozialarbeiter wenden können. Dasselbe gelte auch für Fragen und Probleme der Bürger. Derzeit liefen einige Umzüge vom Landkreis in die Stadt Celle oder aus einem anderen Bundesland, da Familienmitglieder zusammenziehen möchten. Bei Vorliegen eines Aufenthaltstitels könnten Familienangehörige nachreisen. Die Flüchtlinge bekämen Leistungen nach dem SGB II oder dem Asylbewerberleistungsgesetz. Dort sei eine Pauschale für eine Erstausstattung enthalten. Auch bekämen sie nicht alle Dinge repariert oder neuwertige Gegenstände.
Aus den Reihen der Zuhörer werden keine Fragen gestellt.
Ortsbürgermeister Didschies bedankt sich anschließend für die ausführlichen Erläuterungen.
