Hauptmenü
Inhalt
ALLRIS - Auszug

20.03.2019 - 7 Anfragen und Anträge an den Eigenbetrieb

Beschluss:
ungeändert beschlossen
Reduzieren

Wortprotokoll

Ratsherr Dr. Hörstmann fragt im Auftrage seiner Fraktion nach dem Ergebnis des filmerischen Abfahrens des Kanalsystems in der Burger Landstraße. Betriebsleiter Herr Martin sagt genaue Angaben dazu im Protokoll zu.

Nachtrag zum Protokoll: Der Zustand der Kanalisation im Bereich der Burger Landstraße erfordert einen mittelfristigen (5 bis 10 Jahre) Handlungsbedarf. Akut gibt es dort keinen Handlungsbedarf. Wird allerdings die Burger Landstraße erneuert, werden die dort liegenden Schmutz- und Regenwasserkanäle ebenfalls mit erneuert. Die Kostenschätzung dazu beläuft sich auf ca. 1,6 Mio. € für den Schmutzkanal und auf ca. 1,1 Mio. € für den Regenwasserkanal (Stand 2018).

 

Weiter berichtet Ratsherr Dr. Hörstmann davon, dass die Gullys im vorderen Parkplatzbereich des Allgemeinen Krankenhauses sehr sauber seien. Allerding sehen 2 bis 3 Gullys auf den Zusatzparkplätzen verstopft aus. Er fragt an, ob dies im Rahmen der Routine mitgesäubert würde oder das AKH dies gesondert in Auftrag geben müsse.

Der Abteilungsleiter Kanalbetrieb, Herr Kohlhepp, antwortet darauf, dass dies Privatflächen vom AKH sind und die Reinigung der Gullys auch vom AKH beauftragt werden müsse. Der Auftrag könne an die Stadtentwässerung oder eine Fremdfirma vergeben werden.

 

Ratsherr Dr. Hörstmann teilt mit, dass laut einer Reportage an der Universität Lübeck Trinkwasser und Abwasser auf Kleinstpartikel von Plastik untersucht worden seien. Diese Mikroplastiken konnten im Abwasser nachgewiesen werden. Durch den Einsatz einer 4. Reinigungsstufe auf der Kläranlage können diese Mikroplastiken aber aus dem Abwasser gefiltert werden. Er fragt an, ob das Abwasser in Celle auch geprüft werde und wenn ja, ob hier Handlungsbedarf bestehe.

Der Abteilungsleiter Klärwerk, Herr Bowers, führt dazu aus, dass dies zu immensen Investitionskosten (Feinstfilteranlagen: etwa 5 Mio. €) führen würde. Dies sei seiner Meinung nach jedoch der falsche Ansatz. Der richtige Ansatz wäre, die Eintragsquellen zu reduzieren oder ganz zu verhindern.

Ratsherr Dr. Hörstmann fragt nach, wie der Eintrag zu verhindern sei. Herr Bowers teilt mit, dass Mikroplastik in vielen Kosmetikprodukten, Mikrofaserpullovern, etc. enthalten seien und durch das Ab- und Auswaschen in das Abwasser gelangt. Hier sei klar die Politik gefragt um entsprechende Gesetze zu erlassen.

Ratsfrau Rodenwaldt-Blank merkt an, dass die Politik zu langsam sei. Wenn es technisch möglich sei, sollte man bei der Stadtentwässerung auch über den Einbau eines Feinstfilters gegen Mikroplastiken nachdenken.

Betriebsleiter Herr Martin merkt hierzu an, dass die Stadtentwässerung den Abwassergebührenzahlern verpflichtet ist. Diese müssten dann mögliche Investitionskosten über die Abwassergebühr finanzieren. Dies sei zu vermeiden, solange die Aufsichtsbehörden eine solche Anlage nicht verschreiben.

Ratsfrau Rodenwaldt-Blank merkt an, dass die Celler Bevölkerung gewillt sein könnte, diesen Betrag mit zu tragen.

Ratsherr Dr. Hörstmann sieht hierfür keinen akuten Bedarf, solange im menschlichen Körper keine solche Partikel nachgewiesen worden seien. Sobald dies der Fall sei, müsse man neu darüber nachdenken.