12.11.2020 - 4 Fahrradaktionsplan / Radverkehrskonzept für die...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Datum:
- Do., 12.11.2020
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Herr Graf vom Büro i.n.s. – Institut für innovative Städte – stellt den Fahrradaktionsplan für die Stadt Celle vor. Es ist ein Umsetzungshorizont von ca. fünf Jahren vorgesehen, jedoch müssen auch langfristige Maßnahmen stattfinden, um Veränderungen im Stadt- und Verkehrsraum umzusetzen.
Das Aktionsprogramm fokussiert sich auf eine Optimierung mit folgenden übergeordneten Planungszielen:
- Ein durchgehend sichtbares Netz.
- Die Minimierung von Führungsformen.
- Die Klarheit der Trassen sowie Linienführung.
Um die Celler zum Radfahren zu motivieren, muss das Fahrrad als Fortbewegungsmittel attraktiv gemacht werden. Dies wäre durch eine intiuitiv erfassbare Wegeführung, ein schnelles Vorankommen und angenehmes Fahren jenseits von Autos, Lastwagen und Bussen gewährleistet. Zudem müsse Radfahren einfach, schnell und bequem sein. Die Maßnahmen müssten insbesondere die Autofahrer überzeugen, die auch die Zielgrupppe dieses Aktionsplans darstellen.
Die Stadt Celle hat einen hohen Bestand an Radverkehrsanlagen, d.h. es besteht ein Radverkehrsnetz, so Herr Graf. Dennnoch ist die Verkehrsinfrastruktur sehr stark auf den motorisierten Individualverkehr (MIV) ausgerichtet. Es sind weite Wege zu wichtigen Zielen zurückzulegen, wenig Zeitvorteile für das Fahrrad erkennbar und viele Radwegeführungen erfüllen nicht den Standard der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010). Herr Graf führt weiter aus, dass diesen Schwächen durch schnelle und direkte Hauptrouten, sichere Radabstellanlagen und Vorrang für den Radverkehr begegnet werden sollte. Ein Risikio bleibt die Finanzsituation der Stadt Celle, sowie die Nutzung und Förderung des MIV, da diese schon allein durch den Aufbau und die räumlichen Gegebenheiten der Stadt (z.B. Lage der Gewerbegebiete) gefördert wird.
Herrn Graf zufolge ist ein zukunftsfähiges Radnetz hierarchisch aufgebaut und besteht aus drei Ebenen: Den Radschnellverbindungen, Hauptrouten und Basisrouten.
- Radschnellverbindungen sind durch hohe Fahrgeschwindigkeiten und möglichst wenig Wartezeiten für möglichst viele Menschen gekennzeichnet und stellen eine attraktive Alternative zum Auto dar. Mögliche Radschnellverbindungen, z.B. Celle-Wienhausen-Langlingen und Nienhagen / Wathlingen sollen geprüft werden.
- Hauptrouten verbinden die zentralen Quellen und Ziele im Stadtgebiet durch ein durchgängiges Netz an sicheren sowie bequem befahrbaren Routen. Zentrale Anforderungen an die Gestaltung der Hauptrouten sind: eine gute Erkennbarkeit der Route, ein durchgehendes Wegenetz, eine hohe Sicherheit, schnelle und direkte Verbindungen sowie hoher Fahrkomfort.
- Basisrouten ergänzen das übergeordnete Hauptroutennetz und dienen zur guten Erreichbarkeit der Hauptrouten. Dabei gelten geringere Anforderungen als an das Hauptroutennetz.
Der Radverkehr kann auch durch einzelne Radverkehrsverbindungen gefördert werden, wenn sie wichtige Quellen und Ziele erschließen. Die Umsetzungsvorschläge für die drei Radverkehrsverbindungen „Innerer Ring“, „Altstadt – Altenhagen“ und „Bahnhof – Altstadt“ erörtert Herr Graf in seinem Vortrag. Diese Vorschläge werden auch in dem Kurzbericht des Fahrradaktionsplans dargestellt.
Herr Graf beendet seine Ausführungen mit folgenden Empfehlungen, die zu einer schnellen Verbesserung des Radverkehrs in Celle führen können:
- Die Hauptrouten sollten vorrangig ausgewiesen werden.
- Die Umsetzung sollte möglichst linienbezogen auf ein zusammenhängendes Netz und nicht punktuell im Stadtgebiet erfolgen.
- Es sollte gleich mit kleinen Maßnahmen angefangen werden, z.B. Ausweisung der Hauptradrouten, um das Netz erkenn- und begreifbar zu machen.
- Bei der Umsetzung sollte eine Priorisierung vorgenommen werden, bei der z.B. die Realisierbarkeit berücksichtigt werden sollte.
Im Anschluss an den Vortrag stellen die Ausschussmitglieder inhaltliche Fragen zum Konzept, die Herr Graf beantwortet.
Herr Wilhelms und Stadtbaurat Kinder bedanken sich bei Herrn Graf und dem i.n.s.
Auf Wunsch von Frau Schrader bestätigt Stadtbaurat Kinder die Veröffentlichung des vorliegenden Kurzberichts zum Fahrradaktionsplan im Internet.
