Hauptmenü
Inhalt
ALLRIS - Auszug

23.09.2020 - 5.4 Sachstand Digitalisierung Grundschulen

Reduzieren

Wortprotokoll

Fachdienstleiter Schulen Herr Lehmann erläutert den Sachstand „Digitalisierung der Celler Grundschulen“ und geht dabei auch auf die Mitteilungsvorlage AN/0176/20-1 "Schulentwicklungsplan Celle - Bildung in einer digitalen Welt" (TOP 3) ein.

 

Die FDP hatte mit o.g. Antrag die Aufnahme der Komponente „Bildung in einer digitalen Welt“ in die Schulentwicklungsplanung der Stadt Celle gefordert.

Diese Komponente sei nach Aussage von Herrn Lehmann bereits eine zentrale Kernkomponente in der Schulentwicklungsplanung der Stadt. Man befände sich dabei nicht erst in der Planungs- sondern schon in der Umsetzungsphase.

Wie in der Ausschusssitzung am 09.06.20  dargestellt, hätten Schulen und Schulträger das Projekt „Digitalisierung Celler Grundschulen“ gestartet, in dem unter dem Primat der Pädagogik  die IT-Ausstattung der Schulen modernisiert, standardisiert und professionalisiert werden solle.

 

Dazu  tte am 09.09.20 die große Auftaktveranstaltung mit rund 50 Teilnehmern (Alle Schulen, Systembetreuer, Kommunale Datenzentrale Oldenburg, Medienberater des Landes, Schulträger) stattgefunden.

In diesem Rahmen wurde zunächst die Pädagogik betrachtet. Wichtig sei, dass nicht analoge Unterrichtswerkzeuge 1:1 durch digitale Mittel ersetzt werden, sondern pädagogische Mehrwerte erzeugt werden, die ohne moderne digitale Medien undenkbar wären, z.B. die Erkundung der Nordsee über VR-Brillen anstatt der Nutzung eines Atlas. Technik dürfe kein Selbstzweck sein.

 

Als Ergebnis der Veranstaltung wurden weitere Schritte vereinbart: Die Schulen würden bis zum 15.11.20 ein pädagogisches Celler Basiskonzept erstellen (Welche digitalen Kompetenzen hat ein Celler Grundschüler beim Übergang auf die weiterführende Schule?). Davon abgeleitet würden technische Anforderungen definiert. Pädagogisch wird sich am Strategiepapier der Kultusministerkonferenz aus 2017 „Bildung in einer digitalen Welt“ orientiert.

Auf dem pädagogischen Celler Basiskonzept aufbauend treibt der Schulträger die Fertigstellung eines aktuellen Medienentwicklungsplanes voran.

Anhand dessen sollen technische und organisatorische Maßnahmen unter Inanspruchnahme der Fördermittel des Digitalpaktes in den Jahren 2021-2024 umgesetzt werden. Derzeit seien dafür 2,6 Mio € im Investitionsprogramm eingeplant. Dieser Bedarf müsse gegebenenfalls auf Grundlage der im Projekt zu erfolgenden detaillierten Kostenplanung angepasst werden.

 

Die im FDP-Antrag angesprochene Lehrerfortbildung sei nicht Aufgabe des Schulträgers sondern des Landes. Allerdings hält auch der Schulträger diese für unabdingbar. Daher soll diese über den Medienentwicklungsplan abgesichert werden.

 

Zum Sofortausstattungsprogramm berichtet Herr Lehmann, dass in dieser Woche der Zuwendungsbescheid über 144.757 € eingegangen sei.

Der Schulträger sei aktuell mit Beschaffungsfragen und der vergaberechtlichen Klärung beschäftigt.

Vieles sei im Förderprogramm unklar. Zu regeln seien z.B. noch Verteilungsprinzip, Nutzung, Einrichtung und Betreuung der Geräte.

Herr Trenkenschu meint, dass die Mittel aus dem Sofortausstattungsprogramm nicht ausreichend seien, um alle bedürftigen Schülerinnen und Schüler auszustatten.

 

In der abschließenden Aussprache beantwortet der Fachdienstleiter Schulen diverse Detailfragen aus dem Ausschuss.

 

Frau Fiß dankt zu Beginn der Aussprache im Namen der FDP-Fraktion der Verwaltung für die detaillierte Darstellung.

 

Herr Didschies weist darauf hin, dass die Breitbandverkabelung nur bis zum Übergabepunkt durch den Landkreis sichergestellt werde, die weitere Infrastruktur dann aber noch geschaffen werden müsse. Außerdem müsse die Systembetreuung gewährleistet werden. Herr Lehmann verdeutlicht, dass die Mittel aus dem Digitalpakt in erster Linie genau für diese schulische Infrastruktur „nach dem Übergabepunkt“ gedacht seien. Die Systemadministration müsse selbstverständlich angemessen erfolgen. Dies sei gerade in der Konzeptionierung.

 

Frau Stank beklagt, dass die Digitalisierung der Schulen in Deutschland im Rahmen des Digitalpaktes generell nur schleppend verlaufe.

Herr Lehmann erklärt dazu, dass die Umsetzung allein mit Digitalpaktmitteln nicht zu stemmen sei und die Kommunen daher darüber hinausgehend erhebliche finanzielle Mittel bereitstellen müssten, was nicht auf einen Schlag erfolgen könne. Auch die Stadt Celle müsse eigene Mittel einsetzen. 15 Grundschulen müssten technisch grundlegend neu aufgestellt werden. Hierzu sei ein umfangreiches Konzept erforderlich, welches nicht von heute auf morgen umsetzbar sei.

 

Herr Wilhelms begrüßt die Digitalisierungsmaßnahmen in den Schulen, kritisiert allerdings, dass diese etwa 10 Jahre zu spät erfolgen würden, nicht nur in Niedersachsen.

 

Zum Abschluss der Aussprache schlägt der Ausschussvorsitzende Herr Ohl vor, einen Dauertagesordnungspunkt zur Digitalisierung der Grundschulen für die nächsten Sitzungen einzurichten. Dieser Vorschlag wird einstimmig angenommen.