10.09.2020 - 3 Vorstellung des Spielplans in Coronazeiten durc...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Sitzung:
-
Sitzung des Kulturausschusses
- Gremium:
- Kulturausschuss
- Datum:
- Do., 10.09.2020
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Der Intendant des Schlosstheaters, Herr Döring, und der Geschäftsführer, Herr Bruhn, berichteten, dass das Theater 5 ½ Monate auf Grund der Corona-Pandemie keine Besucher und Besucherinnen hatte. Die fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren und sind in Kurzarbeit. Die Einnahmeverluste im Wirtschaftsplan der laufenden Spielzeit 2020/2021 betragen etwa 700.000 Euro gegenüber den regulären Einnahmen vor der Pandemie und damit etwa 60 Prozent der üblichen Gesamteinnahmen. 400 Abos sind gekündigt worden. Trotzdem ist das Theater betriebswirtschaftlich gut aus der Krise gekommen dank Kurzarbeit und einer erhöhten Spendenbereitschaft. Die Spielzeit 2019/2020 wird aller Voraussicht nach mit einem Überschuss von 100.000 € abschließen. Diese Summe entspricht annähernd den Spenden der Abonnenten und Besucher, die ihre gezahlten Eintrittsgelder nicht zurückverlangt haben. An diesem Ergebnis, so Bruhn, zeigt sich, dass das Theater mit seinem schnellen Handeln bei der Kurzarbeit die richtigen Weichen gestellt habe, um das Theater in der Substanz zu sichern.
Zudem war die Sanierung der Halle 18 in der CD-Kaserne noch vor Ausbruch der Pandemie beendet. Die neue Spielzeit findet unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes mit getrennten Wegen zu Garderoben und sanitären Anlagen, Abstandsregelungen etc. statt. Es können das Theater selbst und die Halle 19 bespielt werden, allerdings nicht die Studios, da die Räume zu klein sind. Die Zuschauerplätze mussten von 300 auf 110 – 120 Plätze reduziert werden, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Außerdem gibt es keine Pausen zwecks Kontaktvermeidung. Mit Hilfe kleiner Tische können während der Vorstellungen an den Plätzen Getränke konsumiert werden. Trotz aller Maßnahmen gibt es immer noch Vorbehalte in der Bevölkerung, sich bei einem Theaterbesuch anzustecken. Auch in diesem Jahr steht ein Weihnachts-Kinderstück auf dem Programm, allerdings entfallen die Vormittagsvorstellungen für die Schulen. Außerdem wurde Blockspielweise wieder eingeführt, um vermehrte betriebsinterne Arbeitszeiten wegen der Kurzarbeit zu vermeiden. Mit dem jetzigen künstlerischen Etat, der auf die Hälfte reduziert wurde, lässt sich unter Pandemiebedingungen der Spielbetrieb aufrechterhalten, allerdings nicht der normale Theaterbetrieb. Es können kaum Honorarverträge mit Gästen abgeschlossen werden, die Planungen basieren auf dem Einsatz des fest angestellten Personals. Dabei kann bei Änderungen der Corona-Einschränkungen flexibel reagiert werden. Ziel ist es, dass der Besucher nichts von den Auswirkungen der Pandemie auf das eigentliche Theaterspiel bemerkt: Es werden Stücke ausgewählt, die in Form und Inhalt passen und die Besucher in fantastische, zauberhafte Welten entführen. Auch für Kinder gibt es eigene Angebote wie die „Konferenz der Tiere“, die auch bei der Bewältigung der Krise helfen können.
Auf Nachfrage von Herrn Schulze, ob die Schlosshofkonzerte (KulturVereint) bleiben und eine Nachhaltigkeit zu erwarten ist, wird ausgeführt, dass die Bühne auch im nächsten Jahr wieder für Gäste und Kleinkunst aller Art zur Verfügung gestellt werden soll. Herr Zobel fragt nach, wieviel Stammplätze noch belegt sind. Darauf wird von Seiten des Theaters erläutert, dass die Auslastung etwa 60–65 Prozent beträgt und es wegen der fehlenden Plätze zu Verschiebungen bei den Abos gekommen ist. Zum Beispiel gibt es Gruppenplätze für vier Personen. Auf Nachfrage von Herrn Burggraf wird von Seiten des Theaters erklärt, dass es für Abonnenten drei zusätzliche Vorstellungen gibt, um die Kapazitäten zu steigern. Das Theater wird sich in den nächsten Jahren um die Revitalisierung des Publikums bemühen, denn die Gäste kommen nicht automatisch wieder. Dazu bedarf es großer Anstrengungen.
Sodann gibt es eine Zielvereinbarung mit dem Land bis 2023, dass das Theater eine Förderung des künstlerischen Betriebes von effektiv 210.00 Euro mehr pro Jahr erhält. Über die Beteiligung des Landes Niedersachsen an den Tarifsteigerungen wird aktuell noch verhandelt. Auf Nachfrage von Herrn Falkenhagen, ob es coronabedingte Veränderungen im Ensemble gibt, wird festgestellt, dass das nicht der Fall ist.
Es wird auf das flexible Abo-Modell, die „Theateraktie“ für die Spielzeit 2020/21, verwiesen. „Aktionäre“ können das erste Stück der neuen Spielzeit 2021 bestimmen. Herr Zobel fragt, ob sich die Verlagerung der Theaterkasse in die Schuhstraße positiv auswirkt. Herr Bruhn erläutert, dass die Theaterkasse am alten Standort Am Markt wenig wahrgenommen wurde. Am neuen Standort ist es nun auch durch die vorhandene Schaufensterfläche und den Betrieb in der Straße etwas belebter, aber es gibt noch Luft nach oben.
