10.09.2020 - 5 Schloss-Sanierung / Gotische Halle
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
Sitzung des Kulturausschusses
- Gremium:
- Kulturausschuss
- Datum:
- Do., 10.09.2020
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Frau McDowell referiert, dass das Land Niedersachsen bereits zahlreiche Maßnahmen im Schloss finanziert hat wie die Sanierung des Schlosstheaters oder die Sanierung der Fassade. Außerdem hat das Land weitere Investitionen in Aussicht gestellt, um ein denkmalverträgliches Nutzungskonzept mit Barrierefreiheit und Brandschutz für das ganze Gebäude zu ermöglichen. Zudem wird die Begehbarkeit der Schlosskapelle mit dem Ziel der denkmalverträglichen Nutzung wissenschaftlich untersucht und Anfang 2021 eine neue Abteilung im Residenzmuseum eröffnet. Neue Überlegungen erfolgen zum Südwestflügel des Schlosses, um der Öffentlichkeit einen kompletten Rundgang auf einer Etage anbieten zu können. Auch das Standesamt zieht in diesen Bereich. Auf Vorschlag des Landes soll die Gotische Halle, die mit einem Fahrstuhl barrierefrei erreichbar ist, zu einer zentralen Anlaufstelle für die Besucher und Besucherinnen des Schlosses werden. Hier sollen der Ticketverkauf des Museums, der CTM, des Theaters sowie der Museumsshop des Residenzmuseums untergebracht werden. Der Mietvertrag der Stadt Celle mit dem Land ist von diesen Maßnahmen nicht betroffen. Er wird allerdings zur Zeit für das komplette Schloss überarbeitet.
Es wurden bereits Gespräche mit dem BBK und dem Kunstverein geführt, um sie in diese Überlegungen einzubeziehen. Die Gotische Halle stünde dann nicht mehr als Ausstellungsraum zur Verfügung. Dem BBK und dem Kunstverein sind die Räume links vom Eingang als Ersatz für die Gotische Halle angeboten worden. Es ist jedoch noch keine endgültige Entscheidung vom Land getroffen worden, dem eine Stellungnahme der Verwaltung seit Juli 2020 vorliegt. Alle Planungen sind noch ergebnisoffen, öffentliche Äußerungen müssen zudem mit dem Land abgestimmt werden.
Herr Schulze bedankt sich für die Transparenz der Mitteilungen der Verwaltung und fragt, wo das Trauzimmer untergebracht ist. Frau McDowell antwortet, dass das Trauzimmer bisher im Caroline Mathilde-Zimmer untergebracht war, dort musste es weichen, als eine neue Heizungsanlage eingebaut wurde. Wegen der jetzigen Ausstellung des Zuckerbanketts können dort keine Trauungen stattfinden, jetzt wird im Rittersaal getraut.
Herr Schulze meint für die SPD, dass die Gotische Halle als Gesamtkunstwerk erhalten bleiben soll. Auch Herr Dr. Jochim schließt sich dieser Meinung an.
Herr Zobel stellt dar, dass die Partei der Grünen für den Erhalt der Gotischen Halle als Ausstellungsraum plädiert, da der vorgeschlagene Raum auf der linken Seite des Eingangs zwar für Gastronomie, aber für Kunstausstellungen nur eingeschränkt zu nutzen sei. Vom Land ist ihm keine Stellungnahme bekannt, die die bisherige Nutzung der Gotischen Halle in Frage stellt. Herr Falkenhagen bemängelt, dass kein Schriftverkehr vorliegt und nicht ausreichend informiert worden sei durch die Verwaltung. Frau McDowell erklärt, dass Anregungen zur Nutzungsänderung der Gotischen Halle vom Land in Gesprächen mitgeteilt worden sind und vom Land bisher keine schriftlichen Äußerungen vorliegen. Herr Schulze findet die Vorstellung unerträglich, in der Gotische Halle einen Kiosk und den Service-Bereich der CTM unterzubringen. Er schlägt dafür die Eingangshalle des Bomann-Museums vor. Herr Dr. Jochim bezeichnet die Gotische Halle als kunsthistorisch wertvollen Raum, ein Kassenbetrieb würde der Bedeutung des Raumes nicht gerecht. Er soll als kultureller Veranstaltungsort erhalten bleiben. Ortsunkundige laufen am Eingang der Gotischen Halle vorbei, der Bereich links vom Eingang sei besser geeignet als Kassenbereich. Frau McDowell erläutert, dass der jetzige Kassenbereich nach hinten erweitert werden könne. Außerdem ließe sich die Schlosskapellenausstellung als Dauerausstellung in der dann abgängigen Küche installieren. Der jetzige Unterbringungsort für diese Ausstellung entfällt in Kürze. Herr Burggraf plädiert ebenfalls für die Beibehaltung der Gotischen Halle als Ort für Kunstausstellungen. Herr Falkenhagen erklärt, dass die Gotische Halle für die Nutzung von Kunst erhalten bleiben sollte. Er schlägt eine Ortsbesichtigung des Kulturausschusses vor. Herr Zobel will dieser Anregung folgen.
Es wird ein Antrag auf Sitzungsunterbrechung gestellt, um Bürgern die Möglichkeit der Meinungsäußerung zum Thema zu geben, dieser Vorschlag wird mit 5 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung angenommen.
Dietrich Klatt, Mitglied im BBK und Mitbegründer des Kunstvereins Celle: Er plädiert dafür, die Gotische Halle nicht als Ticketshop umzuwidmen, da der Raum links vom Eingang sich nicht für die Präsentation von Kunst eignet, da er zu klein wirkt, da die Gewölbe zu niedrig sind. Außerdem sprechen auf Grund der vielen Fenster klimatechnische Gründe gegen eine Nutzung für Kunst. Große Formate oder Installationen können in dem kleinen Raum nicht gezeigt werden. Die Gotische Halle hat ein hohes Gewölbe, Wände und Pfeiler eignen sich besser für die Präsentation von Kunstwerken jeglicher Art. Viele Künstler von Weltrang haben einmal mit Ausstellungen in der Gotischen Halle ihre Laufbahn begonnen. Bei einer Umwidmung der Gotischen Halle sind die meisten Ausstellungen nicht mehr durchführbar. Das wäre ein großer Verlust für die Kultur, die Celler BürgerInnen und für BBK und Kunstverein. Der einstige herzogliche „Hühnermaststall“ links vom Eingang (jetzige Service-Halle) ist für Ausstellungen nicht geeignet. Dieser Raum hat den gleichen Grundriss wie die Gotische Halle und könne sicher barrierefrei gemacht und als zentraler Anlaufpunkt weiter ausgebaut werden.
Dr. Jürgen Henke, 1. Vorsitzender Verein Atelier 22: Er spricht sich für eine Beibehaltung der bisherigen Nutzung der Gotischen Halle als Ausstellungsraum aus. Es gibt keinen anderen Raum, in dem die Kunst gezeigt werden kann. Der angedachte Raum auf der linken Seite vom Eingang erhöht nicht die Attraktivität der Celler Kunstszene. Und Kunst und Kultur sind für eine Stadt wie Celle ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Dr. Uwe Kerstan, Vorsitzender des Kunstvereins Celle: Er setzt sich für eine Beibehaltung der Gotischen Halle als Ausstellungsraum ein, da es keine vergleichbaren Räumlichkeiten für die Präsentation von Installationen und Großformaten gibt. Außerdem macht die Umnutzung die Arbeit von Jahrzehnten zunichte.
